Der Autor legt sich selbst die Beschränkung auf, die Aussagen des IPCC in zentralen Punkten nicht in Frage zu stellen. Das ist bedauerlich, hat er doch mit der Forderung, dass alle Klimaaussagen nur dann als gültig anzusehen sind, wenn sie auf physikalischen Gesetzen oder Messungen beruhen, die Qualitätsmaßstäbe eindeutig gesetzt. Danach wäre alles, was nicht diesen Kriterien genügt unverzüglich zu verwerfen.
Genau dieses tut Lüdecke jedoch nicht. Beispiel Treibhauseffekt: Mit der Wirksamkeit dieses Klimamechanismus steht und fällt das gesamte IPCC-Gebäude. Nach Lüdecke existiert der Treibhauseffekt. Allerdings liefert er die Beweise hierfür nicht. Das verwundert nicht, denn diese Beweise gibt es nicht. Der natürliche Treibhauseffekt wird daher über eine mehr als abenteuerliche Anwendung der Stefan-Boltzmann-Gleichung einfach herbeigerechnet. Diesen Sachverhalt erwähnt der Autor noch nicht einmal ansatzweise.
Noch unübersichlicher wird es beim CO2-induzierten anthropogenen Treibhauseffekt, dessen Existenz der Autor nicht leugnet, gleichzeitg aber als unbewiesen in Frage stellt (Seite 46, Zusammenfassung...). Das Buch ist hier in den relevanten Kapiteln ein einziger Eiertanz zwischen dem Erfordernis einer fundamentalen IPCC-Kritik und der Absicht einen Text zu verfassen, in dem auch Nebenkriegsschauplätze wie spektroskopische Labormesseungen oder Triggerfunktionen des CO2 bei Rückkopplungen zur Sprache kommen sollen.
Die hier vorgetragenen kritischen Anmerkungen machen das Buch aber nicht wertlos oder überflüssig. Das Gegenteil ist der Fall. In den anderen Kapiteln findet der Leser eine Fülle nützlicher Hinweise bis hin zu zwei kritischen wissenschaftlichen Manifesten, die wie viele andere Tatbestände auch, von einer gleichgeschalteten Medienlandschaft einfach totgeschwiegen werden. Diese von einer beachtliche Zahl hochrangiger Wissnschaftler unterzeichneten Dokumente bestreiten die Existenz des Treibhauseffektes und die Aussagekraft computergestützter Klimamodelle.
Das Buch mündet in der beruhigenden Erkenntnis, dass eine klimaschädigende Wirkung von anthropogenem CO2 nicht ausgeht.