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Bushidô: Die sieben Tugenden des Samurai
 
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Bushidô: Die sieben Tugenden des Samurai [Gebundene Ausgabe]

Inazô Nitobe , Guido Keller
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

»Das Bushidô enthält Dinge, an die ich glaube: Ehre, Mut, Mitgefühl. Ich war sofort fasziniert davon!« Tom Cruise lebt in »The Last Samurai« nach den Regeln dieses japanischen Ehrenkodex, der auch durch Erfolge wie »Kill Bill« und »Tiger & Dragon« eine immer größere Bedeutung in der westlichen Welt findet. Bushidô, »Der Weg des Kriegers«, ist der älteste und ursprünglichste Leitfaden der Samurai: Seit dem zwölften Jahrhundert gelten für jeden Samurai die sieben Tugenden des Bushidô, ähnlich dem »Hagakure« oder »Buch der fünf Ringe«. Inazô Nitobe (1862–1933), vielgereister Gelehrter und Diplomat, legte 1899 das Bushidô erstmals für die westliche Welt schriftlich nieder. Es avancierte zum Standardwerk, und seine Regeln sind auch heute noch gültig für Erfolg in Politik, Wirtschaft und alltäglichem Leben: Ehre, Mut, Aufrichtigkeit, Loyalität, Gerechtigkeit, Höflichkeit und Menschlichkeit.

Klappentext

TOC: Einleitung des Verlegers 4

Vorwort 6

Bushidô als ethisches System 9

Quellen des Bushidô 14

Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit 20

Mut, der Geist des Wagens und Ertragens 23

Güte, das Mitempfinden des Elends 26

Höflichkeit 32

Wahrheit und Wahrhaftigkeit 39

Ehre 45

Die Pflicht zur Treue 50

Erziehung eines Samurai 57

Selbstbeherrschung 62

Selbsttötung und Wiedergutmachung 66

Das Schwert, die Seele des Samurai 78

Erziehung und Stellung der Frau 82

Der Einfluss des Bushidô 92

Ist Bushidô noch wirksam? 98

Die Zukunft des Bushidô 105 -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Über den Autor

Inazô Nitobe wurde 1862 in Morioka in einen Samurai-Clan hineingeboren. Der japanische Diplomat, verheiratet mit einer amerikanischen Quäkerin, war Professor in Sapporo und den USA. Zeitlebens bemühte er sich um eine Verständigung zwischen Japan und der westlichen Welt, zuletzt als Generalvizesekretär des Völkerbundes. Der Denker und Pädagoge starb 1933 in Victoria/Kanada.

Auszug aus Bushido von Inazo Nitobe. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Inazo Nitobe
Bushido
Die sieben Tugenden des Samurai

Vorwort

Im Jahre 1889 brachte der gebildete belgische Jurist M. de Laveleye das Gespräch auf die Religion. »Wollen Sie damit sagen, dass Sie keinen religiösen Unterricht in Ihren Schulen haben?«, fragte mich der Professor. Als ich das bestätigte, war er verblüfft. »Keine Religion! Wie vermitteln Sie denn dann die Erziehung zur Moral?« Damals wusste ich keine Antwort. Die Verwicklungen, die diese Frage aufwarfen, lähmten mich. Ich fand keine Antwort, weil die moralischen Gebote, die ich in meiner Kindheit gelernt hatte, nicht in der Schule unterrichtet worden waren; sie waren Teil der feudalen Tradition, die in meiner Jugend noch einen großen Teil Japans bestimmte. Ich begann zu analysieren, woher meine Moralvorstellungen stammten, und stellte fest, dass es Bushidô war, was ich aufgesogen hatte.
Am Anfang dieses kleinen Büchleins standen die vielen Fragen, die mir meine Frau darüber stellte, warum denn solche Ideen und Bräuche in Japan fortdauerten. Bushidô und das feudale System zu verstehen ist der entscheidende Schritt, um die Seele Japans zu begreifen. Ohne ein gesundes Wissen davon bleiben die moralischen Ideen des gegenwärtigen Japan ein Buch mit sieben Siegeln.
Ich nutze meinen erzwungenen Müßiggang infolge einer langen Erkrankung und lege nun den Lesern einige der Antworten dar, die wir in unseren häuslichen Gesprächen fanden.
Zwischen Lafcadio Hearn und Mrs.Hugh Fraser auf der einen und Sir Ernest Satow und Professor Chamberlain auf der anderen Seite ist es wirklich entmutigend, irgendetwas Japanisches in Englisch aufzuschreiben. Der einzige Vorteil, den ich habe, ist der, dass ich die Haltung eines persönlich Angeklagten einnehmen kann, während diese gebildeten Autoren am ehesten Verteidiger oder Staatsanwälte sind. Ich dachte oft: »Hätte ich doch ihr Sprachtalent, ich würde die Wurzeln Japans auf eloquentere Weise schildern!« Doch wer in einer geliehenen Sprache schreibt, sollte dankbar sein, wenn er sich überhaupt verständlich machen kann.
Ich habe hier versucht, meine Argumente durch ähnliche Beispiele aus der europäischen Geschichte und Literatur zu verdeutlichen. Ich hoffe, dass dadurch die Themen für den westlichen Leser relevanter werden.
Sollten meine Anspielungen auf religiöse Angelegenheiten und religiös Tätige für kränkend gehalten werden, vertraue ich doch darauf, dass meine wohlmeinende Einstellung gegenüber dem Christentum nicht in Frage gestellt wird. Es sind jene eklektizistischen Methoden und Formen, welche die Lehren Christi verdunkeln – und nicht dessen Lehren selbst –, für die ich keine Sympathie hege. Ich glaube an die Religion, die von Ihm gelehrt und uns im Neuen Testament vermittelt wurde, und ebenso an das Gesetz, das ins Herz geschrieben ist. Außerdem glaube ich, dass Gott ein Testament schuf, das von allen Menschen und Nationen »alt« genannt werden könnte – von Heiden und Juden, Christen und Ungläubigen. Mit dem Rest meiner Theologie will ich die Geduld der Leser jedoch nicht strapazieren.
Ich möchte zum Schluss dieses Vorwortes meiner Freundin Anna C.Hartsthorne meinen Dank aussprechen für ihre unschätzbaren Vorschläge und das charakteristische japanische Design, das sie für das ursprüngliche Cover dieses Buches anfertigte.

Inazô Nitobe
Malvern, Pennsylvania, Dezember 1899

Bushidô als ethisches System

Die Ritterlichkeit ist eine Blume, die auf dem Boden Japans so heimisch ist wie ihr Symbol, die Kirschblüte. Sie ist keine vertrocknete alte Tugendpflanze, die in ein historisches Herbarium gehört. Vielmehr lebt sie unter uns in Kraft und in Schönheit und durchdringt unsere Moral, auch wenn sie keine greifbare Form und Gestalt annimmt. Zwar sind die gesellschaftlichen Bedingungen, die sie hervorbrachten und wachsen ließen, verschwunden; doch wie jene weit entfernten Sterne, die einst waren und nun nicht mehr sind, noch immer ihre Strahlen zu uns senden, so erleuchtet das Licht der Ritterlichkeit, dieses Kind des Feudalismus, noch immer unseren Weg der Tugend und überlebt die Umstände, die es einst erzeugten.
Von mangelnder Kenntnis des fernen Ostens zeugt der Ausspruch eines gelehrten Mannes wie Dr. George Miller, dass es weder Ritterlichkeit noch irgendeine ähnliche Tugend unter den Nationen des Altertums und denen des modernen Orients gegeben habe.
So viel Ignoranz ist unentschuldbar, wo doch im gleichen Jahr, in dem die dritte Auflage von Millers Werk erschien, Kommodore Perry an die Tore unserer Isolation klopfte. Einige Jahre später, als unser Feudalismus sich dem Ende näherte, wies Karl Marx in seinem Kapital auf den Vorteil hin, den das Studium jener sozialen und politischen Einrichtungen des Feudalismus bot, die damals nur noch in Japan anzutreffen waren. Außerdem möchte ich den westlichen Studenten der Geschichte und Ethik für das Studium der Ritterlichkeit im heutigen Japan interessieren.
Ein historischer Vergleich zwischen europäischem und japanischem Feudalismus oder europäischer und japanischer Ritterlichkeit mag verführerisch erscheinen; er ist freilich nicht Zweck dieses Buches. Ich will vielmehr versuchen, zu schreiben über: 1) den Ursprung und die Quellen unserer Ritterlichkeit; 2) ihren Charakter und ihre Lehre; 3) ihren Einfluss auf die Masse; 4) die Beständigkeit und Dauer ihres Einflusses. Der erste Punkt wird kurz und knapp abgehandelt, sonst müsste ich zuerst in die verschiedenen Aspekte unserer Geschichte einführen. Der zweite Punkt wird ausführlicher besprochen, weil er wohl diejenigen interessiert, die sich mit dem Studium internationaler Ethik und vergleichender Sittenlehre beschäftigen. Die übrigen Punkte werden wieder nur zusammenfassend und kurz erläutert.
Das japanische Wort, das ich mit »Ritterlichkeit« übersetzt habe, bedeutet eigentlich mehr als diese. Bu-shi-dô heißt wörtlich: die Wege ritterlicher Soldaten; die Wege, die kämpfende Edelmänner im täglichen Leben und in ihrem Beruf beachten sollten; Vorschriften für Ritter; das noblesse oblige der Kriegerklasse.
Ich werde das Wort Bushidô im Folgenden häufig im Original verwenden, damit diese einzigartige Lehre mit ihren speziellen lokalen Zügen das Siegel ihrer Eigentümlichkeit behält. Außerdem haben einige Worte ein nationales Timbre, dass die besten Übersetzungen ihm nicht gerecht werden dürften. Wer könnte beispielsweise durch Übersetzung wiedergeben, was das deutsche Wort »Gemüt« bedeutet? Wer empfindet den Unterschied zwischen jenen beiden Worten, die dem Klang und der Etymologie nach so ähnlich sind – dem englischen »gentleman« und dem französischen »gentilhomme«?
Bushidô ist also der Kodex jener moralischen Grundsätze, welche die Ritter beachten sollten. Es ist kein in erster Linie schriftlich fixierter Kodex; er besteht aus Grundsätzen, die mündlich überliefert wurden und nur zuweilen aus der Feder wohlbekannter Ritter oder Gelehrter flossen.

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