Die oft beklagte deutsche Kleinstaaterei hat unserem Land ein unschätzbares kulturelles Erbe an Burgen und Schlössern hinterlassen. Aus der unübersehbaren Fülle dieser Bauwerke wurden für diesen Band landesherrliche Residenzen ausgewählt, die auch heute noch das Bild der deutschen Burgen- und Schlösserlandschaft prägen; neben den Residenzen der grossen Dynastien sind auch viele kleinere Bauten aufgenommen worden. Nach Einführungen zur territorialen Entwicklung des Reichs ab der Stauferzeit und zur Entwicklungsgeschichte des Schloss- und Burgenbaus sowie einem Einblick in das Hofzeremoniell des 18. Jahrhunderts folgen Beschreibungen von 71 Bauwerken, von Glücksburg bis Herrenchiemsee und Trier bis Dresden. Auch wenn wie bei jeder Auswahl dieser Art das Fehlen des einen oder anderen Bauwerks moniert werden könnte, bleibt angesichts der kompetenten Texte, der aussergewöhnlich schönen Aufnahmen des italienischen Fotografen Paulo Marton und der grosszügigen Aufmachung und Gestaltung nur das Fazit, dass dies der wohl schönsten Bildband zum Thema ist, den ich bisher gesehen habe.