Ähnlich wie New Orleans und vielleicht sogar noch öfter wird Las Vegas als Stadt der Sünde bezeichnet, weil gerade hier Glücksspiel und leicht bekleidete Mädchen in derart unerhöhter Weise aufeinandertreffen, doch als Buchtitel bezieht sich Stadt der Sünde eher auf die Handlung als den Handlungsort.
Es beginnt damit dass dem Ehepaar Mr. Arthur und Millie Blair eine Kassette vom Streit ihrer Nachbarn und Freunde Owen und Lynn Pierce (die sich zuletzt wegen Lynns gestiegener Religiosität immer öfter in die Haare gekriegt haben) zugespielt wird, doch als Millie tags darauf mit ihrer Nachbarin darüber sprechen will wird daraus nichts. Lynn Pierce ist spurlos verschwunden, auch wenn ihr Mann Owen vorerst noch behauptet sie wäre wegen in einem familiären Notfall zu ihrem Bruder gefahren. Die Blairs lassen sich jedoch nicht beschwichtigen und geben eine Vermisstenmeldung auf, woraufhin kurz darauf ein unkenntlich gemachter Frauentorso aus dem Wasser eines Sees im nahe gelegenen Naturschutzreservat gefischt wird. Obwohl noch keine Spuren von Gewaltanwendung vorliegen wird das CSI mit den Ermittlungen beauftragt, aber auch der Mord in einem Stripklub, wo die Tänzerin Jenna Patrick stranguliert wurde, erfordert die Aufmerksamkeit des Teams. Eine harte Nacht in der Stadt der Sünde beginnt...
Kenner der Serie dürften schwer beeindruckt sein wie gut sich die sozusagen nicht gezeigten Folgen in Buchform umsetzen lassen, eine wahre Meisterleistung wie ich zugeben muss. Das CSI-Gefühl ist jedenfalls genial umgesetzt und so auch das Rätseln und Raten wer der Täter ist bzw. wie dieser es angestellt hat. Die Erzählung selbst ist durchgehend flüssig und beweist eindrucksvoll die Routine von Max A. Collins, dem es gelungen ist mit Stadt der Sünde nicht nur ein Buch zur Serie, sondern auch einen spannenden Thriller abzuliefern, der sich auch außerhalb seines Genres behaupten kann. Dennoch, Stadt der Sünde hat auch einige Mängel, die sich durchaus störend auswirken können, wie vermeintliche Übersetzungsfehler und verwirrende Anführungszeichen, die wohl falsch gesetzt worden sein dürften. Aber auch Flüchtigkeitsfehler scheinen sich eingeschlichen haben, wie beim Serienkiller Ted Bundy (Seite 246) der plötzlich als Al Bundy (Star der Serie Eine schreckliche nette Familie) angeführt wird.
Fazit:
Für CSI-Fans auf jeden Fall ein Muss, wenn auch eines das von kleineren Mängeln gespickt ist.