The Day After ist ein auf der altbewährten Blitzkrieg-Engine basierendes PC-Spiel, dass in den frühen 1960er Jahren spielt. Dabei wurde vorausgesetzt, dass die Kuba-Krise 1962 zum 3. Weltkrieg zwischen der UdSSR und den USA geführt hat und der größten Teil der Zivilbevölkerung sowie bedeutende Teile der militärischen Kapazitäten vernichtet wurden.
Immerhin sind die vier verbleibenden Großmächte UdSSR, China, USA (mit Resten Großbritanniens) und Frankreich (mit Resten Deutschlands) noch in der Lage Krieg um die Überreste der Welt zu führen und versuchen durch einen Run auf die größtenteils unversehrten Tropen dem drohenden nuklearen Winter zu entkommen.
Die Story und die Kampagnen sind insgesamt ziemlich an den Haaren herbeigezogen, aber wen dies nicht so sehr interessiert erhält mit diesem Spiel eine schöne Erweiterung des Blitzkrieg-Grundspiels nur diesmal eben nicht vor der Kulisse des 2. Weltkriegs sondern eines heiß gewordenen Kalten Krieges.
Zwar fängt man zunächst noch mit Einheiten aus der Spätphase des 2. Weltkriegs (Sherman, Pershing, T34, IS2/3, Panter usw.) und ohne Luftwaffe an, doch kann man je weiter man in einer der vier Kampagnen vorangeschritten ist sehr schnell aktuellere Einheiten und eine Luftwaffe erhalten. Jede Nationen-Kampagne enthält dabei 5 Landkarten auf der wichtige Fabriken, Raffinerien, Ölfelder, Flugbasen und Radarstationen verzeichnet sind, die man zum Teil bereits innehat, die man aber auch erobern und zurückerobern kann. Daneben werden auch die eigenen und gegnerischen Verbände dargestellt. Da man hier erstmals gezwungen ist auf die Erlangung der Ressourcen Treibstoff, Munition und Ersatzteile zu achten, ist eine Eroberung der genannten Orte auch sehr zu empfehlen, um so die Produktion der genannten Ressourcen zu forcieren und weitere Vorteile zu erlangen.
Auch das Auftanken der Panzer und die Möglichkeit feindliche Panzer oder LKW's
zu übernehmen sind in diesem Spiel erstmals gegeben, vorausgesetzt es gelingt
die jeweiligen Besatzungen zu töten ohne das Gefährt zu zerstören.
Neben dem Kartenmodus gibt es den weit wichtigeren Gefechtsmodus, der in Blitzkrieg-gewohnter Weise das Schlachtfeld nebst den eigenen und feindlichen Einheiten enthält, dabei ist es auch möglich die Gefechte automatisch durchführen zu lassen. Auf die jeweils nächste Karte kommt man wenn man alle ein bis drei Hauptmissionen durchgespielt hat.
Dabei kommt der Fakt, dass man sich im Grunde auf radioaktiv verstrahlten Gebiet befindet nur in diesen letzten Hauptmissionen so nebenbei zur Geltung indem man eine oder zwei ABC-Einheiten erhält die mit ihren Raupenwagen radioaktiv verseuchtes Gebiet dekontaminieren müssen.
Unterlässt man es, sterben alle normalen Einheiten, die das Gebiet betreten auf der Stelle, also eine arge Vereinfachung bzw. Verharmlosung des radioaktiven Faktors. Auch kommt es immer wieder vor, dass man vom Feind angegriffen wird aber im Gefechtsmodus selber den gut verschanzten Feind angreifen muss und sich nicht etwa in der Verteidigung wiederfindet.
Trotz der ziemlich fragwürdigen und halbherzig umgesetzten Grundstory, hat mir dieses Spiel doch großen Spaß bereitet und ist eine ganze gelungene Weiterentwicklung des Grundspiel Blitzkrieg I.
Wilde Sturmangriffe sind nicht zu empfehlen, da sie regelmäßig von den versteckten und wie schon gesagt gut eingegrabenen Feinden abgewiesen werden, hier ist vielmehr eine sorgfältige Aufklärung und planvolles Handeln gefragt.
Aber die detailgetreu nachgebildeten Einheiten und schöne Gefechtswelt geben diesem Spiel den gleichen Reiz wie dem Grundspiel nur mit moderneren und feuerkräftigeren Einheiten. Aufgrund der schwach umgesetzten Story und anderer Mängel ziehe ich zwar einen Stern ab, aber insgesamt kann ich für Fans der Blitzkrieg-Reihe und von Strategiespielen eine klare Kaufempfehlung ausgeben, wobei natürlich zu beachten ist, dass das Spiel aus dem Jahre 2005 stammt und daher keine allzu moderne Grafik besitzt.