...ist in diesem Film das Thema. Dargestellt werden der verzweifelte Kampf der Plains Indianer gegen die Übermacht der Weißen, die im Laufe des 19. Jahrhunderts immer weiter nach Westen vordrangen und sich an vorher geschlossene Verträge mit den indianischen Ureinwohnern betreffend zu bewohnende Gebiete nicht die Bohne gehalten haben. Vor allem, nachdem in den Black Hills in South Dakota, welche geheiligtes Land in den Augen der Sioux sind, Silber gefunden wurde und die Interessen der weißen Bevölkerung natürlich an der finanziellen Ausbeute der Vorkommen lag. Der Film zeigt aus drei verschiedenen Seiten die Hintergründe der Entstehung der Reservate, der Kampf einiger Unbeugsamer unter der Führung von Sitting Bull dagegen, natürlich auch das Massaker am Wounded Knee River (daher auch der Titel) im Jahr 1890 als späte Rache für die Schmach des Untergangs von General Custer mit seiner Kavallerie 14 Jahre zuvor, und auch das Schicksal der Indianer danach, eingepfercht in Reservate unter ihnen völlig fremden Lebensbedingungen, die Hunger, Krankheiten, Depression und Alkoholismus zur Folge hatten.
Der Film basiert auf dem Buch von Dee Brown, wobei ich das Buch nicht kenne, daher auch nicht sagen kann, ob es gut umgesetzt ist. An sich ist das Thema brisant und verweist auf ein ausgesprochen trauriges und sehr kontroverses Kapitel in der amerikanischen Geschichte, jedoch ist der Film recht langatmig und sehr lang (über 2 Stunden) und daher stellenweise langweilig. Das kann allerdings auch damit zusammenhängen, dass er für mich keinen Einstieg in das Thema gegeben hat, da ich mich schon länger damit beschäftige. Es wird jedoch ausgesprochen gut dargestellt, wie die Weißen versucht haben, die Indianer zu missionieren, die Kinder den Familien weggenommen und in Missionsschulen gesteckt haben, um sie zu assimilieren und "gute Weiße" aus ihnen zu machen. Die Kampfszenen sind nicht zu blutrünstig und ausufernd dargestellt und es gibt sie auf beiden Seiten, sodass Ausgewogenheit herrscht (herrschen soll!). Außerdem sieht man auch, dass eben doch nicht alle Weißen gleich gedacht haben und sich sehr wohl der Ungerechtigkeit dem indianischen Volk gegenüber bewusst waren, sogar versucht haben, zu helfen.
Als Schauspieler sind einzig Aidan Quinn als der "Erfinder" der Reservatspolitik bekannt und Anna Paquin, jedoch sind auch die anderen Hauptrollen gut besetzt und teilweise aus anderen Filmen, wo es indianische Rollen gibt, bekannt (z.B. Sitting Bull wird vom gleichen Schauspieler wie der Indianer in "Free Willy" gespielt). Durch bräunlich eingefärbte Filmsequenzen soll Authenzität dargestellt werden. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Film einfach in seiner Umsetzung zu langsam und pathetisch daherkommt, auch wenn er sich meines Wissens recht genau an die historischen Fakten hält. Wer also Durchhaltevermögen hat und keine Lust, sich durch viel Material - vor allem auf Englisch (Internet) - zu lesen, dem sei der Film enmpfohlen.