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Byzanz.
 
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Byzanz. [Unbekannter Einband]


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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: Düsseldorf, ECON 1998.; Auflage: Sonderausgabe. (1998)
  • ISBN-10: 3430171636
  • ISBN-13: 978-3430171632
  • ASIN: B0026O4GTO
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
51 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Benjamin
Format:Gebundene Ausgabe
Byzantion,Constantinopolis,Nea Roma: das heutige Istanbul hat im Laufe seiner Geschichte viele Namen getragen. Gegründet von griechischen Seefahrern um 600 v.Chr.,wurde es römische Civitate,von Konstantin dem Großen zur neuen Hauptstadt seines sich formierenden christlichen Imperiums auserkoren. Hier residierten in der Folgezeit so großartige und schillernde Persönlichkeiten wie Julian Apostata,Theodosius der Große,Justinian. Aber auch heute so unbekannte,und dennoch wohl noch bedeutendere Herrscher,wie z.B. Herakleos,der die Perser 628 n.Chr. schlug und Europa vor dem frühen Ansturm des Islam bewahrte. Oder Basileos II.,der "Bulgarenschlächter",der Byzanz wieder zur Weltmacht machte.

Byzanz - ein Name,den heute leider viel zu wenig Menschen Beachtung schenken. Dabei bewahrte es das christliche Europa nicht nur vor den arabischen Invasionen (über 100 jahre vor Potier wohlgemerkt),sondern auch vorher vor den persischen Invasionen. Und später bewahrte es neben den Arabern das Wissen der Antike. Griechisches Wissen und Kultur. Wer weiß,wie viel wir sonst noch verloren hätten. Europa hat es Byzanz schlecht gedankt. 1204 überfielen es habgierige Kreuzfahrer unter Führung Venedigs. Die intakte Großmacht Byzanz,dieses Bollwerk gegen die Türken in Kleinasien,wurde zertrümmert und die Tütrken sammelten nur noch die Reste auf. Gibbon und andere sprachen von "byzantinischen Hofintrigen". Sicherlich gab es die,aber auch ein hohes kulturelles Niveau,großartige wissenschaftliche Leistungen und fähige Feldherrenkaiser wie Herakleos,Nikephoros Phokas,Johannes Tzimiskes oder Basileos II.

Diese Liebe zu Byzanz,die ich während meiner Türkei und Griechenlandurlaube entdeckte,später im Studium vertiefte,diese Liebe teilt auch Lord Norwich. Auch wenn sein Werk populärwissenschaftlich und oft von Pauschalurteilen geprägt ist: sie sollten es trotzdem lesen,jedenfalls wenn sie sich auch nur einen Funken für dieses vergessene Weltreich interessieren sollten, welches von "griechischer Kultur,christlichen Glauben und römischen Staatsgedanken" geprägt war,wie Ostrogorsky festhielt. Sicherlich,auch ich als Historiker werde eher zu Ostrogorsky,Bury oder Treadgold greifen,wenn ich mich über die Themenverfassung Byzanzs informieren will.

Jedoch: Norwich schafft es mit seinem wunderbaren Schreibstil,der mit Annekdoten gewürzt ist,den Leser zu fesseln und sein Interesse an Byzanz zu wecken. Norwich erhebt nie den Anspruch,streng wissenschaftlich zu agieren,aber er ist dennoch weit von laienhafter Darstellung entfernt. Vieles hat Hand und Fuss,auch wenn er Kaiser Julian aufgrund seiner eigenen christlichen Erziehung sehr streng beurteilt. Aber bei Justinian,Herakleos und Basileos kann man ihm kaum Vorwürfe machen. Auch wird der türkisch-griechische Nationalstreit deutlicher,der noch die neuzeit prägt.

Ich für meinen Teil habe die drei Bänder genossen (leider ist hier nur eine gekürzte Ausgabe der Originaltrilogie verfügbar,was sehr schade ist). Und ich kann ihnen Norwich nur ans Herz legen. Unterhalten wird er sie ohnehin und hoffentlich auch etwas zum nachdenken anregen,was wir alle (christlichen) Europäer Byzanz zu verdanken haben.

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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Bewußtseins-Erweiterung 28. März 2004
Format:Gebundene Ausgabe
Über den Inhalt und die Qualität des dreibändigen Werks haben sich meine Vor-Rezensenten bereits ausgelassen, und ich kann ihnen nur beipflichten. Worauf ich hier noch aufmerksam machen möchte: Der historisch interessierte Leser soll sich darauf einstellen, daß er, nachdem er dieses Werk gelesen hat, die Europäische ("unsere") Geschichte in einem völlig anderen Licht sehen wird als zuvor. Unsere historische Tradition neigt scheinbar dazu, Byzanz zu verschweigen und zu verdrängen. Warum? Nun, ich vermute folgendes: Zum einen haben primär die Kreuzzüge und das unmoralische Verhalten der damaligen westeuropäischen Führungsmächte zur Schwächung und damit zum Untergang von Byzanz geführt. Die Türken haben lediglich geerntet, was wir zuvor gesät haben. Und zu dieser historischen Verantwortung mag man sich hier vielleicht nicht so gerne bekennen. Wie würde die Welt heute aussehen, wenn die Kreuzfahrer Konstantinopel nicht in den Rücken gefallen wären, sondern sich in christlicher Solidarität mit Byzanz verbündet hätten ? Und zum anderen muß das von uns so heroisierte und glorifizierte Mittelalter von Theoderich dem Großen bis zur Beginn der Rennaissance ganz anders bewertet werden als es unser Schul-Geschichtsunterricht tut, wenn man Byzanz seiner Bedeutung entsprechend mit einbezieht. Westeuropa war zur damaligen Zeit eine eher verkommene, regredierte Randprovinz der Weltgeschichte und alles andere als der Erbe des antiken römischen Reichs. Dieses Image wurde wohl später konstruiert, als Legitimations-Legende für den europäischen Weltherrschafts-Anspruch, religiös und politisch. Für mich bedeutete daher die Lektüre dieses dreibändigen Werks eine wahre historische Bewußtseinserweiterung.
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28 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Geniestreich 20. März 2003
Format:Gebundene Ausgabe
Ich kann mich der Rezension benowars nur anschließen. Als Historiker - oder auch als Student - ist die Gefahr relativ groß, an trockene Fachabhandlungen zu geraten, die zwar wissenschaftlich herausgearbeitet sind, aber deswegen noch lange nicht angenehm zu lesen. Lord Norwich arbeitet nicht nach streng wissenschaftlichen Regeln - erhebt auch nie einen solchen Anspruch - und rutscht dennoch nicht ins populärwissenschaftliche ab. Eines sei gesagt: Als Standardwerk der Byzantinistik kann sein Werk nicht gelten - aber Norwich ist gelungen was ich seit Stefan Zweigs "Sternstunden der Menschheit" nicht mehr erlebt habe: er hat Deutsch geschrieben wie Deutsch geschrieben werden sollte, und vermag Interesse zu wecken, wo vorher nicht einmal eine Basis dafür da war. Beschreibungen in den schillerndsten Farben, ein eindrucksvoller Stil und unterhaltsame Anekdoten, über das ganze Werk verteilt, lassen die Trilogie zu einem meisterlichen Einführungswerk werden. Im übrigen: auch wenn sie bei amazon nicht verfügbar ist sollte sich doch jeder die Original Ausgabe in drei Bänden zulegen - die zusammengekürzte Fassung erscheint dagegen etwas blaß.
Als Gesamtwerkt bietet sich der Vergleich zu Theodor MOmmsen an, ein Vergleich den Norwich auch in Vor- und Nachwort selbst für nicht ganz abwegig hält - von der Wissenschaftlichkeit einmal abgesehen.
Wer sich füR Byzanz interessiert, der sollte im übrigen unbedingt Stefan Zweigs Schilderung der Eroberung im Jahr 1453, im obengenannten "Sternstunden der Menschheit" lesen.
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