Ich nutzte bereits das Vorgängermodell ohne Tagfahrlicht.
Das neue Modell nun bietet die gleiche Leuchtleistung des Hauptscheinwerfers bei Nachtfahrten, der Leuchtkegel erscheint mir in Lichtfarbe und Lichtstruktur identisch.
Die nachts leuchtenden zwei äußeren der insgesamt vier Zusatz-LEDs, bewirken eine milde Anhebung des Leuchtpegels zur Seite. Auf Höhe des Vorderrades ist eine etwas ausgeprägtere "Lichtwolke" oder besser: "Glanzwolke" zu bemerken. In diesem Modus erscheint der Scheinwerfer aus der Distanz von vorne betrachtet als heller/größer, kurzum, er zieht mehr Aufmerksamkeit auf sich. Der Unterschied ist nicht dramatisch, aber sichtbar.
Die vier LEDs sind in der Lichtfarbe deutlich bläulicher, als die sehr viel klarweißere Haupt-LED.
Das Standlicht besteht aus dem Leuchten lediglich der zwei äußeren Zusatz-LEDs, tags wie nachts. Tagsüber ist das vernachlässigbar, sieht beinahe schon fitzelig aus. Nachts jedoch gleißt dieses Standlicht sehr viel mehr als die vormals gedimmte Diode des Hauptscheinwerfer in der Vorgängerversion (wurde gedimmt um den Kondensator zu schonen), die ihren Schein per Reflektor nicht auf den Gegenverkehr sondern nach unten auf die Straße projiziert. Standlicht bei Nacht: deutlich überlegen. Es erscheint heller, ohne zu blenden wie es der Hauptscheinwerfer tun würde, ließe man ihn höher strahlen.
Als Tagfahrlicht leuchten alle vier Zusatz-LEDs, und der Hauptscheinwerfer gedimmt. Das ist tagsüber durchaus sichtbar, aber je sonniger der Tag, desto unerheblicher ist es; aber den wirkliche Zugewinn an Aufmerksamkeitserregung erzielt das Modell an trüben, funzeligen Tagen wie jetzt in der herbstlichen Übergangszeit, und in den Dämmerungsphasen des Tages. Hier würde ich den Wert der Beleuchtung teilweise, den jeweiligen Umständen entsprechend, als enorm bezeichnen. Auch beim Fahren im Schatten etwa einer Baumallee, wo Fahrradfahrer an bewölkten Tagen über Entfernungen von 100 oder 200 Metern durchaus "unsichtbar" werden und mit dem Hintergrund nahezu verschmelzen können, ist der Sichtbarkeitsunterschied gravierend.
Das Licht der Zusatz-LEDs ist nicht gebündelt und fokussiert (keine Reflektoren), weshalb sie eine diffuse Lichtwolke erzeugen, die nicht sehr weit reicht, wenn es um die Lichtbestrahlung der Umgebung geht, im dunklen Keller jedoch ist schon das Standlicht sehr viel heller als viele traditionelle Fahrradlampen. Die LEDs wirken nichtsdestotrotz heller als der Hauptscheinwerfer, wenn sie von vorne betrachtet werden. Sie sind wie Positionslichter, anhand derer man gesehen wird, während der Hauptscheinwerfer dazu dient, selber sehen zu können.
Aufgrund des deutlich besseren Standlichtmodus, und der Stärke des Modells in der Dämmerung und in der jahreszeitlichen Übergangszeit, sind die äußerst geringen Mehrkosten im Vergleich zum gleichen Modell ohne Tagfahrlicht (5-7 Euro mehr) als Investition unbedingt zu empfehlen.
Die Schraube, die ein Rezensent bemängelte, weil sie ein seltenes Profil (Torx, "Davidsstern") hat, dient der Diebstahlsicherung.
Anzumerken ist daß wie schon beim Vorgängermodell der Sensor ausgesprochen hervorragend kallibriert wurde. Beim Vorgägner schaltete das Licht zum genau richtigen Zeitpunkt an, wenn es noch nicht nachtdunkel aber auch nicht mehr taghell war - nicht zu früh und nicht zu spät. Beim Nachfolger gibt es jetzt im Automatikmodus nur die Umschaltung vom Tag auf Nachtfahrlicht, und wiederum wird diese zu einem von mir als genau richtig wahrgenommenen Zeitpunkt (Umgebungslichtbedingungen) vorgenommen. Der Hauptscheinwerfer blendet nicht sofort zu Lasten der Positionslichter auf, nur weil es dunkler wird, denn bei LED Scheinwerfern muß es schon wirklich relativ dunkel sein, bevor sie ihren überlegenen Helligkeitswert im Lichtkegel sichtbar auf den Asphalt bringen können. Da ist es oftmals besser, lieber die Positionslampen an zu lassen, um heller zu erscheinen. Innerhalb einer beleuchteten Innenstadt benötigt man sowieso kein Fahrradlicht zum Sehen, sondern nur um gesehen zu werden. Ich bin schon in der abendlichen Innestadt mit manuell geschaltetem Taglicht gefahren. Diese Darbietung hat auffällig viele Wendehälse am Wegesrand produziert, wenn Neugierige genauer hinsahen, was ich denn da Schönes habe. Es fällt in der Tat auf!
Aufgrund der eingebauten Zeitverzögerung ist der Scheinwerfer gegen entgegenkommende Autoscheinwerfer unempfindlich, er schaltet nicht sofort von Nacht- auf Tagmodus um, nur weil man kurz ein helles Lichtfeld durchfährt. Nur eine anhaltende Veränderung der Lichtverhältnisse von 5-10 Sekunden bewirkt eine Umschaltung. Summa summarum: Man kann die Lampe eigentlich immer im Automatikmodus belassen, er arbeitet hervorragend und absolut zuverlässig. Beim Parken im öffentlichen Raum empfiehlt sich jedoch eventuell, die Lampe manuell auszuschalten, um in eigener Abwesenheit keine Aufmerksamkeit auf die Lampe zu lenken.
Die Haptik des Schalters wurde verbessert, er ist durch leicht vergrößerte Flügelchen auf dem Schalter besser greifbar (auch mit Fleece-Handschuhen) und verhindert das Abrutschen besser, als beim Vorgänger.