...der sollte dieses Buch kaufen.
Walter Scheele, selbsternannter "Burgschreiber" der Burg Frankenstein "beweist" in diesem Buch nämlich das, was schon die amerikanischen GIs wussten, als sie vor vielen Jahren das Halloween-Festival auf der Burg Frankenstein bei Darmstadt ins Leben riefen: hier und nur hier ist "The Home of the Monster", hier hatte Mary Shelleys "Frankenstein-Mythos" seinen Ursprung.
Nun ist es aber eine Sache, ob man aufgrund des Namens der Burg jedes Jahr ein groß angelegtes und gut besuchtes Halloween-Festival in dieser düsteren Umgebung veranstaltet oder ob man behauptet, den "historischen Beweis" erbracht zu haben, dass Mary Shelley den Namen Frankenstein von eben dieser Burg übernahm, vor allem, weil in Shelleys zahlreichen Tagebüchern die Burg Frankenstein nicht ein einziges Mal erwähnt wird - im Gegenteil, zwar fuhr Mary Shelley 1814 auf ihrer Rheinfahrt in Sichtweise an der Burg vorbei, doch, wie aus den Tagebüchern ihrer Stiefschwester hervorgeht, bei Nacht, wodurch sie die Burg eben nicht sehen konnte.
Da das natürlich stark gegen die These Scheeles spricht, macht er dem Leser weis, dass Shelley und ihre Stiefschwester die eigenen Tagebücher massiv verfälschten. Als Beleg behauptet er die Originaltagebücher gefunden zu haben, in denen ein Besuch der Burg Frankenstein dokumentiert sei.
Doch, wie dumm, diese Tagebücher hat außer Scheele niemand gesehen, sie befinden sich im Privatbesitz einer Schweizer Bankiersfamilie, die nicht an die Öffentlichkeit treten und die Tagebücher niemanden zeigen will (außer Herrn Scheele natürlich).
Aber das ist nicht sein einziger Beweis. Denn da ist ja auch noch das verschollene Märchen der Gebrüder Grimm, das niemand kennt, das Jacob Grimm aber in einem Brief an Shelleys Stiefmutter erwähnt und das frappierende Ähnlichkeit mit Shelleys Roman hat.
Doch, noch so ein dummer "Zufall", auch dieser Brief befindet sich in privaten Händen und wieder möchte der Besitzer niemanden den Brief zeigen... außer Herrn Scheele natürlich...
Nach dieser "überzeugenden" Beweisführung kommt Herr Scheele dann am Ende zu dem Schluss, dass kein Zweifel daran bestünde, dass die Burg Frankenstein bzw. der dort geborene Alchimist Johann Konrad Dippel das historische Vorbild für Mary Shelleys Frankenstein-Roman ist.
Wer sich so leicht veräppeln lässt, der soll bei dem nächsten Halloween-Festival auf der Burg Frankenstein den Renfield spielen!