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Bushido - Der Weg des Kriegers
 
 
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Bushido - Der Weg des Kriegers [Ungekürzte Ausgabe] [Broschiert]

Inazo Nitobe , Anna Henke , Antje Tussinger
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Inaz? Nitobe
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Nichts aus dem Erbe des japanischen Volkes bestimmt sein Leben und Denken so tiefgreifend wie das Bushido, der über Jahrhunderte entwickelte Verhaltens- und Ehrenkodex des Samurai-Kriegers. Sein legendärer Mut und sein Pflichtbewusstsein bis hin zur Bereitschaft durch die eigene Hand zu sterben sind nur Beispiele für eine Reihe von Gesetzen, die ihm eigen und vertraut waren und die auch heute noch in Politik, Wirtschaft und alltäglichem Leben wirken. Ihre Grundzüge und Auswirkungen werden in diesem Band ausführlich dargestellt und an vielen Beispielen erläutert

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

... BUSHIDO erwartet nicht von uns, dass wir unser Gewissen zum Sklaven irgendeines Herrn oder Königs machen. Thomas Mowbray war ein glaubwürdiger Sprecher für uns, als er sagte: „Mich selber werfe ich jedem gefürchteten Herrscher zu Füßen. Meinem Leben sollst Du befehlen, aber nicht meiner Scham. Ich schulde meine Pflicht; aber mein reiner Name, der auch nach dem Tod weiterlebt auf dem Grabe, zur dunklen Unehre genutzt, sollt Ihr ihn nicht haben.“ Nach den Grundsätzen des BUSHIDOs widerfuhr einem Mann, der sein eigenes Gewissen dem launischen Willen, einem Fanatiker oder den Vorlieben eines Herrschers opferte, Geringschätzung. Solch einer wurde als ein nei-shin (ein Kriecher) verachtet, der liebedienernd um Anerkennung buhlt oder als cho-shin (ein Günstling) der sich die Zuneigung seines Herrn durch unterwürfige Fügsamkeit erschleicht. Beide dieser Gattungen passen exakt zu denen, die Iago beschreibt: der Eine als kniekriechender Schurke - seine unterwürfigen Fesseln abgöttisch liebend, ausharrend wie der Esel seines Herrn - der Andere getrimmt in Form und Antlitz für die Pflicht, aber sein Herz zurückhaltend, das nur ihm selbst gehört. War ein Diener anderer Ansicht als sein Herr, so war der loyale Weg zu befolgen, der bedeutete, alle ihm erdenklichen, zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen, um diesen von seinem Fehler zu überzeugen - wie es Kent bei König Lear getan hatte. Gelang es ihm nicht, konnte der Herrscher mit ihm tun, was er wollte. In Fällen dieser Art war es für den Samurai durchaus gebräuchlich, seinen letzten Aufruf an die Intelligenz und das Gewissen seines Herrn zu richten und die Aufrichtigkeit seiner Worte mit dem Vergießen des eigenen Blutes zu unterstreichen. Das Leben wurde als Medium betrachtet, um seinem Herrn zu dienen, und da Ehre als das anzustrebende Ideal galt, wurde die ganze ... Um bei Selbsttötung zu beginnen, möchte ich erklären, dass ich meine Betrachtungen auf seppuku (oder kappuku) begrenzen möchte, auch bekannt als hara-kiri, was Selbstopferung durch Bauchaufschlitzen bedeutet. „Den Bauch aufschlitzen? Wie absurd!“, rufen diejenigen, für die der Begriff neu ist. So absurd und seltsam, wie es wohl zuerst für fremde Ohren klingen mag, kann es den Studenten von Shakespeare nicht so fremd erscheinen, der diese Worte in Brutus Mund legte: „Euer Geist (Caesars) geht hinweg und stößt uns damit unsere Schwerter in die eigenen Eingeweide“, oder man höre einem modernen Poeten zu, der in seinem „Licht Asiens“ vom Durchbohren der Eingeweide einer Königin erzählt. Niemand verurteilt ihn für sein schlechtes Englisch oder den Verstoß gegen die Sittsamkeit - oder, um ein anderes Beispiel zu nennen - schaue man auf Guercinos Gemälde von Catos Tod im Palazzo Rossa in Genua. Wer auch immer den Schwanengesang las, den Addison Cato singen ließ, wird nicht über das halb in den Bauch gebohrte Schwert spotten. In unserem Geist ist diese Form des Todes mit Beispielen ehrenhaftester Taten und berührender Feierlichkeit verbunden, so dass es nichts Abstoßendes und noch weniger etwas Irrsinniges hat, was unsere Ansicht darüber schädigen könnte. Diese umgewandelte Kraft einer Tugend ist so wundervoll, so voll von Großartigkeit und Sanftheit, dass die abscheulichste Art des Todes eine Erhabenheit mit sich bringt und zum Symbol neuen Lebens wird. Wie anders hätte sonst das Zeichen, das Konstantin erblickte, jemals die Welt erobern können! In unserer Vorstellung verliert seppuku nicht nur durch den gleichmütigen Umgang damit jeglichen Makel an Absurdität: Die Wahl dieses besonderen Teils des Körpers basierte auf dem anatomischen Glauben, dass dort der Sitz der Seele und der Gefühle lag. Als Moses über Josephs „Sehnsucht nach den Eingeweiden seines Bruders“ schrieb, oder als David den Herrn anflehte seine Eingeweide nicht zu vergessen, oder wenn Jesaja, Jeremiah und andere inspirierte Männer des Altertums vom „Klang“ oder der „Trübung“ der Eingeweide sprachen, schloss es immer jenen Glauben mit ein, der bei den Japanern vorherrschte - nämlich dass der Unterleib der Sitz der Seele war. Die Semiten sprachen gewöhnlich von der Leber, den Nieren und dem umgebenden Fettgewebe als dem Sitz der Emotionen und des Lebens. Der Begriff hara war verständlicher als der griechische phren oder thumos, und die Japaner - wie auch die Hellenen - glaubten an den Geist des Menschen, der irgendwo in dieser Region verweilte. ...

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der Kodex der Samurai 26. November 2009
Von Timotheus
Format:Broschiert
Da ich mich sehr für gute Bücher über die asiatischen Kampfkünste sowie die diesen zugrundeliegende Philosophie interessiere, habe ich mich jetzt mal an die sehr schön aufgemachte Taschenbuch-Ausgabe von "Bushido" von Inazo Nitobe vom RaBaKa Verlag gemacht.

Nachdem ich anfangs doch noch etwas in Sorge war angesichts der kritischen Äußerungen mancher Rezendenten hinsichtlich der doch etwas umständlichen bzw. leicht poetisch-ausschweifenden Sprache Nitobe's, kann ich mittlerweile sagen, dass ich doch sehr gut in seine Schreib- und Denkweise reingekommen bin und seinen Ausführungen gut folgen konnte, was wohl auch mit für die Übersetzung des Textes spricht.

Nitobe reißt sich rhetorisch und intellektuell zum Teil wirklich ein Bein aus, um uns Europäern die alte japanische Denkweise sowie den "Weg des Kriegers" (inklusive dessen einzelner Bestandteile Rechtschaffenheit, Tapferkeit, Güte, Wahrhaftigkeit, Ehre und Loyalität) näher zu bringen und erschlägt einen zum Teil förmlich mit Verweisen auf die Aussprüche europäischer Gelehrter, wo sich die Sichtweise der Bushi (Mitglieder der japanischen Kriegerkaste) und die europäischer Intellektueller stark ähneln oder gleichen.

Ich fand es schon beeindruckend, wie belesen dieser Mann doch war und wie aufrichtig er sich in der Hinsicht um Völkerverständigung bemüht hat. Hier macht sich auch Nitobe's philosophischer Background stark bemerkbar, da der größte Teil seiner Verweise aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich stammen, was angesichts seiner vorwiegend gesellschaftsanalytischen Betrachtungsweise auch nicht weiter verwunderlich ist.

Ich fand auch viele Einzelheiten des Textes recht interessant, wie etwa die Sichtweise des Bushido auf die Rolle der Frau in Japan, den tieferen Sinn der berühmt-berüchtigten asiatischen Höflichkeit und die allgemeine gesellschaftliche Ächtung der Händler damals sowie die diesbezüglichen Parallelen zum Judentum.

Es war auch interessant, wie sehr sich die Entwicklung und auch die zunehmende Kultivierung der Samurai und der europäischen Ritter, welche nach dem Ende jener langwierigen, stark von Kriegen und Machtkämpfen geprägten Epoche, die den Aufstieg der japanischen Kriegerkaste zur wichtigsten tonangebenden Gruppierungen neben dem japanischen Kaiser zur Folge hatte, zunehmend notwendiger wurde, geähnelt haben (Elias' "Prozess der Zivilisation" lässt grüßen).

Am Ende des Buches versucht Nitobe noch, mittels eines rhetorischen Brückenschlages aufzuzeigen, wie tiefgreifend die Samurai und der von ihnen vorgelebte Kodex des Bushido trotz ihres unwiderruflichen Untergangs die japanische Gesellschaft bis heute geprägt haben.

Alles in allem fand ich "Bushido" doch ein sehr empfehlenswertes Buch, welches einem unter Umständen dabei helfen kann, viele der doch recht fremden Bräuche und Ansichten jener leider mittlerweile vergangenen Samuraikaste besser nachvollziehen zu können.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Wie eingangs zu Recht angesprochen wird, ist dies kleine Buch aufgrund seiner Tiefe weniger Unterhaltungsliteratur als vielmehr eine konzentrierte, gewissenhafte (und ihren Leser fordernde) Abbildung der Tugenden und vor allem der Werte einer großen und komplexen Kultur. Der Verfasser versäumt nicht, in seinen akribischen Schilderungen nach links und rechts zu schauen und "Bushido" aus einer historischen und geographischen Isolation heraus in einen Kontext beständiger Maxime zu setzen. Wo die Geschichte der Samurai heutzutage wohl gemeinhin eine Nische für Interessierte darstellt (und ihre Philosophie und ihre Mentalität nachgeordnet folgen, je nach Gusto des Konsumenten), kommt der Leser in diesem Buch nicht umhin, die offenkundig transportierten Werte zu fokussieren und letztlich für sich selbst zu reflektieren. Sehr lesenswert.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Seele Japans 23. Mai 2009
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
Der ursprüngliche Titel des amerikanischen Originals von Inazô Nitobe lautete "The Soul of Japan". Der 1862 geborene Autor studierte u.a. in Amerika und Deutschland Philosophie. Mit 37 Jahren wurde er sehr krank und schrieb auf Anraten und aufgrund vieler Fragen seiner amerikanischen Frau, die Quäkerin war, das Buch Bushido, das hier in einer recht gelungenen Übersetzung vorliegt. 'Bushido' wird tatsächlich wörtlich mit "der Weg des Kriegers" übersetzt, aber es bedeutet vielmehr. Der oder das 'Bushido' ist der gesammelte Ehrenkodex der männlichen und weiblichen Samurai und verkörpert somit gleichermaßen die tiefgründige Kultur Japans wie auch die Werte jedes einzelnen Individuums. Der manchmal recht gespreizte Stil des Autors wird wohl seine Ursache darin haben, dass er auf Englisch schrieb und Gerüchten zufolge den Sprachstil der Quäker übernommen haben soll. Wie auch immer, das Buch ist ein Schatz in jedem Bücherschrank, wenn man sich für Samurai interessiert oder wissen möchte, was Bushido wirklich war. Der Haupttenor des Buches ist 'Bushido', doch auch hier zeigt sich der Geist des Samurai. Denn unter der Oberfläche dieses Tenors streitet Nitobe für die Sache des 'Bushido' gegen die Arroganz, Oberflächlichkeit und Ignoranz des Westens, die in Japan nur Brutalität und Martialität sehen will. Europäische und chinesische Philosophen werden zur Sache gebeten und verteidigen die Ideologien Japans mit Bravour.
Lesenswert und bereichernd!
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