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233 von 245 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Die Methode nicht schlecht. Lieber das Original kaufen., 5. August 2003
Fakten (neutral):Moritz Boerner beschreibt in seinem Buch eine Methode names "The Work", die von Byron Katies in USA entwickelt und praktiziert wird. The Work dient vordringlich dazu Probleme auf ihren Ursprung zurückzuführen um sie dort lösen zu können. Inzwischen ist zum Thema auch ein Buch von Byron Katies und ihrem Mann selbst erschienen (siehe Bewertung und Fazit weiter unten). Grundlage dazu ist das C.G.Jung'sche Prinzip des Schattens, d.h. der Theorie, daß der Mensch Dinge, die er in sich selbst verdrängt nach außen projiziert, wo sie ihm dann auffallen. Beispiele hierzu sind typische "Aufreger", sprich wenn einen ein Verhalten an anderen Menschen extrem stört (z.B. Faulheit, Geiz, Unordnung, Verschwendung, Ordnungsfimmel usw.). Weitere Grundlage ist das der NLP oder anderen ähnlichen Denkrichtungen zugrundeliegende Modell, daß das persönliche Erleben primär von subjektiven Einstellungen/Meinungen/Überzeugungen und weniger von objektiven Tatsachen geprägt wird. Beispiel hierfür ist z.B. das Wetter, wo abhängig von der eigenen Person und dem Umfeld z.B ein Regentag als erlösend (z.B. nach vielen heißen Tagen), gleichgültig oder unangenehm (wenn z.B. ein Grillfest geplant war) empfunden wird. Entscheidend ist also nicht die Tatsache, daß Wasser vom Himmel kommt, sondern wie man als einzelner in einem gegebenen Moment dazu steht. Die Methode The Work geht von einem Problem oder einer unangenehmen Situation aus und versucht diese mit vier Fragen und ggf. der Umkehrung der darauf gegebenen Antworten den wahren Kern des Problems aufzudecken, um damit einen echten Ansatzpunkt für die Lösung zu finden. Das Buch ist in die Kapitel "Was ist the Work", "Der Einstieg", "Das höchste Gebot: Realität", "Wer ist Bryon Katies", "Wer bin ich", "Helfen mit The Work", "Weitere Themen" und "Das Ende des Leidens" aufgeteilt. Die einzelnen Kapitel vermitteln ihren Inhalt vor allem anhand von Beispielen, als anhand von Work-Sessions (einem Thema mit echten Antworten auf die Fragen und Erklärung/Kommentar dazu). Bewertung: The Work wird, soweit ich das verstanden habe (und was mir aus der Methode wie sie dargestellt ist auch schlüssig erscheint) von Byron Katies primär in Seminaren oder Einzelsessions angewandt, wo der/die Klienten den Fragebogen ausfüllen und Katies oder ein Worker dann nachhakt oder durch weitere Fragen zur Lösung hinführt (z.B. bestimmte Antworten umkeheren läßt). In diesem Sinn scheint mir The Work primär ein Therapieansatz zu sein, oder eine Methode die partnerschaftlich oder in Gruppen angewandt wird. Das gilt vor allem weil bei Problemen die Einschätzung von anderen bzw. durch andere wesentlich klarer ist, als bei einem selbst (Eigenblindheit), und manche Gründe, die man selbst mit einen schnellen "also das kann ja wirklich nicht sein" beiseite wischt, erst durch Diskussion oder Gespräch erkannt und akzeptiert werden. Folgerichtig beschreiben viele der Beispiele Dialoge zwischen Katies und Klienten und man merkt schnell, daß sich die Lösung weniger durch die Antworten auf den Fragebogen, sondern durch die Gegenfragen und Erklärungen von Byron Katies ergeben. Der Tatsache, daß es sich bei The Work tendenziell eher nicht um eine Do-It-Yourself-Methode handelt, bzw. um eine Methode die nur nach intensivem Training sinnvoll selbst angewandt werden kann, wird das Buch von Boerner meines Erachtens allerdings wenig gerecht (in Katie's eigenem Buch ist das anders). Die dahinterliegenden Prinzipien (Jung'sche Schatten, Eigenkreation der Wahrnehmung) werden nur nebenbei erklärt, in den Fallbeispielen aber zugrundegelegt. Hier sehe ich das Problem, daß jemand, dem diese Prinzipien nicht vertraut sind, auch mit den Erklärungen wenig anfangen können wird. Andererseits wirkt das Buch langatmig, wenn man die Prinzipien bereits kennt und anderweitig praktiziert (dann würden ein oder zwei Kapitel genügen). Zudem kommt die Methode mit einem gewissen übertriebenen Anspruch daher. Dazu muß man wissen, das Byron Katies eine schwere Lebenskrise mit einem klassischen Erweckungs/Erleuchtungserlebnis hatte. Aus diesem heraus entwickelte sie The Work. Dementsprechend (wie bei nahezu allen, die die Kombination Lebenskrise/Erweckung durchlaufen haben) wird The Work ein etwas überzogener Anspruch zugeschrieben (sie können alle Probleme mit The Work lösen, bis sie selbt erleuchtet sind), wenngleich dies nicht so penetrant passiert, wie bei manch anderen Autoren (z.B. Dahlke/Detlefson oder E.Tolle (siehe unten)). Das ist nicht wirklich kritisch und scheint auch eher an Moritz Boerner statt an Byron Katie zu liegen, ein kleinerer Anspruch kann aber sicher nicht schaden ... The Work ist eine Methode, eine Philosophie draus zu machen ist ein zu großer Schuh. Fazit: Die Methode scheint mir durchaus lohnenswert und wer gewohnt ist in Jung'schen Schatten zu denken (siehe auch "Krankheit als Weg" Literaturhinweis unten), und Eigenkreation der Realität von NLP, Philosphie oder buddhistischer Tradition her kennt, der wird mit wenigen Beispielen eine Möglichkeit an die Hand bekommen sich selbst und ggf. auch anderen zu helfen. Komplette "Neulinge" im Bereich Selbstanalyse oder Lebenshilfe werden allerdings wohl nur bedingt davon profitieren können, außer evtl. als Einstieg für die Arbeit oder Diskussion mit anderen Workern. Entsprechend ist das Buch auch ungeeignet als Geschenk für Hilfe zur Selbsthilfe an Freunde/Bekannte denen die ganze Thematik (Philosophie, Lebenshilfe, usw.) bisher fremd war. Insgesamt würde ich sagen: Kaufen Sie lieber das Buch von Byron Katie selbst, auch wenn es momentan nur als gebundene Version verfügbar ist.
Weitere Literaturhinweise: "Krankheit als Weg" (Detlefson/Dahlke): Anwendung des Prinzips der Projektion und Schatten auf körperliche Symptome. "Jetzt!" (Eckerhart Tolle): Ähnliche Thematik, besser für "Einsteiger" geeignet. "Die Natur der pers. Realität" (Jane Roberts): Hochkarätiges Material zur Eigenkreation der erlebten Realität.
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