...mit auf eine einsame Insel mitnehmen dürfte, wäre "Butterbrot" sicherlich darunter.
Das Erstlingswerk von Barylli ist meiner Meinung nach auch mit Abstand das Beste dieses Autors. Alle anderen Bücher, die ich von ihm geleen habe mit Ausnahme vielleicht von "Folge dem gelben Steinweg" reichen nicht annähernd an dieses herzerfrischende Buch.
Egal, ob man frisch verliebt ist, Liebeskummer hat oder einfach mal Herz und Seele etwas Gutes tun will: dieses Buch is einfach schön.
Dabei ist die Rahmenhandlung eigentlich sehr unspektakulär: ein Mann sitzt mit seiner neuen Freundin, die er dabei ist, kennen zu lernen, in einem Café in Venedig und der Mann erzählt von sich und seinen beiden Freunden sowie ihren bezuiehungen. Dabei schreibt Barylli so, dass man sich in den gedanken des Mannes befindet. Diese sind oft ni ht geradlinig, man unternimmt eine Reise in die Gedankenwelt, und plötzlich wird ein einfaches butterbrot oder die perlende Limonade zum Gegensatand einacher-tiefründiger philosophischer Alltagsbetrachtunhgen, um dann durch ein Wort oder eine Berührung wieder ins Hier und Jetzt zurückzukehren.
Das alles ist in einer sehr zarten Sprache verfasst, auch wenn das Buch mit dem Satz "Frauen alles zu verzeihen, nur weil man mit ihnen ins Bett gehen möchte, ist Selbstmord" beginnt. Am Anfang denkt man, es sei ein frauenfeindliches Buch - dabei schildert die hauptperson auf den ersten 30 Seiten lediglich die Erlebnisse und Aussagen seines Freundes, der eine unglückliche Beziehung hinter sich hat, bevor er selbst zu Wort kommt und die eigentliche Geschichte beginnt.
Ich habe auf dieses Buch von meinen Bekannten nur zwei Reaktionen erlebt: entweder man liebt es oder man kann damit nix anfangen.