...sollte dieses Meisterwerk des Fünfers aus Sacramento werden. Die Hardrock-Formation benannte sich einst nach dem Erfinder Nikola Tesla und begeisterten bereits mit dem Debüt "Mechanical Resonance" Hardrockfans der 80er Jahre. Sänger Jeff Keith ist mehr als ein klassischer Rock-Shouter, weil es ihm auch gelingt, ruhigere Songs intensiv und spannend zu vermitteln. Zweites Markenzeichen der Band waren schon immer die doppelte Leadgitarrenspiel von Tommy Skeoch und Frank Hannon. Da wird sich anders als bei anderen genretypischen Bands der damaligen Zeit auch zu Anfang, am Ende oder gar in der Mitte eines Songs richtig Zeit genommen, die sechs Saiten zu kreuzen. Tesla sind deswegen beleibe keine Progressive Rock Band gewesen, aber anders als angesagte Combos wie Bon Jovi oder ihre guten Freunde von Def Leppard, mit denen sie 2005 wieder in den USA tourten und deren verstorbenem Gitarristen Steve Clark sie einst den Song `"Song an Emotion" widmeten, haben sie immer schon in etwas härteren und auch komplexeren Gefilden gewildert. Man muß meines Erachtens auch Tesla für den Unplugged-Hype vernatwortlich machen, der Dank MTV später viele andere Stars reicht geamcht hat. Die Scheibe "Five Man Acoustical Jam" ist einfach ein Pflichtkauf. Nach den kommerziell erfolgreichen Alben "The Great Radio Controversy" (mit der Megaballade "Love Song") und dem Nachfolger "Psychotic Supper" waren Tesla auf dem Karrierehöhepunkt, als sie die Grungewelle erwischte.
Just zu diesem Zeitpunkt bzw. etwas später, 1994, hatten sie dieses ambitionierte Werk am Start, mit welchem sie dem Erfindergeist ihres Namensgebers alle Ehre erwiesen, weil hier komplexe, stilistisch sehr abwechslungsreiche Rockkost der Güteklasse 1A geboten wird. Dieses Album war ein ähnliches Schicksal beschieden wie den in etwa zeitgleich erschienenem Meistwerken "Mane Attraction" von White Lion oder "Pull" von Winger - es wurde schlicht nicht mehr gut verkauft.
Der Opener "The Gate/Invited" beginnt mystisch-langsam und entwickelt sich dann zu einer wahren Granate. Gleiches gilt für den auch heute noch im Live-Repertoire enthaltenen Song "Shine Away". Das man aber auch leiser und beschaulicher kann wird dann bei Nummern wie "Try So Hard", "Need Your Lovin", "Alot To Lose" und "Wonderful World" bewiesen. Härtester Song dürfte das eindrucksvolle "Solution" sein. Abgerundet wird das ganze Paket mit dem gelungenen, weil eigenständigen Cover "Games People Play".
Tesla haben es danach erst einmal wieder dran gegeben, haben aber seit zwei Jahren mit "Into The Now" wieder nach langer Pause ein Album am Start und touren in den USA.
Wer Bands wie Def Leppard, Y&T etc. mag sollte zugreifen.