Offen gestanden habe ich das Buch nur gelesen, weil ich ein langjähriger Fan des Autorenteams Weick/Schur bin. Nachdem ich von den beiden schon "Wenn E-Mails nerven" kenne, hatte ich erwartet, dass sich in dem neuen Buch von Weick (mit neuer Koautorin) vieles daraus wiederholt. Um so überraschter war ich, dass dies nicht der Fall ist. "Management by E-Mail" unterscheidet sich deutlich von "Wenn E-Mails nerven" (und den anderen zahlreichen Ratgebern, die es zu dem Thema inzwischen gibt).
Das mag damit zusammenhängen, dass sich das Buch hauptsächlich an Führungskräfte richtet. Diesen wird zunächst einmal ein recht schlechter Umgang mit E-Mail attestiert - was dazu geführt hat, dass E-Mail für viele Unternehmen inzwischen mehr Fluch als Segen ist. Dann wird im Buch aufgezeigt, was Führungskräfte tun können um E-Mail für sich und ihre Untergebenen wieder zu einem Produktivitätsbooster zu machen.
Das Buch verweist auf "MbE"-Manager als Vorbilder. Diese "Management-by-E-Mail"-Manager sind Personen, die die beiden Autoren in ihrer jahrelangen Beratung im Bereich E-Mail-Kultur als Muster effizienten Umgangs mit E-Mail zur Führung identifiziert haben.
Das Buch ist in die beiden Hauptteile "Selbstmanagement" und "Mitarbeiterführung" aufgeteilt und liest sich sehr flüssig. Ich habe es während einer Bahnfahrt durchgelesen.
Quintessenz: Wer als Führungskraft das Thema E-Mail angehen will, ist bei "Management by E-Mail" am Besten aufgehoben. Wer (anschließend) in die Niederungen einzelner Tipps zum Umgang mit E-Mail hinuntersteigen möchte, ist mit "Wenn E-Mails nerven" und den anderen in diesem Bereich vorhandenen Bücher besser beraten.