Dieser Norbert Burgmüller ist gerade einmal 26 Jahre alt geworden. Aber wenn man seine Sinfonie, sein Klavierkonzert, Streichquartette und die Klaviersonate hört, dann schreckt man geradezu zurück vor so viel Reife, Ideenreichtum - und vor allem: Inspiration!
Das Wuppertaler Orchester und sein Dirigent könnten davon mehr haben. Es ist alles sauber und gut gespielt, aber der mitreissende Schwung, das Feuer der Begeisterung fehlen. Und das ist so wichtig bei Burgmüller, der in jedem Werk aufbricht, voller Unrast und voll ungestillter Leidenschaft auf die Suche geht.
Das Etikett "verdienstvolle Auseinandersetzung" trifft hier viel eher zu, vor allem jedoch in seiner farblosen Variante. Auch der Pianist Hokanson bleibt eigentlich nur bemüht. Pochender Beginn, Romanzen-Zauber des zweiten Satzes, das Tänzerische des Finales - das wird nur angedeutet. Letztlich wird dieses ausgefallene Repertoire nur bewältigt, nicht erfüllt.
Wie lebendig, feurig und beseelt man Burgmüller spielen kann, zeigt der Pianist Tobias Koch in seiner bravourösen Einspielung des Gesamtwerks für Klavier bei GENUIN. Wie gut die historische Aufführungspraxis dieser Musik tut, wird hier schlagartig deutlich. Die Wuppertaler Einspielung bleibt dagegen schwerfällig zurück.