»Du hast auf mich geschossen!«, sagte ich. Ich lag auf dem Bauch und glaubte, jeden Augenblick bewusstlos zu werden. Fünf Meter entfernt stand sie und wischte sich das Blut aus den Augen. Sie kam zu mir, kniete sich neben mich, schlang ihre Arme um mich und drückte die Lippen an mein Ohr. »Perry«, flüsterte sie, »es war ein schöner Abend mit dir.« Eigentlich wollte Perry nur schnell den Abschlussball mit der litauischen Austauschschülerin Gobi hinter sich bringen, um dann pünktlich bei seinen Jungs zu sein. Wer kann ahnen, dass sich hinter dem Mädchen in den sackartigen Kleidern eine wunderschöne Killerin verbirgt, die eine arbeitsreiche Nacht mit fünf Opfern vor sich hat? Rabenschwarz, durchgeknallt, rasiermesserscharf.
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Joe Schreiber, geb. in Michigan, wirkte bereits als Ghostwriter und Co-Autor an zahlreichen Romanen mit, bevor er selbst veröffentlichte. Auf Deutsch sind von ihm erschienen »Besessen«, »Untot« und »Star Wars: Der Todeskreuzer«. »Bye Bye, Crazy Chick« ist sein erster Jugendroman. Heute lebt der Autor mit Familie in Pennsylvania.
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Ich hielt die Waffe weiter auf sie gerichtet, während ich sie entsicherte. Auf einmal hörte ich die Geräusche der Stadt. [...] Ich roch Kaffee und Zigaretten und Parfüm und nasse Bäume. Ich schmeckte all das in der Luft. Alles war unglaublich lebendig, wie mein Herz und meine Lunge, die wie verrückt pumpten, die meine Brust vibrieren und meinen Schädel pochen ließen. Unsere Blicke begegneten sich, und ich sah, dass Gobi ein wenig lächelte. Sie genoss die Sache. "Warte", sagte sie. --
INHALT: Perrys Austauschschülerin Gobi aus Litauen ist irgendwie seltsam. Er kommt einfach nicht an das Mädchen mit den fettigen Haaren und den sackartigen Klamotten heran, dabei lebt es schon neun Monate bei ihm. Und nun zwingen seine Eltern ihn auch noch dazu, mit ihr auf den Abschlussball zu gehen! Widerwillig nimmt er sie mit - und lässt sich damit auf eine rasante Hetzjagd durch halb New York ein, mit Schüssen, Schmerzen und Toten. Denn Gobi ist eigentlich jemand ganz anderes...
BUCHAUFMACHUNG: Das Cover ist ein echter Eyecatcher. Das Rot sticht sehr hervor, der Typ mit den zwei Waffen passt sehr zur Story. Die schwarzen Spitzen, die einen Kreis um ihn herum bilden, wirken gefährlich und bringen das Absurde und Heftige des Inhalts absolut zum Ausdruck. Alle Kapitel werden von Auszügen aus den Bewerbungsaufgaben verschiedener Universitäten geziert, die immer sehr gut zum jeweiligen Kapitel passen.
MEINE MEINUNG: Ich liebe solche Geschichten! Schon immer haben es mir Hetzjagden, Auftragskiller und wilde Schießereien angetan, und all das versprach das Buch. Der Klappentext klang famos - und genau das ist auch das Buch.
Alles fängt langsam an.... Perry erzählt von seinem Leben und seiner Austauschschülerin Gobi, die sehr zurückgezogen ist und kaum redet. Er findet sie okay, aber das war es auch schon. Groß ist daher sein Entsetzen, als er erfährt, dass er mit ihr zum Abschlussball soll, obwohl er einen Auftritt mit seiner Band hat. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als einen Plan zu entwickeln, nach dem er das Mädchen spätestens um halb 10 zuhause abgesetzt haben will. Dass das nicht klappt ist irgendwie klar...
Die ersten 50 Seiten plätschern ein wenig dahin, sind aber nicht unspannend. Perrys Leben ist sehr geprägt von den Vorschriften seines Vaters und dessen Traum, dass er Anwalt wird. So verläuft alles sehr geregelt und auch Gobi bringt nichts Neues in die Familie, so still und unnahbar wie sie ist. Insbesondere wenn man den wahren Klappentext kennt, freut man sich schon sehr darauf, was Perry darüber denkt, wer das Mädchen wirklich ist. Bis er das herausfindet dauert es auch nicht lange und ab da wird es richtig lustig.
Witz ist hier eindeutig vorhanden. Dieser ist zwar etwas makaber und besteht auch viel aus Situationskomik, aber ich zumindest musste sehr lachen. Und trotzdem wird von der Spannung nichts eingebüßt, denn es geht richtig zur Sache. Es wird brutal, blutig und rasant, ich konnte kaum noch Luft holen, so sehr jagte ein Ereignis das nächste. Hier gibt es keinen Höhepunkt, denn im Grunde ist das gesamte Buch einer und das hat mir wirklich sehr gefallen. Es fesselt und lässt nicht mehr los, man will nur wissen, was geschieht und wie es weitergeht.
Joe Schreibers Stil ist sicherlich keine Meisterleistung, passt aber perfekt. Wer denkt in solchen Momenten schon in akkuraten Sätzen? Trotzdem ist das Buch nicht zu umgangssprachlich geschrieben, worüber ich sehr froh bin. Ich hasse dieses bemüht jugendliche, das meist nicht richtig rüberkommt. Die Beschreibungen New Yorks wirken sehr authentisch und ich sah regelrecht vor mir, wie sie dort durch die besagten Gebiete rasen und dabei alles umfahren, was nicht niet- und nagelfest ist.
Perry ist trotz seines grauenhaften Namens ein sehr sympathischer Protagonist, der kein Blatt vor den Mund nimmt und sich auf jeden Fall nicht alles gefallen lässt. Zwar muss er auch viel einstecken, dennoch gibt er nicht auf und bleibt stark; er weiß, was er will und er weiß, was er nicht will. Auf jeden Fall weiß er letzteres am Ende des Abends. Er wirkt sehr glaubwürdig und nachvollziehbar, man kann mit ihm mitfiebern, mitzittern und ihn anfeuern, wenn er wieder einmal versucht, sein Leben zu retten.
Gobis Geschichte ist etwas konstruiert, meiner Meinung nach. Zwar ist alles schlüssig und gut zu verstehen, trotzdem hat man so etwas schon sehr oft gelesen, es war nicht mehr neu, sondern etwas einfallslos im Gegensatz zum Rest. Trotzdem ist dies kein allzu großer Mangel, denn ihre Coolness und ihr Auftreten haben das um Längen wieder wett gemacht. Man schließt sie einfach ins Herz, obwohl das komplett surreal ist, und man kann sie auch verstehen. Ihr Reiz ist hauptsächlich das Geheimnisvolle, das sie umgibt, ihre Sprüche, die sie immer wieder bringt und ihre nicht zu durchschauenden Gefühle Perry gegenüber. Ich musste einfach wissen, was es mit ihr auf sich hat und war letztendlich zwar nicht sonderlich überrascht, aber auch nicht enttäuscht.
Leider muss ich sagen, dass mich das Buch aber dennoch sehr an "Collateral" mit Tom Cruise erinnert hat - beziehungsweise, im Grunde war es komplett dasselbe und nur das Grundgerüst ist anders. Eine Idee von einem Film abzukupfern finde ich keine feine Masche, weshalb es auch einen halben Punkt Abzug gibt. Eigentlich hätte es mehr gegeben, aber da ich so gefesselt war, bringe ich es einfach nicht über das Herz.
FAZIT: Die drei Worte auf dem Klappentext des Buches beschreiben es wirklich ganz exzellent: "Rabenschwarz. Durchgeknallt. Rasiermesserscharf." Er ist witzig, rasant, abgedreht und unheimlich spannend. Im Grunde alles hat mich vollständig überzeugt und daher 4,5 Punkte.Lesen Sie weiter... ›
Ein kleiner Einblick: Perry kann es nicht fassen, dass er tatsächlich mit der litauischen Austauschschülerin Gobi auf den Schul-Abschlussball gehen soll. Doch seine Eltern bestehen darauf, da Gobi nach diesem Ball wieder in ihre Heimat reisen wird. Er fügt sich seinem Schicksal, nicht jedoch ohne einen Plan im Hinterkopf, diesen Abend schnell zu beenden, denn immerhin warten seine Kumpels auf ihn. Als er Gobi dann in ihrer litauischen , etwas sackähnlichen Tracht vor sich stehen sieht, möchte er am liebsten im Erdboden versinken. Doch der Abend entpuppt sich als alles andere als langweilig: Gobi zwingt Perri, sie mit nach New York City zu nehmen und er lernt sie plötzlich von einer ganz anderen Seite kennen. Einer sehr gefährlichen Seite, wie ihm schnell bewusst wird. Denn Gobi verwandelt sich in dieser Nacht zu einer Killerin, die vor nichts und niemandem zurückschreckt - und dabei plötzlich auch sehr sexy aussieht... Ehe sich Perry versieht, wird er zwangsläufig zu ihrem Komplizen und eine haarsträubende Jagd durch die Strassen von New York beginnt!
"Du hast auf mich geschossen." ich lag auf dem Bauch und glaubte, jeden Augenblick bewusstlos zu werden. Sie drückte die Lippen an mein Ohr. "Perry", sagte sie, "es war ein schöner Abend mit dir." (Aus dem Klappentext)
Meine Gedanken zu dem Buch: Schon 2011 erschien "Bye Bye Crazy Chick" im Aufbau Verlag sehr erfolgreich als Hardcover-Ausgabe und nun ist dieser rasante Actionthriller auch als Taschenbuchausgabe mit neuem Cover verfügbar. Das Cover passt hervorragend zur Geschichte, ohne zu viel zu verraten und lässt schon einiges an Spannung vermuten.... Diesbezüglich wurde ich auch in keiner Weise enttäuscht. Die Geschichte um die litauische Austauschschülerin Goby und dem nichtsahnenden Jungen Perry nimmt quasi von Beginn an Fahrt auf und wird von Kapitel zu Kapitel rasanter. So wurde das Buch für mich ganz automatisch zum absoluten Pageturner, denn ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Ich war regelrecht gefangen in der Story und merkte mehr als einmal, dass ich plötzlich den Atem anhielt. SO muss Action sein! Der leichte, sehr flüssig zu lesende Schreibstil tut da natürlich sein Übriges dazu. Ich flog nur so durch die Seiten. Erzählt wird diese "tödliche" Story aus Perrys Sicht in der ich-Perspektive, was ein wenig Einblick in den doch leicht ironisch-trockenen Charakter von Perry zulässt. Er wird quasi Hals über Kopf in diese ganze Sache hineingezogen und behält trotz allem einen einigermaßen kühlen Kopf. Wer hätte auch für Möglich gehalten, dass ein Abschlussball plötzlich mit einer rasanten Verfolgungsjagd, mit gleich mehreren Morden, sehr viel Blut und noch viel mehr neuen Erkenntnissen enden wird!? Goby ist ganz Herr der Lage und lässt sich durch nichts erschüttern. Sie ist eine Top ausgebildete Killerin und ihr Auftreten passt hervorragend dazu. Nichts kann sie umhauen, nichts kann sie erschüttern und sie scheint vor nichts und niemandem Angst zu haben. Eine Powerfrau schlechthin - die auch allen Grund dazu hat, wie man im Verlauf der Geschichte erfährt. Aber dazu möchte ich nichts weiter verraten, um nicht die Spannung am Geschehen zu nehmen. Besonders gut hat mir die Gestaltung der Kapitel gefallen. Perry bewirbt sich zu diesem Zeitpunkt gerade für die Universität und jedes Kapitel beginnt mit einer Frage aus einem Bewerbungsbogen. Die Antwort zur Frage ergibt sich dann immer im jeweiligen Kapitel. Auch das Ende dieses Actionthrillers ist sehr gut gelungen und ließ mich das Buch zufrieden zuschlagen.
Kurz & gut - mein persönliches Fazit Mich konnte "Bye Bye Crazy Chick" vollkommen überzeugen und die Action Story hat mir ein kurzweiliges, aber großes Lesevergnügen bereitet. Manchmal muss es eben einfach etwas durchgeknallt und schräg sein. Ein Buch, bei dem ich nicht viel nachdenken muss, sondern dass mich - ebenso wie ein guter Blockbuster - einfach mal vollkommen mitreißt und den Kopf abschalten lässt. Abgedreht und spannend und absolut temporeich! Dementsprechend schnell ist das Buch auch gelesen, aber ich hatte immer noch ein wenig Herzklopfen vor lauter mitfiebern, als ich es zuschlug. So muss es sein :-) Ich freue mich schon sehr auf die Forsetzung, die wohl im August diesen Jahres erscheinen wird.
Den Aufenthalt seiner Austauschschülerin Gobi hat Perry sich vollkommen anders vorgestellt. Erst ist sie keine heiße Braut, sondern ein schüchternes Mädchen mit Kartoffelsackkleidern, dicker Brille und fettigen Haaren, dann verlangt seine Mutter auch noch, dass er mit ihr zum Abschlussball fährt und zu als er denkt, es könnte nicht mehr schlimmer werden, enthüllt Gobija ihre wahre Identität: sie ist Auftragskillerin. Und Perry ist für diese Nacht ihr Taxifahrer, bis sie alle fünf umgebracht hat. Als wäre das alles nicht verrückt genug, werden die beiden auch noch verfolgt, von Männer eines Gangsters namnes Santamaria.
Was hat es mit Santamaria auf sich? Warum behauptet jeder, Gobija wäre tot? Dann finden sie heraus, dass die Firma seines Dads irgendwie darin verwickelt ist. Das passt zu ihm, denkt sich Perry, so tyrannisch und kaltblütig wie sein Vater ist. Und zu allem Überfluss merkt er, dass er und Gobi Gefühle für einander entwickeln. Wie kann das sein? Sie hat ihn entführt, ihre Familie bedroht, ihn zur Beihilfe mehrerer Morde gezwungen und auf ihn geschossen. Wie kann er da an Sex oder gar Liebe denken? Der wohl schrägste Abend in Perrys Leben.
Bye bye Crazy Chick ist ein ungewöhnlicher Krimi voller Sarkasmus, schwarzem Humor und Aktion. Gerade durch ihre Überdrehtheit ist die Story unterhaltsam und witzig und die Kapitelüberschriften, die aus Bewerbungsfragen von amerikanischen Colleges bestehen, sorgen für Ironie und so manches Schmunzeln. Denn die darauffolgenden Kapitel scheinen diese Fragen perfekt zu beantworten und haben auch einen Bezug, denn Perry bewirbt sich zur Zeit wirklich fürs College....
Die Figuren sind überspitzt und impulsiv und passen mit ihrer Art perfekt in diese schräge Geschichte. Bei der Todesfahrt durch New York musste ich an Colleteral denken, aber im Gegensatz zum Film sorgt dieses Buch für viel Spaß - und hat ein besseres Ende. Lasst euch überraschen, was Perry noch alles erlebt.Lesen Sie weiter... ›