Ein Geschwisterpaar lebt mit seiner todkranken Mutter in einem großzügigen Haus. Während die schon erwachsene Schwester sich vor allem um die Mutter kümmert, streckt der noch halbwüchsige Bruder erste Fühler nach dem eigenen Geschlecht aus. Ein neuer Junge ist in seine Klasse gekommen, von dem er wie eine Motte vom Licht angezogen wird. Er lässt sich auch nicht von dessen zunächst demonstrativ zur Schau gestellter harten Schale abhalten, ihm auf den Fersen zu bleiben....
Gute, natürlich herüberkommende Schauspieler, eine emotional berührende Handlung, wohltuende Kitschfreiheit und einfach der Einblick in einen fremden Kulturkreis machen diesen Film sehenswert.
Minus: Gewisse Längen
Der Film stammt aus Mexiko, in der meines Wissens die Gesellschaft gewisse machohafte Züge aufweist, welche auch in machen Stellen im Film sichtbar werden. Sicherlich nicht einfach, sich dort als schwuler Mann zu behaupten, obgleich seit 2001 die mexikanische Verfassung Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung verbietet. Die schwule Community konzentriert sich jedoch bevorzugt auf Mexiko Stadt: in anderen Teilen des Landes ist eher von einem homophoben Klima auszugehen.
Extras: Wie meist bei "pro fun" sehr spärlich: Trailer, Galerie.
Der Film läuft im spanischen Original (was gut verständlich ist, wenn man der Sprache mächtig ist) mit zuschaltbaren deutschen Untertiteln.
Auf dem Cover sind die Akteure 'geschönt' wiedergegeben. Ich hätte sie fast nicht erkannt. Für mich völlig unnötig, da dadurch ihre Natürlichkeit im Film nicht herüber kommen kann.