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Deutscher Titel: Zwei Banditen. Originaltitel: Butch Cassidy and the Sundance Kid. Produktionsland: USA. Premiere: 1969
Mit: Paul Newman, Robert Redford, Katharine Ross, Cloris Leachman, Strother Martin u. A. Regie: George Roy Hill. Drehbuch: William Goldman (Oscar). Musik: Burt Bacharach (Zwei Oscars für Musik und Titelsong "Raindrops Keep Fallin' On My Head"). Kamera: Conrad L. Hall (Oscar)
Bild: gut / Farbe / Breitbildformat. Sprache: englisch, spanisch. Synchronisation: nur deutsch. Untertitel: deutsch und englisch. Filmlänge: 106 Minuten (Originallänge)
Genre: Western > Biographie > Westernkomödie > Westernballade
Auszeichnungen: Vier Oscars für Kamera, Drehbuch, Musik und Song und andere internationale Preise
Nominierungen: für Regie, besten Film und Ton u. a.
Specials: unbedeutend
George Roy Hill hat diesen Film souverän gemacht, wie Der Clou. Es ist ganz große, solide und meisterliche Filmkunst, die ganz starken Filmemachern zu eigen ist. Paul Newman und Robert Redford in herausragenden Rollen, die ihnen wie maßgeschneidert sind. Sie haben ihre beeindruckenden Leistungen im Film Der Clou nochmals gemeinsam bestätigt. Es ist ein Film, der nicht nur allein die Zeit der beiden historischen Banditen einfängt, sondern genauso die Zeit, in der er gemacht wurde. Es ist dem Werk eine Leichtigkeit zu eigen, die weder in früheren noch späteren Jahren in dieser Art und Weise jemals möglich war oder wird. Warum das so ist, wird kaum jemand sagen können - nur das Eine: es war noch eine Zeit, als man zumindest träumen durfte von einer besseren Welt. An der K(l)ippe zum ultimativen Sprung in den Abgrund der (post)modernen Umweltzerstörungen unserer Jahre stand dieser Film einmal noch aufrecht als eine der letzten Visionen von einer Freude an das Leben. Redford und Newman wagten den Sprung vom hohen Felsen in den Abgrund der Erlösung, auch wenn Sundance nicht schwimmen konnte - und das ist radikale Selbstlosigkeit, die in Freiheit und Erlösung mündet. Aber aus dieser Befreiung vor ihren Verfolgern haben die Beiden nichts gelernt, weil sie den Pfad des Unrechts nicht konsequent verließen. Welcher Teufel hat sie nur geritten, dass sie nach Bolivien abstiegen, um dort Banken auszurauben? Und was trieb sie, schließlich aus der sinnlosen Deckung rauszuspringen und sich von Soldaten noch sinnloser abknallen zu lassen? Nein, diese Beiden können gewiß nicht die Worte Jesu wiederholen: es ist vollbracht. Wenn aber etwas nicht vollbracht ist, dann muß es vollbracht werden. Der Film ist von daher eine Metapher für die Hoffnung der Menschheit, dass der irrende Mensch eine Chance hat, umzukehren und zu seinem Vater zu gehen. Und das alles hat George Roy Hill in dem Film auch mithilfe seiner genialen Assistenten sehr fein herauskristallisiert. Es ist dem Film nicht nur seine Lebenslust und Streckung nach der verbotenen, süßen Frucht imprägniert, sondern genauso sein leichtfüßiges Schweben über den Dingen (vor dem unmittelbaren Untergang). Butch und Sundance sind ein Synonym für die Unmöglichkeit der Transponierung des Schlechten in das Gute. Sie sind vom Herzen her keine schlechten Menschen, aber von den Taten her wohl. Sie wollen ja nur ihren unschuldigen Spaß haben und realisieren ihn mittels der Schuld. Das kann nicht gut gehen. Es ist dem Zuschauer etwas Wehmütiges zumutbar, wenn ihm die Geschichte im Film den tragischen Ausgang schenkt - denn diese beiden herzigen Halunken, die im Grunde gar nichts Böses im Sinn haben, scheitern dennoch auf dem Pfad der Sünde. Es ist der Moment vor der Entscheidung. Entweder man geht ein in das gelobte Land als ein Geläuterter aus Schmerzen, oder man geht ein. Da wo Butch und Sundance es nicht schafften aus sich selbst bessere Menschen zu machen, da stehen wir heute, die Welt der postmodernen, letzten Zeit. Das alles können wir aus diesem wunderbaren Werk herauslesen und heraussichten.
Ein weises Meisterwerk.