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Byzanz. Das zweite Rom
 
 
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Byzanz. Das zweite Rom [Englisch] [Gebundene Ausgabe]

Ralph-Johannes Lilie
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
  • Verlag: Siedler Verlag (4. Februar 2003)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 3886806936
  • ISBN-13: 978-3886806935
  • Größe und/oder Gewicht: 23,8 x 17,4 x 5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 309.680 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Ralph-Johannes Lilie
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 24.06.2003
Ralph-Johannes Lilies Studie zum Auf und Ab der 1000-jährigen Geschichte des byzantinischen Reiches hat Rezensentin Franziska Meier nicht so recht überzeugt. Zu ihrem Bedauern hat der renommierte Byzantinist keinen Schlüssel gefunden, um dem Leser das "merkwürdig fremde" Reich zu erschließen, "es uns in seiner Fremdheit näher zu bringen". Der Schwierigkeit, die politisch-militärische und die religiöse Geschichte in ein Verhältnis zu bringen, sucht Lilie durch eine weitgehende Trennung von Religion und Politik zu umgehen, berichtet Meier. Allerdings gerate ihm dabei seine Vermutung aus dem Sinn, dass die bis heute vorherrschende Vorstellung eines religiös dominierten Reiches allein durch die Quellenlage - vorhanden sind überwiegend klerikale Dokumente - bedingt sei. Zudem wird bei Lilie nach Ansicht Meiers nicht wirklich klar, warum Byzanz und Westeuropa so unterschiedliche Wege gingen. Sie kritisiert außerdem, dass Lilie nicht der Frage nachgeht, in welcher Weise sich Byzanz auf die Herrschaft der Osmanen ausgewirkt haben könnte.

© Perlentaucher Medien GmbH

Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.03.2003
Als "Epochenwerk" würdigt Andreas Kilb die nun vorliegende Monografie über Byzanz Ralph-Johannes Lilies. Für Kilb der erste "maßgebliche Versuch" eines deutschen Historikers, nach Georg Ostrogorskys noch aus den vierziger Jahren stammender "Geschichte des byzantinischen Staates" eine Gesamtdarstellung der Geschichte Byzanz' vorzulegen. Ein Versuch, der zur Freude Kilbs gelungen ist - auch wenn er im einzelnen Kritik übt. So moniert er beispielsweise, dass Lilie die früh- und die spätbyzantinische Geschichte "zu kursorisch" behandelt, wo doch gerade aus diesen Epochen die meisten Kunst- und Architekturzeugnisse erhalten seien. Als Schwerpunkt des Buches nennt Kilb die Epoche zwischen der Regierungszeit des Herakleios (610-641) und der verlorenen Schlacht von Mantzikert (1071), eine Zeit, in der das byzantinische Staatswesen seine endgültige Gestalt gewann. Lilies Darstellung dieser Epoche findet Kilb "klug und behutsam". Dass Lilie das ideologische Geschehen aus dem politischen ausblendet, hält Kilb dagegen für nicht überzeugend. Kilb hebt hervor, dass Lilie im Unterschied zu Ostrogorsky das Eigensinnige, "Autistische" der oströmischen Kultur betont. Alles in allem bietet das Buch Werk einen "Leitfaden", "mit dem wir uns auf den Weg nach Byzanz nicht verirren können", lobt Kilb.

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

Byzanz hat große historische Wirkungsmächtigkeit für das Abendland, weit über politische und militärische Gegebenheiten hinaus.
Außerdem war Byzanz die große christliche Vormacht am südöstlichen Rand des christlichen Europa, die die Grenzen des Christentums gegen die fast ununterbrochenen Angriffe der Nomadenvölker aus dem Steppengebiet nördlich des Schwarzen Meers und gegen die muslimischen Araber und später gegen die Türken verteidigte. Die Christianisierung des Balkans und Russlands ging von Byzanz aus und hat die Geschichte und Kultur dieser Völker bis heute nachhaltig geprägt. Ohne Byzanz wüssten wir kaum etwas von dem antiken griechischen Schrifttum, das die Byzantiner erhalten haben, immer wieder kopierten und weitergaben, zum Teil direkt, zum Teil auch über die Araber, von denen es wiederum seinen Weg in das lateinische Europa gefunden hat.
Reich illustriert, erzählt dieser Band von der Geschichte eines großen Reiches. Im Zentrum der Darstellung stehen die Beziehungen zwischen Byzanz und den christlichen Staaten des Abendlandes.



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Einleitungssatz
Wenn man fur Byzanz, das Ostromische Reich, uberhaupt einen konkreten Anfang setzen will, dann ist dies sicher die Epoche Diokletians und Konstantins I., die beide das Romische Reich in einer Weise umwandelten, wie seit Augustus kein Kaiser vor ihnen. Lesen Sie die erste Seite
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Der bekannte deutsche Byzantinist R.-J.Lilie legt hier seine lange erwartete Darstellung der byzantinischen Geschichte vor. Mit ihrem Erscheinen wird das alte Handbuch von G.Ostrogorsky wohl endgültig überflüssig (nun gut: fast), auch wenn sich Lilie offensichtlich nicht in erster Linie an ein Fachpublikum richtet. Vielmehr bemüht er sich augenscheinlich und mit Erfolg um gute Lesbarkeit, um einem möglichst großen Kreis einen detailreichen Einblick in die Materie zu bieten; wesentliche Kernthesen werden überdies stets mehrfach angeführt und dargestellt, um ein Überlesen zu vermeiden. Dadurch wird gerade der interessierte Laie rasch gefesselt. Der Schwerpunkt des Buches liegt auf der Darstellung der politischen Geschichte von den spätantiken Anfängen (4.-6. Jhd.) des Reiches bis zum Fall Konstantinopels 1453; daneben schiebt der Autor immer wieder Kapitel ein, die die grundsätzlichen Entwicklungen und Strukturen der einzelnen Epochen noch einmal zusammenfassen und vertiefen. Lilie räumt mit vielen liebgewonnenen Vorurteilen und Irrtümern auf und bezieht manche unkonventionelle Position - die Einschätzung der spätantiken Kaiser Phokas und Herakleios etwa wird manchen überraschen. Lilie steht überdies seinem Foschungsgegenstand mit einer auffälligen Distanz gegenüber und behandelt gerade die byzantinischen Quellen mit vorbildlicher Vorsicht. Bei aller Meinungsfreude informiert er daneben doch immer auch über Gegenpositionen in der Forschung. Byzanz, dieses Reich auf der Grenze zwischen Antike und Mittelalter und zwischen Ost und West, wird in diesem umfangreichen und leider sehr teuren Buch in einer Weise behandelt, die dem Gegenstand alles in allem angemessen ist und in seltener Weise Information und Lesevergnügen verbindet, auch wenn man etwa zur Bibliographie manches anmerken könnte. Denjenigen Lesern mit einem schmaleren Geldbeutel seien das bei Beck erschienene kleine Büchlein desselben Autors oder das ebenfalls recht neue und zuverlässige, aber weniger umfangreiche Buch von John Haldon empfohlen.
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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Benjamin
Format:Gebundene Ausgabe
Byzanz galt seit Gibbons Monumentalwerk "Decline and Fall of the Roman Empire" als der Inbegriff für die Dekadenz und einen Kaiserhof, der für seine Intrigen bekannt war. Dieses Geschichtsbild, welches auch noch das 19. Jahrhundert prägte, erfuhr im 20. Jahrhundert eine Veränderung. Runciman, Ostrogorsky, Mango und andere versuchten dieses (in der Tendenz durchaus falsche) Bild zu korrigieren. Sie verwiesen auf die originären kulturellen Leistungen von Byzanz, und vor allem auf die Abwehrfunktion, die dieses Bollwerk der Christenheit im Südosten Europas wahrgenommen hatte. So hatte Byzanz Europa vor dem frühen Ansturm des Islam bewahrt (knapp 100 Jahre vor Poitiers) und früher noch vor den Steppenvöker und den sasanidischen Persern. Doch liegt Ostrogorskys Standardwerk bereits seit knapp 60 Jahren vor, Treadgolds "History of the Byzantine State and Society" ist umstritten, da er manche Ereignisse der byzantinischen Geschichte (wie die Einführung der Themenverfassung) recht willkürlich festlegt (siehe auch die Rezension in der "American Historical Review" 2003/Vol. 105/No. 3). Doch nun legt der bekannte deutsche Byzantinist Ralph-Johannes Lilie (Byzanz und die Kreuzfahrerstaaten / Byzanz in der Beck Wissens Reihe) ein relativ umfassendes Überblickswerk vor - allein diese Tatsache verdient Respekt.

Lilie konzentriert sich vor allem auf die sogenannte "mittelbyzantinische Zeit", die mit der Regierungszeit des Herakleos einsetzt und bis in die Komnenenzeit reicht (ca. 610 - 1081). Die früh- und spätbyzantinische Zeit skizziert Lilie nur, doch werden die Grundlinien deutlich genug. Die Konzentration auf die mittelbyzantinische Zeit trägt nicht zu Letzt der besseren Quellensituation dieser Zeit Rechnung (auf wenn diese nur relativ "gut" ist, doch darauf geht Lilie im Prolog ein). Die Ereignisgeschichte wird immer wieder von Einschüben unterbrochen, in denen Lilie auch die kulturellen und sozialen, aber auch ökonomischen Tendenzen in Byzanz in knappen Essays beschreibt. Dies tut der Abhandlung sehr gut, wird doch so die reine Aufzählung der politischen Geschichte aufgelockert und noch dazu die wichtigsten Grundlinien verdeutlicht, die den byzantinschen Staat geprägt haben. Lilie betreibt teilweise recht interesante Quellenkritik, so z. B. in Hinblick auf den sonst in der Literatur sehr schlecht abschneidende Tyrann Phokas (602 - 610).

Lilies Abhandlung ist flüssig und teilweise sehr spannend geschrieben - etwas, was man von deutschen Historikern kaum gewohnt ist. Dies ist eher das Metier der anglo-amerikanischen Historiker (Runciman, Peter Green, Peter Brown etc.). Und obwohl das Buch für ein breiteres Publikum geschrieben wurde, erfüllt es dennoch die Anforderungen wissenschaftlicher Objektivität. Dieses vorzügliche Übersichtswerk erfüllt damit seinen Zweck: es bringt dem Menschen von heute dieses vergessene Reich etwas näher und stärkt sein Verständnis für die Kultur von Byzanz, die vor allem die Kultur Russlands und des Balkanraumes prägte, aber auch Westeuropa das Wissen der Antike wenigstens teilweise rettete. Ein sehr empfehlenswertes Buch, trotz des recht hohen Preises.

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