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Kundenrezensionen

166
3,2 von 5 Sternen
Burn after Reading - Wer verbrennt sich hier die Finger? [Blu-ray]
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39 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. Juni 2010
Nachdem ich mir die Rezensionen durchgelesen habe, dachte ich zunächst das ist ein Film für Coen-Fans. Er soll ja zu langatmig sein, wenig lustige Szenen beinhalten und obendrein sollen die Schauspieler nur eine durchschnittleiche Leistung abgeben. Nach dem Amazon-Angebot habe ich mir den Film dann doch bestellt...

Zur Story möchte ich jetzt nichts viel schreiben - es wurde ja schon alles ausführlich wiedergegeben. Nur so viel: Es geht um Menschen, die mit ihrem Leben nicht zufrieden sind und mehr erreichen möchten aber auf grandiose Weise daran scheitern. Die Charaktere beeinflussen sich dabei gegenseitig und stolpern nichtsahnend dem (recht ironischen) Höhepunkt entgegen. Die CIA ist auch mit im Spiel, hat aber wie alle Beteiligten wenig Ahnung vom Geschehen. Das ist der eigentliche Kern des Films: Jeder glaubt seinem Ziel näherzukommen, bezahlt einen hohen Preis dafür und hinterher kann Niemand genau sagen was eigentlich passiert ist. Der Film nimmt sich Zeit, dem Zuschauer die einzelnen Beteiligten näherzubringen ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Gegen Ende wird es recht dramatisch und das Geschehen wird aus der Sicht der CIA auf den (humorvollen Höhe-) Punkt gebracht.

Der Humor ist recht trocken und ironisch, daher sollte man keine "running gags" erwarten, und auch keine aufgesetzen lustigen Szenen. Der Film lebt eher von Situationskomik und dem naiven, nicht gerade weitsichtigen Verhalten der beteiligten Personen. Wer darüber lachen kann, der kann hier eigentlich nichts falsch machen. Ich würde den Humor am ehesten mit "Dänische Delikatessen", "Flickering Lights" oder "Adams Äpfel" vergleichen. Ganz so blutig wird es aber nicht :-)

Zur schaulspielerischen Leistung kann ich nur sagen: Genial! Absolut jeder Schauspieler, ob prominent oder nicht, überzeugt hier mit einer realistischen Darstellung des jeweiligen Filmcharakters. Keine Rolle hat aufgesetzt gewirkt, stattdessen hatte ich das Gefühl, dass die Schauspieler voll in ihrer Rolle aufgehen.

Die Bild- und Tonqualität ist absolut in ordnung. Keine Referenz aber sehr gut.

Fazit: sehr gelungene, genial besetzte, trocken-ironische Komödie!
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29 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
"I'm not here representing Hardbodies."
"I know what you represent. You represent the idiocy of today."
"I don't represent that, either."

Ein solcher Wortwechsel zwischen einem ertappten Einbrecher, der eigentlich in einem Fitneßstudio arbeitet, und einem erbosten Mann im Bademantel mit einer geladenen Waffe in der Hand, lässt eine langgehegte Hoffnung Gewißheit werden: Die Coens sind wieder in gewohnter Form, und "No Country for Old Men" war nicht nur ein nochmaliger glücklicher Ausrutscher nach zwei bemitleidenswert schlechten Filmen. Aber die Männer, die uns den Dude geschenkt haben, hätten ohnehin eine Menge Kredit von uns verdient.

Die Handlung von "Burn After Reading" ist anfangs ebenso wirr wie die von "The Big Lebowski" - wenngleich weniger temporeich, also Geduld! -, nur laufen am Ende alle Schicksale, deren Zeuge wir hier werden, zusammen. Da ist zum einen der bedauernswerte CIA-Analyst Osbourne Cox (John Malkovich), der mit der fadenscheinigen Begründung, er habe eine zu starke Neigung zum Alkohol, aufs Abstellgleis geschoben werden soll. In einem tobsuchtartigen Anfall von Stolz kündigt er seinen Dienst und beschließt, unter den mißbilligenden Augen seiner vollkommen kaltherzigen Gattin Katie (Tilda Swinton), die sich längst mit dem Gedanken an eine Scheidung trägt, seine Memoiren zu schreiben. Katie hat eine Affäre mit einem ehemaligen Leibwächter aus dem Finanzministerium, Harry Pfarrer (George Clooney), und lässt sich von ihrem Anwalt dahingehend beraten, alle Dokumente, darunter, von ihr unbemerkt, auch die Memoiren, vom PC ihres Mannes zu kopieren, um ihn nachher richtig über den sprichwörtlichen Tisch ziehen zu können. Leider verliert die Sekretärin des Anwalts die Diskette im Fitneßstudio Hardbodies, wo sie dem vollkommen unterbelichteten Mitarbeiter Chad Feldheimer (Brad Pitt) und seiner Kollegin Linda Litzke (Frances McDormand) in die Hände fällt, die glauben, ihnen sei "heißer Geheimdienstscheiß" beschert worden. Da Linda unbedingt einige kostspielige Schönheitsoperationen über sich ergehen lassen möchte und Chad ein ausgemachter Tropf ist, beschließen sie, Cox zu erpressen - und das typische Coen-Verhängnis nimmt seinen Lauf.

Der Film ist zum einen eine bissige Satire auf Politik und Geheimdienst, was vor allem in der Rahmenhandlung deutlich wird, in der u.a. Sledge-Hammer-Darsteller David Rasche brilliert. Zum anderen, und das ist meiner Meinung nach viel interessanter, ist er eine bewegende und absurde Tragödie. Da ist beispielsweise die so oft enttäuschte und dabei so oberflächliche Linda, die für ihren Traum von der OP die Menschen, denen sie wirklich etwas bedeutet, zu Grunde richtet, da ist der unglücklich in Linda verliebte Ted - mit leisen, bedächtigen Tönen gespielt von Richard Jenkins -, der eine wahrscheinlich interessante Lebensgeschichte zu erzählen wüsste, die aber ungehört bleibt, weil sich niemand für sie interessiert, und da ist Osbourne Cox, mit dem ich eigentlich am meisten mitfühlen konnte. Ausgemustert und zum alten Eisen geworfen, an seiner Seite eine wahrhaft widerliche Frau, muss er sich nun, zwangsweise im Ruhestand, die Frage nach dem Sinn seines Lebens stellen, und er schreibt, mehr schlecht als recht, seine sicherlich unbedeutenden Memoiren. Es ist wahrhaft kein Wunder, dass Cox an der Welt verzweifelt und sich als Opfer einer Verschwörung von Idioten wahrnimmt. Auch in diesem Film schaffen die Coens es, dass sich der Zuschauer trotz der Skurrilität der Figuren sehr stark für sie erwärmen kann - wie etwa in der Schlußszene von "The Big Lebowski".

Dieser Film erzählt mit sprühenden Dialogen und genialen Einfällen von der recht eigentlichen Sinnlosigkeit des Lebens, die immer dann eine Chance hat, uns zu fressen, wenn wir zu sehr an unseren Plänen und Wünschen haften, anstatt einfach mal à la Dude abzuwarten.

Auch die schauspielerischen Leistungen der Darsteller überzeugen, wobei hier vor allem Brad Pitt zu nennen ist, dessen kindischer Chad sich krampfhaft bemüht, gangstermäßig rüberzukommen, dabei aber mit dem Fahrrad zur Geldübergabe fährt. Chapeau!

Kurz gesagt, mit "Burn After Reading" sind die Coens wieder in Topform.
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90 von 102 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Juli 2009
Die Coen Brüder starten einen Frontalangriff auf die Schönheitindustrie, die Machtlosigkeit eines von Terrorangst geprägten Überwachungsapparates und zeigen Clooney und Pitt nebenbei noch selbstironischer als je zuvor!

Story:
Ausgangspunkt der Story ist die Entlassung (bzw. Kündigung) des CIA-Analysten Osbourne Cox (Malkovich), dessen Frau Katie ihn mit dem ehemaligen Personenschützer Harry (Clooney) betrügt. Harry seinerseits betrügt neben seiner eigenen Frau gleich auch noch seine Geliebte und versucht seine Männlichkeit zusätzlich durch Internetdates aufzupolieren. Eines seiner Dates (Linda - Frances McDormand) ist sich gerade der Vergänglichkeit ihrer Optik bewusst geworden und versucht alles, um dieser Erkenntnis durch Schönheitsoperationen zu entfliehen. Lindas Kollege Chad (Pitt) - ein Zeitgenosse der einfachen Art - ist nur an einer Sache interessiert - seiner Fitness. Durch Zufall gelangen Linda und Chad an vermeintlich geheime Aufzeichnungen des CIA-Analysten Cox und starten einen haarsträubenden, dilettantischen Erpressungsversuch...
Soviel zur Vorgeschichte - die Story mag für manche komplex erscheinen, jedoch ist sie ohne Inhaltsschwächen aufgebaut und liefert die Erklärung für die Absurdität der folgenden Szenen!

Kritik:
Die Coen Brüder liefern mehr ab als eine Komödie: Burn after reading ist eine gnadenlose Abrechnung mit der Schönheitsindustrie und eine Bankrotterklärung für den Überwachungsapparat der USA. Die schlechten Kritiken bei Amazon kann ich mir nur so erklären: Die Rezensenten haben innerlich zu früh mit dem Film abgeschlossen. Die Story mit ihren vielen Handlungssträngen braucht sehr lange um endlich ins Rollen zu kommen und verliert dabei bestimmt den ein oder anderen ungeduldigen Zuschauer, der auf Filme wie American Pie steht...

Fazit: genial-abgedrehte Story, toller Schnitt, selbstironische Schauspieler in Perfektion und skuriler Humor zum niederkniehen.

Nichts für Fans von: American Pie, Scary Movie, Party Animals...
Für alle Fans von: Being John Malkovich; Adaption; Confessions of a dangerous mind...
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Man liest eigentlich nur, dass die Coen Brüder Regie führen und Brad Pitt, George Clooney und John Malkovich mitspielen und weiß eigentlich schon, dass der Film nur ein Hit werden kann. So zumindest bei "Burn after Reading - Wer verbrennt sich hier die Finger".
Zugegeben: Der deutsche Titel ist nicht gerade der Bringer, aber die Story bleibt die gleiche: Man nehme etwas CIA, ein wenig schlechte Eheführung (das gleich 2 mal!), eine Prise unglückliche Liebe, einige absolute Volldödel (absolut genial gespielt von Brad Pitt!), dazu noch ein bisschen Intrige und Erpressung sowie mehrere Handlungsstränge die sich gegenseitig ergänzen und fertig ist eine geniale intelligente Komödie, die nicht besser hätte ausfallen können. Der herrliche Mix aus Satire, sowie Polit- und Agententriller lässt die Story dabei zu keiner Sekunde zu banal oder zu albern wirken, denn sowohl für eine amüsante Unterhaltung als auch Spannung ist allseits gesorgt.
Das Bild auf der Blu-ray ist eigentlich ganz ordentlich. Zwar kann man sich auf eine durchweg sehr gute Bildschärfe, sowie gute Kontraststärke und kräftige Farben freuen, aber ab und ist dennoch ein leichtes Rauschen im Hintergrund zu vernehmen. Fällt aber nur auf, wenn man sich konzentriert, sprich: wer sich voll der Geschichte hingibt, wird dies eigentlich gar nicht wirklich bemerken!
Zum Ton: Freude für jeden HD Liebhaber, denn die Deutschen haben hier eine starke DTS-HD MA 5.1 beigefügt, die zwar bei Komödien weniger beansprucht wird, wenn dann klingt es wirklich ganz ordentlich.
An Bonusmaterial hat man nicht gespart. Zur Referenz langt es zwar nicht ganz, aber in diesem Fall ist man mit den obligatorischen Trailern (das erwarte ich eigentlich bei jedem Film), 3 starken und lustigen Featurettes, einem Making of, einigen coolen Interviews, einem B-Roll, als auch einer animierten Bildergalerie, auf die man aber auch hätte verzichten können.
Unterm Strich bleibt eine wirklich lohnenswerte Blu-ray, die für viel Unterhaltung sorgt. "Burn after Reading" dürfte Fans inteligenter Komödien keineswegs enttäuschen!

Special Features (70 Minuten)
- Trailer (Deutsch und Englisch)
- Making of "Burn after Reading"
- B-Roll
- 3 Featurettes: "Finding the Burn", "DC Insiders Run Amuck" und "Welcome Back, George"
- Interviews
- Animierte Bildergalerie

Schauspieler:
Brad Pitt, David Rasche, Frances McDormand, George Clooney, John Malkovich, Richard Jenkins, Tilda Swinton
Regisseur: Ethan Coen, Joel Coen
Prod.Land/Jahr: U.S.A. 2008
Kategorie: Komödie, Krimi
Altersfreigabe: FSK Freigegeben ab 12 Jahren
Spieldauer: 96 Minuten
Veröffentlichung: 27.03.2009
Tonformat:
Deutsch DTS-HD MA 5.1
Englisch DTS-HD MA 5.1
Bildformat: HD-Widescreen 16:9, 1.85:1
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Chad (Brad Pitt) und Linda (Frances McDormand) arbeiten im Fitnessstudio, wo sie eines Tages eine CD mit "heißen" Geheimdienstinformationen finden. Da Geld natürlich ein knappes Gut ist, beschließen die beiden, den Eigentümer der CD, einen gewissen Osborne Cox (John Malkovich), zu erpressen. Der Ex-Agent hat aber weit mehr auf der Pfanne, als die beiden Vorturner, und zugleich keinen Schimmer, wieso es überhaupt eine CD mit seinen Aufzeichnungen gibt. Schon bald entbrennt ein immer schneller drehender, blutiger Reigen paranoider Washingtoner Agenten und Möchtegern James-Bonds...

"Burn After Reading" beginnt unendlich langsam - wie eine Lawine - steigert sich der Film stetig in ein kaum noch zu überblickendes, blutiges Geflecht aus Lug und Betrug, Gier, Lust, Angst und anderen unmenschlichen Eigenheiten, gepaart wird das ganze noch mit reichlichen skurrilen Höhepunkten. Folglich ein echter Coen - dieser "Burn After Reading"-Film.

Die durchweg prominente Besetzung liefert dabei ein absolut unterhaltsames Schauspiel. Allen voran sicherlich der "hirnlose" Brad Pitt, den ich seit "Snatch - Schweine und Diamanten" nicht mehr besser gesehen habe oder einen herrlich versoffenen George Clooney mit komischen Essgewohnheiten und Ticks, die ihn zum Mittelpunkt jeder Party machen würden ;o)Dazu kommt eine wunderbar fiese Tilda Swinton oder einen J. K. Simmons als brüllender CIA-Abteilungsleiter. Die komödiantische Performance der Darsteller ist einfach fantastisch.

Für manchen entpuppt sich sicherlich die Handlung als kleines Manko, denn dieser ist die volle Aufmerksamkeit zu widmen, um diesem WirrWarr von Intrigen und falschen Fährten folgen zu können, um auch noch am Ende die Story nachvollziehen zu können. Somit bin ich auch noch ein wenig hin und her gerissen, ob sich "Burn After Reading" 4 oder 5 Sterne verdient hat. Ich entscheide mich eher für 4 Sterne, denn dieser Film ist weder ein Thriller noch eine Komödie, er liefert viele Fragen und gute, wie auch schlechte Antworten . Er ist einfach einer dieser Coen-Filme bei denen man nicht weiß, was einen erwartet. Aber eines ist garantiert - beste Unterhaltung - 4 Sterne!
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31 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Juni 2009
Selten so gelacht und doch verzweifelt, über die morbide Sicht der Coen Brüder. Das Motto des Films ist: Alle sind Loser, die CIA ist ein Haufen Idioten und planloser Dummköpfe, die Gier und Verblödetheit amerikanischer Menschen ist unübertroffen. Wo Fargo ein ähnliches Thema erzählt (Verrohung, Abgestumpftheit, Gier, Dummheit) ist Burn After Reading im Leben der "normalen" Menschen angekommen. Wo Malkovich als geschasster CIA Agent nach Rauswurf von seiner (ekelhaft gut!) gespielten Frau (Tilda Swinton) in der Yacht seine (Fernseh-) Aerobics macht und sich dabei zum unbesiegbaren Kämpfer hochschaukelt, George Clooney seine merkwürdige Maschine im Keller zimmert, Pitt als grenzdebiler Trainer im Auto wartend zu Popmusik herumzuckt, all das sucht seinesgleichen auf Zelluloid.

Wer diesen Film besser nicht sehen sollte: Kinogänger, die denken, dass hier ein stramm erzählter Actionfilm kommt, der mit einer Haupthandlung und maximal zwei parallelen Schauplätzen erzählt wird. Die Coen-Brüder bedienen hier ihr eigenes Publikum, das sich aus den unterschiedlichen Erzähltempi, den Dialogen und der sehr guten schauspielerischen Leistung füttert.

Empfehlenswert!
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Juli 2009
... hieß ein Spruch aus der Studentenbewegung.
In "Burn after Reading" stauen sich kleine und große private Probleme der Protagonisten von unerwiderter Liebe über kaputte Ehen oder Altersfrustration zu einem komplexen Wirrwarr auf. Da ein Ex-Geheimdienstmann den Stein ins Rollen bringt, sorgen die Techtelmechtel und Kleinbetrügereien für Tote und beinahe internationale Verwicklungen...

Ein typischer Coen-Film, vielleicht sogar einer ihrer Besten. Das anfangs recht klare Schema (Geheimdienstmann verliert Datei mit Autobiografie, wird erpresst) zerfällt bald in ein komplexeres Geflecht, bei dem der Zuschauer der einzige ist, der den Überblick behält - so ist man es von den Coens gewohnt. Aus egoistischen Motiven und Sehnsüchten richten die Protagonisten mehr oder weniger unbeabsichtigt den größtmöglichen Schaden an, aus dem am Ende (fast) niemand unbeschadet herauskommt - das macht den Reiz von "Burn after Reading" aus. Die Charaktere sind großartig ausgearbeitet; mit ihnen tobt sich eine Top-Riege der mittelalten Hollywood-SChauspieler von George Clooney über Brad Pitt bis Tilda Swinton aus. Am großartigsten sind aber die beiden Szenen mit Nebendarsteller J.K. Simmons als CIA-Vorsitzender mit "Scheiß-Drauf"-Haltung. Mehr soll nicht verraten werden - wieder mal ein toller Coen-Film mit den üblichen Trademarks, aber sogar etwas eingängiger als "Fargo" oder "No country for old men".
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 20. August 2012
Vorweg:

Meine Rezension bezieht sich nur auf den Film - wer Informationen zum beworbenen Film-Paket und den enthaltenen Extras sucht, kann meine Rezension einfach überspringen.

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Figuren
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David Rasche (der legendäre Sledge Hammer) und J.K. Simmons (Mr. Jameson aus "Spider-Man" oder "Juno") als entlarvend sinnfrei fädenziehende CIA-Schreibtischtäter. Frances McDormand als fanatisch-naive, egozentrisch-neurotische Hobby-Kollaborateurin. Brad Pitt in einer maßgeschneidert anmutenden Rolle als einfältiger, grenzdebiler aber gutgelaunter Fitness-Flippie. John Malkovich als resigniert-melancholischer, vergrämt-cholerischer Gesellschaftsverstoßener. George Clooney, intrigant-lüstern, treulos und paranoid. Tilda Swinton als seelenlos-hartherzige, "kinderfressende" Pädiaterin.

Hört sich erstmal gut an!?
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Ja, so gesehen ein prima Film. Ich fand die Rollen, die Schauspieler und die kleinen Anekdoten, die sich mehr oder weniger miteinander überschneiden, auch wirklich unterhaltsam und Coen-typisch schwarzhumorig und skurril angelegt sowie inszeniert. Da macht den beiden wirklich kaum einer was vor. Leider reicht es für "Burn after reading" meines Gefühls nach trotzdem nicht zum richtigen Spitzenfilm. Das liegt meiner Ansicht nach daran, dass die Handlung insgesamt doch ziemlich konfus und gleichzeitig sinnfrei daher kommt. Klar, am Ende versteht man warum, aber dennoch mindert es den Filmgenuss. Die tollen schauspielerischen Passagen und die skurrilen, kleinen und auch feinen Witzigkeiten genügten mir meistens nur, die immer wieder aufflackernde Tristesse aufzuspalten und hielten mich so am Ball. Mehr war da leider nicht - zu wenig Mitfiebern, zu wenig In-mich-hinein-gackern, kaum andauerndes grinsendes Kopfschütteln mit dem Gedanken "Wie kommen die nur auf sowas?".

Fazit
=====
Prima Schauspieler, die erstklassig für ihre Rollen ausgewählt wurden. Coen-Skurrilität und schwarzhumorige Wendungen. Herrliche Nebenrollen mit z.B. Rasche und Simmons. Eine konfuse, zwar abwechslungsreiche aber irgendwie auch unspektakulär dahinplätschernde Handlung, die sich immer wieder an die Grenze zur Tristesse begibt. Eine wirklich clever erklärende, spottende aber zugleich cineastisch-ernüchternde Pointe im letzten Dialog.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Juli 2009
Der Film scheint sehr gespaltene Kritiken hervorzurufen. Laut Statistik liegen die Schwerpunkte einmal bei null und einmal bei fünf Sternen. Eine weitere pro oder contra Kritik hilft da nicht weiter - die große Frage: welchem Typ Filmegucker gefällt dieser Streifen?

Coen-Fans vermutlich. Aber Vorsicht! Wer die Coens mag, weil sie unkonventionelle Filme machen, muss nicht gleich diesen Film mögen, da es mittlerweile fast sowas wie einen etablierten Coen-Mainstream gibt. Sprich, wer die Coens mochte, bevor es en vogue wurde, sie gut zu finden, der hat sicher auch seinen Spass an diesem Film.

Die beiden Brüder haben sich nach dem sensationellen Erfolg von "No Country For Old Men" ein neues Genre gesucht, das Lichtjahre weit entfernt liegt! Aber eben wieder einen typischen Coen-Film daraus gemacht.
Die Charaktere sind mit der üblichen Präzision geschaffen, skurril und sterotypisch, und das Schauspiel ist brillant. Die Figuren sind teils aber extrem absurd, was mindestens auch für den ganzen Handlungsstrang gilt - sofern man bei all der Absurdität noch von einem Handlungsstrang sprechen kann.
Die Dramaturgie ist so komplex, dass einem fast der Eindruck den Spass versauen könnte, es würde sich hierbei um einen "intelligenten" Film handeln. Glücklicherweise gelingt es den Regisseuren dennoch, alles irgendwie Trivial wirken zu lassen.

Prad Pitt erinnert ebenso wie ein paar verworrene Handlungsstränge an Snatch (oder Lock, Stock and Two Smoking Barrels), die lockeren Sprüche haben einen Touch von "The Big Lebowsky". Den einen Stern Abzug gibt es weil dem Film noch ein wenig mehr Trash in der Qualität von "Pulp Fiction" enorm gut getan hätte, und deshalb, weil ich befürchte, dass die Komödie beim zweiten Mal nicht mehr ganz so witzig sein wird - einfach darum, weil sich bis dahin das Chaos etwas gelichtet hat.
Dann lacht man aber gerne auch noch fünf mal über die Sprüche und die Figuren ... wenn es der jeweilige persönliche Geschmack zulässt.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Juni 2009
Die beiden Fitnessclub-Angestellten Linda (McDormand) und Chad (Pitt) mögen einfache Gemüter und nicht allzu helle sein, aber diese Gelegenheit erkennen sogar sie: Im Fitnessstudio fällt ihnen eine CD mit offenbar hochbrisantem politischem Material in die Hände. Mit einer kleinen Erpressung lässt sich doch da bestimmt etwas für Lindas lang ersehnte Schönheitsoperationen herausschlagen.
Dumm nur, dass die CD lediglich die Memoiren des Ex-CIA-Analysten Osbourne Cox (Malkovich) enthält und dieser überhaupt nicht einsieht, den beiden Idioten auch nur einen Cent für die Wiederbeschaffung der CD zu geben. Ein aberwitziges Katz- und Mausspiel zwischen beiden Parteien eröffnet sich, in das sehr bald, wenn auch unfreiwillig, der Regierungsbeamte Harry Pfarrer (Clooney) mit hineingezogen wird, nicht zuletzt dadurch, dass er mit Cox' Frau Katie (Swinton) ein Verhältnis hat, obwohl er selbst ebenso verheiratet ist. Und wie aus dem Nichts kommen plötzlich die Russen und die CIA mit dazu . . .

Die erste halbe Stunde des Films ist von eher gemächlichem Tempo geprägt. Dann aber geht es los: Wie die Coen-Brüder ihre Protagonisten zu Anfang miteinander verstricken, das zunächst verwirrende Geflecht immer enger ziehen und der Zuschauer dabei trotzdem nicht völlig den Überblick verliert, ist großartig. Munter nehmen sie das Agentengenre auf die Schippe und inszenieren eine aberwitzige Jagd, bei der die Frage "Wer beschattet hier eigentlich wen?" immer wieder aufs Neue gestellt werden muss. Zwischendurch wird es dann sogar richtig spannend, denn vorhersehbar ist der Film nicht wirklich.
Die Figuren nehmen die beiden Regisseure gerade nur so ernst wie unbedingt notwendig und verlassen sich ansonsten auf ihre glänzend aufgelegten Darsteller, allen voran Clooney als Lebemann mit Verfolgungswahn und McDormand als naive Trainerin in der Midlife-Crisis, die wirklich hervorragende Leistungen abliefern und nahezu allen anderen die Show stehlen. Vor allem Brad Pitt, der bereits in den "Ocean's Eleven"-Filmen, "Snatch - Schweine und Diamanten" und "Mr. und Mrs. Smith" sein komödiantisches Talent beweisen konnte, legt hier als Fahrradjunkie Chad ein Overacting hin, das ihn neben den anderen Darstellern fast schon lächerlich erscheinen lässt.

Die Einzel-DVD hat außer dem Originalton mit deutschen Untertiteln und einer Trailershow keine weiteren Extras anzubieten. Fans sollten daher zur Deluxe Edition greifen, die unter anderem mit einem Making-of und Interviews aufwarten kann.

Eine skurrile, rabenschwarze Komödie mit vielen bitterbösen und zugleich herrlich unterhaltsamen Momenten bieten die Coen-Brüder mit "Burn After Reading" ihren Zuschauern. An die Meisterwerke wie "The Big Lebowski", "Fargo - Blutiger Schnee" oder "No Country for Old Men" kann er zwar zu keinem Zeitpunkt anknüpfen, aber mit guten Darstellern, einer wirren, aber geschickt konstruierten Story und viel selbstironischem Humor überzeugen.
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