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Byzanz. Aufstieg und Fall eines Weltreichs
 
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Byzanz. Aufstieg und Fall eines Weltreichs [Gebundene Ausgabe]

John J. Norwich
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 704 Seiten
  • Verlag: Propyläen Verlag (1. März 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3549071566
  • ISBN-13: 978-3549071564
  • Größe und/oder Gewicht: 22,1 x 14,7 x 5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.135.030 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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John Julius Norwich
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Mythos Byzanz -- seiner Faszination zu erliegen ist einfach, schwer dagegen ist es, wirklichen Zugang zu Geschichte, Kultur und Sprache des byzantinischen Reiches zu bekommen. Das moderne Byzanz-Bild ist daher immer noch geprägt von den Vorstellungen und Vorurteilen eines Edward Gibbon (Verfall und Untergang des Römischen Reiches) oder inspiriert von monumentalen Geschichtsdarstellungen à la Felix Dahns Ein Kampf um Rom.

Entstanden aus der Übersetzung und wissenschaftlichen Untersuchung byzantinischer Texte im Rahmen der Gräzistik, bemüht sich die moderne Byzantinistik seit ihrer Begründung durch Karl Krumbacher im 19. Jahrhundert um eine differenzierte und ernst zu nehmende Darstellung jenes Reiches, das einzig in direkter Nachfolge sowie als Bewahrer und Transformator des römischen Imperiums wie der griechischen Antike stand und als Bollwerk des Westens gegen Araber, Turkvölker oder Osmanen diente. Bücher wie Byzanz. Aufstieg und Fall eines Weltreichs von John J. Norwich sind diesen Bemühungen nicht förderlich.

Norwich legt hier in einem Band die Essenz seiner ursprünglich dreibändigen Geschichte von Byzanz vor, beginnend mit der konstantinischen Dynastie und folgend von der klassischen Aufteilung in früh-, mittel- und spätbyzantinische Zeit. Keine wichtige Station in der byzantinischen Geschichte lässt Norwich aus. Dabei konzentriert er sich auf die reine Ereignisgeschichte und die einzelnen Herrscherpersönlichkeiten, die er chronologisch abarbeitet. In der Hauptsache aber widmet er sich mit Begeisterung der detaillierten Schilderung zahlreicher Schlachten.

Doch durch die fehlenden kulturgeschichtlichen Aspekte, die zum Teil missverständliche Darstellung religiöser Problematiken und die oberflächliche Fokussierung auf Kaiserbiografien ganz im Stile einer Mischung aus Sueton und Sammlungen des 19. Jahrhunderts sowie auf die Militärgeschichte, angereichert durch eine Fülle von teils spekulativen Anekdoten, Tratsch- und Klatschgeschichten von Mord- und Totschlag, Sex, Inzest und Luxus verfehlt der Band das anvisierte Ziel seines Autors -- nämlich dem Leser einen Zugang zu und ein wirkliches Bild von Byzanz zu vermitteln. Entsprechend seinem deutschen Pendant Ekkehard Eickhoff hat sich der aus dem diplomatischen Dienst ausgeschiedene Laienhistoriker mit stark militärhistorischem Einschlag der Näherbringung des Phänomens byzantinisches Kaiserreich verschrieben.

Nach diesen harschen Worten der Kritik mag eine Leseempfehlung überraschen, doch muss man Norwich zugute halten, dass er keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder ein wissenschaftliches Elaborat erhebt. Historisch interessierte Leser mit romancierhaften Neigungen à la Geliebte Theophanu. Deutsche Kaiserin aus Byzanz von Eberhard Horst oder Das griechische Feuer von Luigi Malerbas sind hier richtig -- Byzantinisten und Mediävisten sollten das Buch tunlichst meiden.

Lobenswert und hilfreich sind die chronologischen Verzeichnisse der Herrscher (römische und byzantinische Herrscher, Kalifen und Sultane, Päpste), die Stammtafeln der byzantinischen Herrscherfamilien sowie die profunde Quellen- und Literaturbibliografie, die auch allen ernsthaft Interessierten die weitere Informationssuche erleichtert. --Osseline Kind

Kurzbeschreibung

Über Glanz und Elend der alten Griechen und Römer wissen wir alles - sie gehören zu den vielbeschworenen Wurzeln des Abendlandes. Aber wer kennt die Geschichte des Byzantinischen Reichs, das mehr als tausend Jahre währte und als christliches Bollwerk Europa vor dem Ansturm der islamischen Gotteskrieger beschützte? Wer weiß schon, dass nicht das niedergehende Rom, sondern das dessen Nachfolge antretende Byzanz das Kulturerbe der Antike in die Neuzeit überlieferte?

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51 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eine wunderbare populärwissenschaftliche Byzanzchronik!, 14. Mai 2002
Rezension bezieht sich auf: Byzanz. Aufstieg und Fall eines Weltreichs (Gebundene Ausgabe)
Byzantion,Constantinopolis,Nea Roma: das heutige Istanbul hat im Laufe seiner Geschichte viele Namen getragen. Gegründet von griechischen Seefahrern um 600 v.Chr.,wurde es römische Civitate,von Konstantin dem Großen zur neuen Hauptstadt seines sich formierenden christlichen Imperiums auserkoren. Hier residierten in der Folgezeit so großartige und schillernde Persönlichkeiten wie Julian Apostata,Theodosius der Große,Justinian. Aber auch heute so unbekannte,und dennoch wohl noch bedeutendere Herrscher,wie z.B. Herakleos,der die Perser 628 n.Chr. schlug und Europa vor dem frühen Ansturm des Islam bewahrte. Oder Basileos II.,der "Bulgarenschlächter",der Byzanz wieder zur Weltmacht machte.

Byzanz - ein Name,den heute leider viel zu wenig Menschen Beachtung schenken. Dabei bewahrte es das christliche Europa nicht nur vor den arabischen Invasionen (über 100 jahre vor Potier wohlgemerkt),sondern auch vorher vor den persischen Invasionen. Und später bewahrte es neben den Arabern das Wissen der Antike. Griechisches Wissen und Kultur. Wer weiß,wie viel wir sonst noch verloren hätten. Europa hat es Byzanz schlecht gedankt. 1204 überfielen es habgierige Kreuzfahrer unter Führung Venedigs. Die intakte Großmacht Byzanz,dieses Bollwerk gegen die Türken in Kleinasien,wurde zertrümmert und die Tütrken sammelten nur noch die Reste auf. Gibbon und andere sprachen von "byzantinischen Hofintrigen". Sicherlich gab es die,aber auch ein hohes kulturelles Niveau,großartige wissenschaftliche Leistungen und fähige Feldherrenkaiser wie Herakleos,Nikephoros Phokas,Johannes Tzimiskes oder Basileos II.

Diese Liebe zu Byzanz,die ich während meiner Türkei und Griechenlandurlaube entdeckte,später im Studium vertiefte,diese Liebe teilt auch Lord Norwich. Auch wenn sein Werk populärwissenschaftlich und oft von Pauschalurteilen geprägt ist: sie sollten es trotzdem lesen,jedenfalls wenn sie sich auch nur einen Funken für dieses vergessene Weltreich interessieren sollten, welches von "griechischer Kultur,christlichen Glauben und römischen Staatsgedanken" geprägt war,wie Ostrogorsky festhielt. Sicherlich,auch ich als Historiker werde eher zu Ostrogorsky,Bury oder Treadgold greifen,wenn ich mich über die Themenverfassung Byzanzs informieren will.

Jedoch: Norwich schafft es mit seinem wunderbaren Schreibstil,der mit Annekdoten gewürzt ist,den Leser zu fesseln und sein Interesse an Byzanz zu wecken. Norwich erhebt nie den Anspruch,streng wissenschaftlich zu agieren,aber er ist dennoch weit von laienhafter Darstellung entfernt. Vieles hat Hand und Fuss,auch wenn er Kaiser Julian aufgrund seiner eigenen christlichen Erziehung sehr streng beurteilt. Aber bei Justinian,Herakleos und Basileos kann man ihm kaum Vorwürfe machen. Auch wird der türkisch-griechische Nationalstreit deutlicher,der noch die neuzeit prägt.

Ich für meinen Teil habe die drei Bänder genossen (leider ist hier nur eine gekürzte Ausgabe der Originaltrilogie verfügbar,was sehr schade ist). Und ich kann ihnen Norwich nur ans Herz legen. Unterhalten wird er sie ohnehin und hoffentlich auch etwas zum nachdenken anregen,was wir alle (christlichen) Europäer Byzanz zu verdanken haben.

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27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Geniestreich, 20. März 2003
Rezension bezieht sich auf: Byzanz. Aufstieg und Fall eines Weltreichs (Gebundene Ausgabe)
Ich kann mich der Rezension benowars nur anschließen. Als Historiker - oder auch als Student - ist die Gefahr relativ groß, an trockene Fachabhandlungen zu geraten, die zwar wissenschaftlich herausgearbeitet sind, aber deswegen noch lange nicht angenehm zu lesen. Lord Norwich arbeitet nicht nach streng wissenschaftlichen Regeln - erhebt auch nie einen solchen Anspruch - und rutscht dennoch nicht ins populärwissenschaftliche ab. Eines sei gesagt: Als Standardwerk der Byzantinistik kann sein Werk nicht gelten - aber Norwich ist gelungen was ich seit Stefan Zweigs "Sternstunden der Menschheit" nicht mehr erlebt habe: er hat Deutsch geschrieben wie Deutsch geschrieben werden sollte, und vermag Interesse zu wecken, wo vorher nicht einmal eine Basis dafür da war. Beschreibungen in den schillerndsten Farben, ein eindrucksvoller Stil und unterhaltsame Anekdoten, über das ganze Werk verteilt, lassen die Trilogie zu einem meisterlichen Einführungswerk werden. Im übrigen: auch wenn sie bei amazon nicht verfügbar ist sollte sich doch jeder die Original Ausgabe in drei Bänden zulegen - die zusammengekürzte Fassung erscheint dagegen etwas blaß.
Als Gesamtwerkt bietet sich der Vergleich zu Theodor MOmmsen an, ein Vergleich den Norwich auch in Vor- und Nachwort selbst für nicht ganz abwegig hält - von der Wissenschaftlichkeit einmal abgesehen.
Wer sich füR Byzanz interessiert, der sollte im übrigen unbedingt Stefan Zweigs Schilderung der Eroberung im Jahr 1453, im obengenannten "Sternstunden der Menschheit" lesen.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eine Herrscherchronik, 29. Januar 2010
Wer die undankbare Aufgabe hat, auf nur 500 Seiten die Geschichte eines Reiches zu erzählen, welches über 1000 Jahre Bestand hatte, muss zwangsläufig einige Dinge zu kurz kommen lassen.

Man vergleiche das mit einer Chronik Deutscher Geschichte vom Jahre 1000 bis 2000 - auch hier kann ein einzelnes Buch nicht gleichzeitig die "ganze Geschichte" erzählen und zugleich fundiertes Nachschlagwerk für das Hohe Mittelalter, die Reformation, den Dreissigjährigen Krieg, Preussen und Hitlerdeutschland sein.

Von daher kann ich Rezensionen nicht verstehen, die John Norwich "Oberflächlichkeit" vorwerfen - er hat in der Kürze des Platzes ein bemerkenswertes, gut lesbares Buch über sämtliche Herrscher des Oströmischen Reiches verfasst, wobei auch immer wieder der politisch-militärische Blick über Konstantinopel hinaus nach Europa und Asien gewagt wird. Wer darüber hinaus z.B. etwas mehr über die Awaren, die Bulgaren, das römische Papsttum oder die Kreuzzüge wissen möchte, der muss zu einem weiteren Fachbuch greifen.

Dann wäre es vielleicht sogar Norwichs Verdienst, Appetit darauf gemacht zu haben?

Man hätte sich vielleicht noch den ein oder anderen Streifzug durch das einfache Volk gewünscht, die Beschreibung des byzantinischen Alltagslebens kommt bei allen Palastintrigen und -tragödien etwas zu kurz. Auch sind über 80 Kaiser nebst Gattinnen und Gegenspielern geistig schwer verdaulich - wohl dem Leser, der nach Zuklappen des Buches noch weiss, worin sich zum Henker Konstantin VII. von Konstantin XI. unterschieden hat - aber man soll das Buch und die Herrscher ja nicht auswendig lernen, sondern ein Panorama oströmischer Geschichte geniessen.

Dieses Panorama macht Lust auf mehr.
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