Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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32 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Ein emotioneller Blick hinter die "Green Door", 15. Januar 2009
Weiner hat fleissig recherchiert, um darzulegen wie das mächtigste Land in der Geschichte der westlichen Zivilisationen, an dem Versuch scheitert, mit der CIA einen perfekt funktionierenden Nachrichtendienst aufzubauen. Aber das Buch hat zwei bedeutende Schwächen. Einerseits möchte Weiner allzu offensichtlich die z.Zt. vorherrschende anti-CIA Stimmung ausnutzen um den Markt mit einem Bestseller zu bedienen und andererseits macht ihn seine emotionelle Abneigung gegen die Old Boys unfähig zu erkennen, dass die meisten Angehörigen der CIA nicht politisch motiviert waren, sondern ihr Leben aus gesundem Patriotismus riskierten - viele haben es auch verloren, wie die schwarzen Sterne in der Lobby die CIA Hauptquartiers in Langley belegen.
Die CIA wurde 1947 als Nachfolgerin des während des 2. Welkriegs von William "Wild Bill" Donovan geführten OSS (Office of Strategic Services) gegründet. Davor gab es nur das ONI (Office of Naval Intelligence), das jedoch lediglich als klassischer Marine Aufklärungsdienst operierte. Somit ist die CIA relativ neu im zweitältesten Gewerbe der Welt, das von Insidern gern als "the Great Game" bezeichnet wird. Weiners Buch ist im Grunde eine lange Liste von Fehlern und Pannen, es beginnt in den ersten Tagen mit einer Reihe von Operationen, zu denen sich die noch unerfahrene CIA von noch naiveren conter-revolutionären Exilrussen überreden liess. Hunderte von Agenten sprangen hinter dem Eisernen Vorhang ab und wurden praktisch ausnahmslos getötet oder "umgedreht." Die Verantwortlichen hätten wissen müssen - und wissen können - dass in der damaligen Sowjetunion jede Organisation, die aus mehr als 10 Mitgliedern bestand, von mindestems einem KGB Agenten unterwandert war.
Das Buch basiert angeblich auf mehr als 50.000 Dokumenten, hauptsächlich aus den Archiven der CIA selbst und hunderten von Interviews mit CIA Veteranen, einschliesslich einiger Direktoren. Für einen unvoreingenommenen Journalisten also eine hervorragende Grundlage. Die ernüchternde und nicht gerade neue Erkenntnis ist, wie nahe selbst die erfolgreichen Operationen der CIA am Desaster entlangschrammten. Weiner dokumentiert nicht nur den 1953 (Operation Ajax) von Kim Roosevelt (Enkel von Theodore Roosevelt) orchestrierten Sturz der demokratisch gewählten iranischen Regierung Mossadegh, sondern auch den 1954 durchgeführten coup d'état gegen den ebenfalls demokratisch gewählten Präsidenten von Guatemala, Jacobo Arbenz (Operation Success), der zu einem fast ein halbes Jahrhundert währenden Bürgerkrieg führte. Aus heutiger Sicht sind diese Operationen natürlich zu verurteilen, denn sie schädigen das Ansehen der USA in zwei wichtigen Einfluss-Sphären bis zum heutigen Tag. Selbst damals konnte man durchaus eine gewisse Kurzsichtigkeit erkennen. Aber wie Weiner behauptet, wurden sie keinesfalls im Stil von "Skull and Bones" Fraternisten durchgeführt - auch wenn die CIA jahrzehntelang ein offizielles Rektutierungsbüro and der Yale Uni unterhielt.
Es ist auch richtig - und bedauerlich - dass die CIA niemals die notwendigen Fähigkeiten entwickelte, ein funktionsfähiges Agentennetz innerhalb Rot-Chinas aufzubauen. Weiner betont richtig, dass die Agency auch 1949 die Zündung der Atombombe durch die Sowjetunion verschlafen hat, ebenso wie die Invasion Südkoreas 1950, den Arabisch-Israelischen Krieg 1973, die sowjetische Invasion Afghanistans 1979, die irakische Invasion Kuwaits 1990, die Zündung der indischen Atombombe 1998 - die Liste ist beeindruckend und kulminiert in der (politisch erzwungenen) Fehlanalyse über das irakische Program zur Herstellung von Massenvernichtungswaffen 2002-03. Allerdings müsste hier auch erwähnt werden, dass erwähnte Ereignisse auch von allen anderen Nachrichtendiensten verschlafen wurden - ausser natürlich dem KGB, dem direkten oder indirekten Provokateur und/oder Teilnehmer.
Dwight Eisenhower hatte in seiner zweiten Amtsperiode die Problematik erkannt und hielt dem damaligen Direktor Allen Dulles vor, er hinterliesse seinem Nachfolger eine "legacy of ashes" (Titel der Originalausgabe). Der Erfolg der noch unter Eisenhower geplanten Invasion Kubas Operation Zapata) durch Exilkubaner, war schon damals fragwürdig, denn die in Guatemala trainierenden Invasoren waren längst von KGB Agenten entdeckt und beobachtet worden. Als dann der bekennende James Bond Fan John F. Kennedy mit seinem Team der "best and the brightest" ins Weisse Haus einzog, hat er diese Karnevalsveranstaltung nicht etwa abgeblasen, sondern so amputiert, dass der Misserfolg nun auch wirklich garantiert war. In letzter Sekunde verlegte er die Landung von Trinidad an die näher bei Havana gelegene Schweinebucht wo bedeutend mehr kubanische Truppen lagen, was es Fidel Castro ermöglichte, seine überlegenen Truppen noch schneller zu verlegen. Abgesehen von der ideologischen Fehleinschätzung, bestand der endgültige strategische Fehler in der Annullierung der notwendigen Luftunterstützung.
Der Autor findet auch wenig Bewundernswertes an Allan Dulles, der die CIA während ihrer Blütezeit führte und nach dem Kuba Abenteuer abdanken musste. Weiner porträtiert Dulles als ganz besonders eitlen Schwindler, der 1961 bereits hoffnungslos überaltert war. Aber die Erfolge von Dulles, der während seiner OSS Zeit das Nazi Oberkommando von der Schweiz aus infiltriert hatte, waren beeindruckend, und 1961 war er keineswegs überaltert, sondern noch immer ein listiger Profi. William Casey, DCI (Director of Central Intelligence) unter Ronald Reagan wird als Lügner dargestellt, der wegen eines Gehirntumors bestenfalls als dement angesehen werden kann und so diskret war, dass er dem Präsidenten nicht einmal die Uhrzeit verraten hätte.
Richard Helms hat den Präsidenten ebenfalls nur berichtet, was sie hören wollten. Es darf jedoch nicht übersehen werden, dass CIA-Berichte meistens zurückgewiesen wurden wenn sie nicht in die Vorurteile der Präsidenten passten. Die CIA wurde vor wichtigen Entscheidungen von Johnson, Nixon, Ford und Carter gemassregelt und abgekanzelt, weil diese nicht verstanden, wie die Agency funktionierte. Was aus vielen Gründen in der Tat schwierig ist.
Um Johnsons Wunsch einer Vietnamkrieg Eskalation zu erfüllen, fabrizierte die CIA Beweise einer kommunistischen Attacke auf amerikanische Zerstörer im Golf von Tonking (in Wirklichkeit handelte es sich lediglich um ein paar leicht bewaffnete Fischer in kleinen Holzbooten).
Um die politischen Wünsche der Nixon Administration zu erfüllen, frisierte Helms 1969 ein CIA National Intelligence Estimate (NIE) des sowjetischen Nuklearpotentials. In der ersten Fassung hatten die CIA Analytiker korrekterweise bezweifelt, dass die Sowjets den Willen oder die Kapazität hatten, um einen Atomschlag durchzuführen. Helms musste diese Passage streichen - und bis zum Ende des Kalten Kriegs musste die CIA regelmässig übertrieben darstellen mit welcher Effizienz die Sowjets ihr nukleares Arsenal aufrüsteten (Kongressabgeordnete mussten schliesslich ihre Wiederwahl sichern, indem sie ihre Wahlkreise mit Arbeitsplätzen in der Rüstungsindustrie verwöhnen konnten).
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56 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Zettelkasten, 14. Mai 2008
Trotz mancherlei Geschichten, die einem die Haare sträuben lassen, kann Weiners CIA-Geschichte nicht wirklich überzeugen. Der Autor erzählt die Geschichte des Geheimdienstes als eine Abfolge permanenter Misserfolge. Durch die Bank konstatiert er sowohl der Führung als auch dem beständig wachsenden Personal der Agency Inkompetenz. Offenbar hat weder er noch sein Lektor den Widerspruch bemerkt, wenn er wiederholt im Verlauf des Buches konstatiert, dass mit jeweils einer neuen, noch inkompetenteren Hausleitung, hunderte oder gar tausende plötzlich hochkompetente Agenten das Haus resigniert verlassen hätten, die im Kapitel zuvor von ihm noch als Dilettanten bezichtigt worden waren. Als flüssig geschriebenes Sachbuch über die Schattengeschichte der USA mag das Buch seine Berechtigung haben. Was seine Struktur betrifft erinnert es jedoch mehr an einen in Buchform gebrachten Zettelkasten.
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94 von 122 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die CIA - eine Geschichte des Scheiterns, 14. Juni 2008
Tim Weiner ist als zweifachen Pulitzer-Preis-Träger mit seinem Werk "Legacy of the Ashes: The History of the CIA" ein mit dem National Book Award ausgezeichneter New York Times Bestseller gelungen. Dazu hat er sich intensiver Recherchen und zahllosen Interviews mit Insidern und 10 ehemaligen CIA-Direktoren bedient, um die Geschichte der Central Intelligence Agency von 1945 bis 2007 nachzuzeichnen. Es handelt sich hierbei um die erste frei erhältliche CIA-Chronik anhand von Primärquellen wie den oben erwähnten Interviews und teils erst kürzlich freigegebenen Dokumenten des US-Bundesarchivs NARA (National Archives and Records Administration).
"In diesem Buch geht es um die ersten 60 Jahre des amerikanischen Auslandsnachrichtendienstes Central Intelligence Agency (CIA). Geschildert wird, dass und wie das mächtigste Land in der Geschichte der westlichen Zivilisation an der Aufgabe gescheitert ist, einen erstklassigen Spionagedienst aufzubauen. Dieses Scheitern stellt eine Gefahr für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten dar.", schreibt der Autor auf Seite 19 selbst und nach der Lektüre wird man ihm wohl auch gegen anfängliche Ablehnung zustimmen. Gegründet um ein Zweites Pearl Harbour zu verhindern, war die Arbeitsweise der CIA seit jeher kurzsichtig und kontraproduktiv, wie der 11. September 2001 (nicht 1998 wie es im Vorwort der deutschen Ausgabe fälschlicherweise heißt) bewiesen hat. Einer der größten Erfolge der CIA, der mythisch verklärt zu einer Erfolgsgeschichte hochstilisiert wurde, hat die nationale Sicherheit erschüttert. Einst belieferte die CIA afghanische Mudschaheddin mit Waffen für den Dschihad gegen die Sowjetunion, Jahrzehnte später richteten diese ihre Waffen gegen den einstigen amoralischen Verbündeten. Das Zweite Pearl Harbour wurde Realität und im Zuge des ausgerufenen "War on terrorism" ermöglichten nebulöse CIA-Berichte über Massenvernichtungswaffen im Irak und grundlegende Intentionen von ehemaligen Regierungsmitgliedern Bush seniors einen Krieg der weit über sein ursprüngliches Ziel hinaus zur Besatzung führte und nicht von ungefähr als Zweites Vietnam angesehen wird.
"Im Spionagegeschäft gibt es selten Heilige.", sagte schon CIA-Direktor Allen Dulles (Bruder des Außenministers John Foster Dulles) und selbst Präsident Dwight D. Eisenhower stimmte zu, dass Nachrichtenbeschaffung "ein widerwärtiges, aber lebenswichtiges Muss" ist. Ursprünglich als namensgebender Zentraler Nachrichtendienst geschaffen sollte die CIA bestehende Geheimdienste koordinieren und den Informationsvorteil der USA sicherstellen, der wenn man Sunzi und zahlreichen Militärhistorikern glauben darf, die Essenz eines jeden Sieges ist. Auch als mit der NSA für Hightechspionage und der NRO für die Kontrolle der Spionagesatelliten neue Behörden hinzu kamen wurde die CIA noch als "der" US-Geheimdienst schlechthin angesehen, auch wenn die NSA heute über ein höheres Budget und mehr Mitarbeiter verfügt. Bis ins 21. Jahrhunderte stütze man sich noch auf die Behauptung hervorragende Leistungen bei operativen Einsätzen und Erkenntnisse durch "Human Intelligence" (Spione vor Ort und in Organisationen) erreichen zu können. Genau dieser Mythos musste von Tim Weiner demontiert werden, denn nicht nur ist die Arbeit der CIA mit Human Intelligence bestenfalls mangelhaft, sondern förderte seit dem Kalten Krieg hauptsächlich Falschinformationen und plumpe Lügen zu Tage (wobei sich immer wieder die Frage stellte inwieweit man betrunkenen sowjetischen Offizieren Glauben schenken darf), nein, auch in Hinsicht auf operative Einsätze hat die CIA weniger Erfolge vorzuweisen als der Mythos der übermächtigen Agency behauptet. Seit Anbeginn war die CIA von verbündeten Geheimdiensten wie dem Mossad abhängig, was die Perspektive der US-Nahostpolitik mehr als einmal besorgniserregend prägte. Dass sie bis zum Fall der Berliner Mauer den Zerfall der UdSSR nicht erkennen konnte, ist bedauerlich, aber im Rückblick weder verwunderlich noch unerwartet.
"Das war nicht als Mantel-und-Degen-Truppe gedacht! Nur als eine zentrale Dienststelle, die dafür sorgt, dass der Präsident über alles, was in der Welt vorgeht, informiert ist." so der US-Präsident Harry S. Truman (Seite 27).
Auch heute wird von so manchen ehemaligen US-Politiker und Bürokraten erneut die Einrichtung eines zentralen Geheimdienstes gefordert, der die Arbeit der bestehenden Behörden koordinieren und ihre Erkenntnisse auswerten soll. Irritierend, wenn man weiß dass die CIA eigentlich genau zu diesem Zweck eingerichtet wurde und de facto als große Recherchebehörde zur Auslandsaufklärung der US-Regierung jede beliebige Information hätte liefern sollen. Das CIA World Fact Book ist ein Relikt dieses Anspruchs.
Als das OSS (Office of Strategic Services) nach dem Zweiten Weltkrieg von Präsident Truman aufgelöst wurde, da es mit gnadenloser Inkompetenz katastrophale Verluste an Menschenleben zu verantworten hatte, wurde diese Anweisung von den leitenden Offizieren nur ungenügend wahrgenommen. Gegen Anweisung Trumans wurde die SSU (Strategic Services Unit) geschaffen, ging man doch davon aus dass Truman früher oder später einsehen würde, dass ein Nachrichtendienst im aufziehenden Kalten Krieg unabdingbar sein würde. Heer und Marine wollten eigene Geheimdienste, Edgar J. Hoover mit dem FBI selbst weltweit aktiv werden und das SSU zerfiel langsam, so dass die später mit Billigung des Präsidenten entstandene CIG (Central Intelligence Group) nur noch über knapp 2000 Mann inklusive Hilfskräfte verfügte (ein dramatisches Vorzeichen für die weitere Geschichte der CIA). Schon 100 Tage nach dem Amtsantritt des ersten CIA-Direktors trat dieser bereits zurück. Ohne offizielle Finanzierung, mit zweifelhafter rechtlicher Absicherung und vor einer unklaren Zukunft wurde die CIA mit dem Central Intelligence Act erst 1949 rechtlich auf sichere Beine gestellt und mit einem eigenen Budget bedacht. Reale Parlamentarische Kontrolle durch den Kongress sollte sich erst Jahrzehnte später entwickeln.
Zunächst änderte die Truman-Doktrin, welche sich aus einer Rede des Präsidenten vor den beiden Kongresshäusern am 12. März 1947 ableitet, die Prioritäten der CIA (Seite 51):
"Ich glaube, die Politik der Vereinigten Staaten muss darin besten, alle freien Völker zu unterstützten, die sich gegen den Versuch wehren, sie mit Hilfe bewaffneter Minderheiten oder durch Druck von außen zu unterjochen."
Als Frank Wisner die anfangs nicht eingeplante operative Abteilung der CIA übernahm, bedeutete dies für ihn schnellstmöglich Kapazitäten für Geheimoperationen, Mord, Bestechung und die Ausbildung antikommunistischer Guerillas voranzutreiben. Unter einer ehrgeizigen doch nicht immer kompetenten Führung griff der "Nachrichtendienst" CIA nun auf Sabotage statt Spionage zurück, eine Entwicklung die nachweislich zusammen mit der Stärkung der internen Machtposition des Directorate of Operations dazu führte, dass die Chancen jemals einen Spion ins Politbüro einzuschleusen ruinierten. Hatte man vor dem Sieg über Hitler mit den Kommunisten paktiert, wurden nun ehemals faschistische und vorwiegend konservative Kräfte für den Kampf gegen die "Rote Bedrohung" aus Moskau rekrutiert. Der Putsch im Iran gegen Mohammed Mossadegh und das Südamerika-Engagement sind nur begrenzte Beispiele. Ike Eisenhower erteilte der CIA mit seinem Aussage (Seite 191) "Wenn man unter Arabern lebt, dann wird man rasch feststellen, dass sie unsere Vorstellung von Freiheit und Menschenwürde einfach nicht verstehen können. Sie haben derart lange unter einer Diktatur in dieser oder jener Form gelebt, wie können wir da erwarten, dass sie mit Erfolg eine freie Regierung führen werden?" vor Allen Dulles und den versammelten Mitgliedern des Nationalen Sicherheitsrates gewissermaßen einen Freibrief für die Kooperation mit zahlreichen repressiven arabischen Regimen (eine Entwicklung die nach 2001 zur erfolgreichen Gründung des Rendition-Programms für die außerordentliche Überstellung Terrorverdächtiger in ausländische Folteranstalten ermöglichte).
"Bei verdeckten Aktionen, muss man immer bedenken, wohin sie letztlich führen können, ehe man mit ihnen beginnt. Und das tun wir nicht immer."
- John McMahon (Seite 508), CIA-Offizier, der an den Waffenlieferungen der Agency an afghanische Mudschaheddin beteiligt war
Wie schnell sich das Verhältnis der CIA und US-Außenpolitik zu ehemaligen Proteges ändern kann, beweist auch die Aussage eines CIA-Beamten aus dem Frühjahr 1959, der Fidel Castro bei einem USA-Besuch zwischen April und Mai als "einen neuen intellektuellen Führer demokratischen, gegen die Diktaturen gerichteten Kräfte in Lateinamerika" bezeichnete. Bereits Ende 1959 und Anfang 1960 wurden in der CIA Pläne entworfen, die auf eine "Eliminierung" Castros hinausliefen.
Das große Problem, der CIA nach Ende des Kalten Krieges eine neue Bestimmung zu finden, stellte auch schon bald ihre Existenz in Frage. Geheimoperationen waren nicht mehr erforderlich, Spionage wäre mehr gefragt gewesen, eine Rückbesinnung auf die ursprüngliche Existenzgrundlage als Nachrichtendienst. Richard Helms, CIA-Direktor von 1966 bis 1973 formulierte die Existenzkrise der Agency gegenüber Tim Weiner mit den Worten (Seite 568) "Wenn Sie bei der Spionage mitmachen wollen, müssen Sie wissen, worum es geht. Spionage ist nicht Jux und Dollerei. Sie ist schmutzig und gefährlich. Es besteht immer die Chance, dass Sie dabei draufgehen. Im Zweiten Weltkrieg, im OSS, wussten wir, worum es ging - die verdammten Nazis zu schlagen. Im Kalten Krieg wussten wir, worum es ging - die verdammten Russen zu schlagen. Plötzlich ist der Kalte Krieg vorbei, und worum geht es jetzt? Was könnte jemanden veranlassen, sein Leben mit so etwas zuzubringen?" Bis zum Angriff von Al Qaida fehlten der CIA neue Feindbilder, die sie in nordkoreanischen und pakistanischen Atomwissenschaftlern nicht...
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