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Die Grundidee, ein forensisches Ermittlerteam auf Verbrecherjagd zu schicken, ist nicht neu. Aber ganz sicher neu ist es, in einem Serien-Korsett eher trockene Ermittlungen derart glaubwürdig und interessant darzustellen, dass man als Zuschauer sogar noch sein Allgemeinwissen auffrischen und vertiefen kann.
Die Fälle sind im schlimmsten Fall befriedigend konstruiert und in der Regel von hoher Qualität. Nur ohne gute Darsteller ist das zuwenig - und genau hier haben die Macher dieser Serie genau ins Schwarze getroffen.
Im Grunde ist hier die Formulierung „überzeugendes Spiel" noch untertrieben, denn alle Schauspieler spielen so, als wäre ihre Arbeit tatsächlich ihr Job - als würden sie auch im wahren Leben genau diese Arbeit verrichten.
Das Spiel aller Beteiligten ist zurückhaltend und sehr sensibel. Zoten und dumme Sprüche, wie sie eigentlich normalerweise in amerikanischen Produktionen ständig vorkommen, fehlen hier völlig.
Es wird gearbeitet und nicht viel gesprochen - und wenn, dann meist sachbezogen, mit dem gebotenen Ernst und meist dermaßen trocken, dass man öfter an die Art und Weise denken muss, wie die Briten ihre Filme drehen.
Erstaunlich ist, dass im Verlauf der Serie die Akteure einzeln immer mehr an Format und Persönlichkeit gewinnen und in der Gesamtheit wie ein Organismus funktionieren.
In diesem Zusammenhang habe ich gelesen, dass die Darsteller dieser Serie zum wiederholten Male für ihre Ensemble-Leistung ausgezeichnet worden sind.
Dem kann ich mich nur anschließen.
Außerdem noch ein großes Lob an die deutschen Synchronsprecher. Die „sitzen" förmlich auf den Figuren und kommen - wie ich finde - besser 'rüber als im amerikanischen Original.
Das gilt ganz besonders für William Peterson.
William Peterson, den ich zum ersten Mal 1987 in der ersten Hannibal Lector - Verfilmung „Manhunter" gesehen habe, ist für mich die Idealbesetzung des Chefs der Forensikabteilung.
Der ultimative Anti-Held, intelligent, zurückhaltend, introvertiert, ernsthaft-engagiert und in Gefühlsdingen eher unsicher und bisweilen ängstlich. Ein Charakter, völlig im Widerspruch zu dem, was der Durchschnittsamerikaner normalerweise schätzt.
So gesehen bin ich hocherfreut, dass Qualität und Erfolg in diesem Fall nicht unvereinbare Gegensätze sind und freue mich schon auf die vierte Staffel dieser Serie.
Es gibt ja nun zwei Ableger dieser Serie, Miami und New York, und in Bezug auf Miami kann ich nur sagen: Das ist nichts !
In einer Folge von „CSI - Las Vegas" wird mit dem „Miami-Team" zusammengearbeitet.
Da wird sehr schnell deutlich, dass der Einsatz von David Caruso nicht unbedingt Qualität bedeuten muss.
Jedenfalls nach meiner Meinung.
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