'Bye bye beauté' ist das gespannt erwartete Zweitwerk von Coralie Clement, der jüngeren Schwester von Frankreichs Nouvelle-Chanson-Star Benjamin Biolay. Schon mit ihrem Bossanova-Pop-lastigen Debut 'Salle des pas perdus' hat die 26jährige Französin auch außerhalb ihres Heimatlandes für luftig-leichtes und beschwingtes Sommerfeeling gesorgt - nun ist mit 'Bye bye beauté' erneut ein unbedingt hörenswertes Album herausgekommen, das erstens deutlich abwechslungsreicher ist als das Debüt und zweitens eine völlig andere musikalische Richtung einschlägt.
Zwar dominiert auch hier wieder Coralies säuselnd-flüsternder Gesang - wer jedoch eine Neuauflage von 'Salle...' erwartet, wird verblüfft sein. Diesmal sind ihre hauchzart vorgetragenen Geschichten elegant eingebettet in melodische Rock- und Popsongs mit einer Prise Folk. Das Ganze wurde gekonnt garniert mit düsterem, melancholischem und teilweise auch morbidem Flair, wobei die sogenannte 'typisch französische Leichtigkeit' des Erstlingswerks kaum noch eine Rolle spielt. Auch wenn das gesangliche Potential von Coralie sicherlich begrenzt scheint, verstehen sie und Bruder Benjamin als Songwriter und Produzent doch, diese Fähigkeiten perfekt ein- und umzusetzen. Benjamin Biolay ist auch diesmal für einen Großteil der 12 Songs (Spielzeit übrigens gut 37 Minuten) verantwortlich, zusätzlich hat Nada Surf-Bassist und Coralie-Freund Daniel Lorca am Songwriting und auch als Musiker mitgewirkt ('Indécise', sowie 'Mais pourtant', ein wunderbares Duett mit Coralie). Insgesamt ein hochspannendes und faszinierendes Album, welches der jungen Französin noch viele weitere begeisterte Hörer bescheren dürfte. Anspieltipps: 'Gloria', 'Beau fixe', 'Kids', 'Ta révérence' sowie der hypnotisierende Titelsong 'Bye bye beauté'.