Pressestimmen
»Der auf Erschließung umfangreichen Quellenmaterials fußende und faktenpralle Band ist nicht nur grundlegend für eine ungeschönte Biografie Butenandts, sondern gewährt zugleich tiefe Einblicke in Interna des Wissenschaftsbetriebes und seine Verflechtungen mit Wirtschaft und Politik im Deutschland des 20. Jahrhunderts. Als Beitrag zur Zeitgeschichte ist er für Politik- und Wirtschaftshistoriker ebenso von Interesse wie für Biologie- und Chemiehistoriker und andere Wissenschatfsforscher.« (Rolf Löther, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 54. Jg. 2006)
»...ein sehr gelungenes Buch und ein wichtiger Baustein für eine zukünftige Biographie.« (Michael Grüttner, Vierteljahresschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, 92. Band, Heft 2 (2005)))
»These collections of essays (...) represent a profound and important contribution to our understanding of both the history of science during National Socialism and the role science plays in modern society in general.« (Mark Walker, Journal of Modern History, Vo. 79, 2, June 2007)
Kurzbeschreibung
Die Rolle des Nobelpreisträgers Adolf Butenandt in Wissenschaft und Wissenschaftspolitik vor und nach 1945. Der Nobelpreisträger, Präsident und Ehrenpräsident der Max-Planck-Gesellschaft Adolf Butenandt (1903-1995) gehörte zu den herausragenden Persönlichkeiten der deutschen Naturwissenschaft im 20. Jahrhundert. Neuerdings ist gegen ihn der Vorwurf erhoben worden, im Dritten Reich als Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Biochemie in Berlin an ethisch fragwürdigen Forschungen beteiligt gewesen zu sein. Ausgehend von dieser Kritik werden in diesem Band die wissenschaftlichen und wissenschaftspolitischen Aktivitäten Butenandts, seine Rolle in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft sowie sein Verhältnis zur Industrie und zur Politik in der Zeit des Nationalsozialismus untersucht. Erörtert werden auch sein wissenschaftlicher Neubeginn und seine wissenschaftspolitischen Aktivitäten nach 1945 im Übergang von der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Max-Planck-Gesellschaft. Die Autorinnen und Autoren kommen zu einem durchaus differenzierten Ergebnis: Butenandt stand nicht im Zentrum einer ideologisch entgrenzten Naturwissenschaft, er kann aber auch nicht als bloße Randfigur nationalsozialistischer Wissenschaftspolitik angesehen werden. Insofern war er typischer Repräsentant der Wissenschaft im »Dritten Reich«.