Black Strobe sind zurück, und wie! Aber wer auf ihrer neuen Platte düstere Elektro-Kracher der alten Gangart erwartet, wird ein blaues Wunder erleben.
Erst mal der Reihe nach: Ivan Smagghe ist nicht mehr Mitglied bei Black Strobe, dafür hat sich Arnaud Rebotini einen Gitaristen und einen Schlagzeuger an Bord geholt. Und die Veränderung schlägt sich radikal in der Musik nieder - Burn your own church weißt durchaus noch elektronische Klänge auf, geht aber eindeutig neu Wege und klingt fast ein bisschen wie Nine Inch Nails. Harte Gitarrenriffs, jedes Lied mit klassischer Songstruktur, eingängiger Melodie und Rebotini als Sänger. Was beim ersten Mal Hören recht ungewohnt klingt, entpuppt sich nach intensiverer Beschäftigung mit der Materie als unglaublich gutes Album, auf dem es immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt. Während momentan jeder versucht, auf den Elektro-Zug aufzuspringen, gehen Black Strobe genau den anderen Weg und liefern eine astreine Rockscheibe mit elektronischen Einflüssen ab.
Die Songs dieser Platte sind keine Eintagsfliegen, die einen Sommer lang in den Clubs gespielt werden, sonder echte, zeitlose Lieder mit Substanz und Tiefgang. Anspieltipps: Die Single "I'm a man", die Gänsehaut-Nummer "Lady 13" oder der Kracher "You should be".
Das Ganze ist anfangs gewöhnungsbedürftig, aber letztendlich eine lohnenswerte Offenbahrung. Meine persönliche (positive) Überraschung des Jahres!