"Obwohl ich als Mensch geboren wurde, war mein Leben bisher nicht eines Menschen würdig."
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Die erschreckende, aufrüttelnde Geschichte der Urmila Chaudhary macht auf menschenunwürdige Lebenssituationen aufmerksam, wie sie leider auch inmitten unserer heutigen, modernen und aufgeklärten Welt anzutreffen sind.
Bis zu ihrem 6. Lebensjahr verbringt die kleine Urmila eine glückliche Kindheit, obwohl ihre Familie in relativer Armut leben muss. Ein akuter Mangel an medizinischer Versorgung veranlasst den Bruder des Mädchens zum Handeln. Entgegen der Bitten der Mutter beschließt er, seine kleine Schwester für 4000 Rupien (das sind 40 Euro) als Kamalari zu verkaufen. Von nun an ist sie eine Sklavin und kein Mensch mehr.
Urmilas Leidensweg beginnt nun damit, dass sie nicht nur aus ihrer gewohnten Umgebung fortgerissen wird, sondern sich auch noch einem Kindheitstrauma stellen muss. Seit sie sich erinnern kann, leidet Urmila unter einer panischen Angst vor Wasser. Ihr Onkel wurde von den reißenden Strömen eines Flusses mitgerissen und ist auf diese Art tragisch verstorben. Der einzige Weg aus dem Dorf führt durch eben diesen Fluss.
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Nach dem anstrengenden Fußmarsch stellt das Mädchen fest, als Hochzeitsgeschenk verkauft worden zu sein. Im Alter von sechs Jahren muss sie paradoxerweise Kinder verpflegen, darunter eines das jünger ist als sie selbst. Auch anstehende Hausarbeiten fallen in Urmilas Aufgabenfeld, sodass sie oft von 05.00 Uhr in der Früh bis 23.00 Uhr am Abend arbeiten muss. Zusätzlich wird sie von den Kindern der Familie verhöhnt und geschlagen oder von anderen Erwachsenen mit heißem Wasser verbrüht, die so angestaute Aggressionen an ihr auslassen. Die Erlebnisse bis 2009, dem Jahr ihrer Befreiung, sind unvorstellbar. Es ist erschütternd einen solchen Text zu lesen mit dem Wissen, dass es sich hierbei nicht um Fiktion, sondern um real existierende Missstände handelt.
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Im Vorwort berichtet Senta Berger über die Eindrücke ihres ersten Aufenthaltes in Nepal. Im Unterschied zu kleinen Jungen sehen Mädchen sehr verwahrlost aus und haben oft zerrissene, schmutzige oder aber auch gar keine Kleidung. Zudem müssen sie ununterbrochen schwere Arbeiten verrichten. Der geringe Wert der Mädchen, der scheinbar unter dem eines Tieres liegt, hat die Schauspielerin sehr bewegt. Genau aus diesem Grund setzt sie sich bis heute gegen diese Ungerechtigkeit ein. Die Organisation Plan International hilft Kamalari-Mädchen und setzt sich für deren Rechte ein. Urmila ist heute Präsidentin und Sprecherin des Komitees ehemaliger Kamalari.
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Fazit: Ein Buch, mit dem man sich unbedingt beschäftigen sollte. Unvorstellbare Schicksalsschläge, vielfältiges Leid, bewegende Momente.