"Bush at War" ist fesselnd geschrieben, und jeder Leser, der am Entstehen und Umsetzen von politischen Denkprozessen interessiert ist (oder am Umgang mit der Macht) wird dieses Buch in einem Rutsch durchlesen. Woodward standen die Archive des Nationalen Sicherungsrates offen sowie die Erinnerungen der Beteiligten (Rice, Tenet, Cheney, Powell, Rumsfeld, Bush) ueber viele Stunden Interviewarbeit zur Verfügung. Und hierin liegt auch die einzige Kehrseite des Buches: wer über derartige Quellen und derartig willig kooperierende Politiker verfügt, will es sich nicht verderben - oft bleibt das Buch ohne ausreichende Distanz, es fehlt die analytische Begleitung des Autors (der es ja könnte!!), oder auch nur einmal ein erklärender Kommentar. Sämtliche Schlüsse muß der Leser selbst ziehen, darunter auch den, wie banal bisweilen manchmal Entscheidungen von grosser Tragweite entstehen. Trotzdem: ein gutes Buch, ein spannendes Buch, und absolut lesenswert.