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Einen guten Eindruck der Livequalitäten von Yann Tiersen, gibt das Doppel-Livealbum C'était ici: Eingespielt an drei Abenden im Februar 2002 in der Pariser "Cité de la Musique", unter Mithilfe des 35-köpfigen französischen Sinfonieorchesters Synaxis Ensemble Orchestral, bieten die CDs einen Querschnitt durch Tiersens Schaffen. Wobei die Titel der beiden vielleicht besten Alben des Bretonen, Le phare (1997, sein drittes Werk) und L'absente (2001) überwiegen. Gleich acht Titel stammen von ersterem, sechs Stücke vom jüngsten Werk.
Wieder hören wir diese wunderbare Mischung aus französischer und bretonischer Folklore, obskurem Pop und klassischen Momenten im Sinne Erik Saties, romantischer Ästhetik und Soundtrack-Artigem, das manchmal an die Arbeiten von Peter Greenaways Hauskomponist Michael Nyman erinnert. Akkordeone und wohl temperiertes Klavier, Vibrafone, Glockenspiel, eine E-Gitarre und klingendes Kinderspielzeug, Banjo, Klarinetten und Streicher galore -- Tiersen zaubert fabelhafte Arrangements aus seinem Hut und lässt einen einfach dahinschmelzen.
Mit zu den Höhepunkten gehören hier die Gastauftritte seines Freundes Dominique Ané am Mikro bei einigen der Lieder: "Bagatelle" von L'Absente sowie "Monochrome" und "Les bras de mer" von Le Phare. Dominique A, wie er sich nennt, ist selbst ein gefeierter Rockmusiker in Frankreich, dem die Plattenfirma Labels nach fünf Alben in Frankreich im Herbst 2002 erstmals eine deutsche Veröffentlichung (ein Best-Of-Album), L'Arrivée, gönnt. Auch die US-Amerikanerin Lisa Germano bezaubert vokal, gehören die eindringlichen "La Parade" und "Le Meridién" doch mit zu den schönsten Tiersen-Komposiitonen überhaupt.
Dass Yann Tiersen auch selbst nicht nur ein Multiinstrumentalist sondern ein formidabler Sänger ist, zeigt er zum Beispiel bei "La terrasse", einem Stück vom Album Tout est calme (1999) sowie bei "La noyée" seiner Interpretation des Titels der französischen Popikone Serge Gainsbourg. Schade lediglich, dass bei "Les jours tristes", diesem Kleinod eines melancholischen Popsongs, nicht der Originalsänger, der britische Dandy Neil Hannon (vom Projekt Divine Comedy) mit von der Partie sein konnte: Ersatzvokalist Christian Quermalet macht seine Sache freilich nicht schlecht, ebenso wie die andere Sängerin Claire Pichet.
Neben den songorientierten Stücken, fehlen hier natürlich weder Tiersens Filmmusik-Themen wie "La valse d'Amélie" noch seine experimentelleren Miniaturen wie "Sur le fil" (nur mit Violine), "La noyee II" (Akkordeon) oder "La valse des monstres" (Kinderpiano) vom gleichnamigen Debütalbum des Musikers aus dem Jahre 1995.
Eine ganz wunderbare Platte, die sowohl dem Fan gefallen müsste, als auch für Neueinsteiger in die fabelhafte Musikwelt des Yann Tiersen bestens geeignet ist. --Thomas Bohnet
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