Das Büchlein von Kamp gibt einen guten Überblick über die wechselvolle Geschichte Burgunds. Die Geschichte Burgunds gliedert sich in mehrere Epochen auf. Der Ursprung liegt hier in der Spätantike als burgundische Föderaten sich im heutigen Südostfrankreich ansiedeln. Hier spricht man nicht von einer burgundischen Nation, da die Burgunder lediglich ein Zehntel der Bevölkerung ausmachen, sondern ein Zusammenleben dieser Einwanderer mit der vorherrschenden Bevölkerung, welche noch römischen Charakters ist. Das Ganze besteht so mehr aus einer gegenseitigen Duldung. Dieses Reich erlischt später, bewirkt aber dass die Bezeichnung Burgung erhalten bleibt.
Das Reich fällt so an die Merowinger, später an die Karolinger. Mit dem Ende der Karolingerzeit kommt es zu Bildungen von regionalen Fürstentümern, welche die Schwäche der französichen Könige ausnutzen, um sich zu verselbständigen. So entsteht 888 ein neues Königreich Burgund, unter der Dynastie der Rudolfinger. Mit dem Aussterben dieses Geschlechts übernehmen die Herrscher des heiligen römischen Reichs den burgundischen Königstitel. Teile Burgunds fallen an Frankreich.
Ende des 9. Jahrhunderts entsteht zudem ein Fürstentum in Burgund, das später als Herzogtum vom französichen König verliehen wird. Dieses Herzogtum ist mal mehr mal weniger an die französiche Krone gebunden, Herrscher sind Nebenlinien der Kapetinger und der Valois. Der Valois-Linie gelingt es durch geschicktes Handeln seine Machtbasis zu erweitern, um ein Herrschaftsgebilde zu erschaffen, welches sich zwischen dem Reich und Frankreich bildet. Der Aufschwung hält an bis in die Epoche Karls des Kühnen. Nach dessen Tod streiten sich die Habsburger und Franzosen um das Erbe.
In Burgund befinden sich die Anfänge der Mönchsorden, mit den Klostergemeinden von Cluny und Citeaux (die Zisterzienser). Durch die reichen flandrischen Gebiete erreicht das Herzogtum einen kulturellen Aufschwung und entwickelt eine eigene Hofkultur.
Kamps Buch ist ein wichtiger Mosaikstein, um die Geschichte von Frankreich, des Heiligen Römischen Reichs besser zu verstehen, indem das Zwischengebiet von Burgund unter die Lupe genommen wird. Die burgundischen Herzöge haben so die aktuelle Landkarte Europas zum Teil mitentwickelt. Das Ganze wird in kompakter, aber gut verständlicher Form präsentiert.