Eine Warnung vorab - sollte irgendjemand von dieser Platte eine Kreuzung von Australiens Ur-Musik mit westlichen Einflüssen erwarten: Der wird eine ganz böse Überraschung erleben. Es handelt sich hier um Aufnahmen, die "draußen" im australischen Busch gemacht wurden. Für unsere westlichen Ohren völlig fremd, werden hier Stücke zweier traditioneller Stilrichtungen vorgestellt: Wongga und Djunba. Wongga ist "Tanzmusik", die von den Männern des Stammes vorgetragen wird, im Djunba-Stil singen auch die Frauen, dafür gibt es kein Didgeridoo. Wer sich ein offenes Ohr und Interesse für andere Kulturen bewahrt hat, sollte unbedingt mal "ein Ohr riskieren" und diese Musik mit vieltausendjähriger Geschichte hören. Zunächst schwer zu konsumieren, aber wenn man sich wirklich darauf einläßt, hört man die unendlich feinen Rhythmus-Verschiebungen und Variationen heraus. Für Interessierte: Westliche Musik basiert vorwiegend auf verschiedenen Vierteltakten, so daß sich z. B. beim Viervierteltakt nach dem vierten Schlag wieder das gleiche Rhythmusthema ergibt. Aborigines kennen in ihrer Musik Patterns mit mehreren hundert Schritten!!