Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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37 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Le temps des cerises..., 25. Juli 2007
Eine neue CD von Reinhard Mey und doch so vertraut in den Melodien, in den nachdenklichen Texten und in der stillen Art, wie er sie bringt.
Nun, in den letzten Jahren haben mir nicht alle Songs auf den CDs wirklich gefallen, so bin ich ein bisschen vorsichtig an die neue herangegangen.
Gleich bei 'Sommer 52' war ich mitten drin in der richtigen Stimmung und Lied um Lied gefiel mir gut und immer besser und bei 'Drei Jahre und ein Tag' war irgendwo ein Höhepunkt für mich da. Weiter ging es und bei 'Schraders Filmpalast' blieb ich nach dem Ende noch sitzen, um dem Song nachzulauschen und wer beschreibt mein Erstaunen: Plötzlich - nach einer Pause - spielte und sang Reinhard Mey ein französisches Chanson und nach ein paar Zeilen wusste ich, was es war: 'Le temps des cerises' und wie er es sang, das ging mir unter die Haut. Noch nie habe ich dieses Chanson so still und ohne Pathos gehört.
Ja, lieber Reinhard Mey, "die Zeit der Kirschen", wo man aufbricht wie im Traum, um Ohrgehänge zu pflücken, die wie Blutstropfen aus den Blättern fallen, diese Jugendzeit, die ist kurz und Ihnen und uns bleibt nur die Erinnerung daran...
Danke für diesen Hidden Track. Er ist ein Geschenk, wie die ganze CD an sich.
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26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
ganz der Alte...und das ist gut so!, 6. Mai 2007
In blau getonten Schwarzweißfotos zeigt sich ausgerechnet das Cover eines Albums, das den Titel "Bunter Hund" trägt - als ob es Reinhard Mey peinlich gewesen wäre, beim Titel so dick aufzutragen. Diese grafische Spielerei entspricht der Selbstironie im dazugehörigen Titellied, in dem der Künstler sich augenzwinkernd als bunter Hund beschreibt.
Der kraftstrotzende Auftritt eines Konstantin Weckers ist Reinhard Meys Sache nicht, und mehr noch als seine Vorgänger ist "Bunter Hund" ein stilles Album geworden, ein sparsam instrumentiertes, sehr gitarrenbetontes. Ein Ohrwurm wie "Über den Wolken" befindet sich nicht auf der Platte, die Melodien sind so, wie man sie von Reinhard Mey kennt, unaufdringlich die Texte untermalend. Dass nicht auf die Hitparade spekuliert wurde erkennt man auch daran, dass nur zwei der 13 Lieder in das radiokompatible "Weniger-als-drei-Minuten" -Format passen.
Auch die Themen sind eigentlich die gleichen wie immer bei Reinhard Mey: da gibt es die tragische Geschichte über die letzte Ausfahrt eines Fischers, da gibt es die Tierballade, und einmal, in "Kai", wird Mey sogar einige Verse lang anklagend politisch. Aber die meisten der Lieder haben sehr persönliche Themen wie die große Schwester, eine Liebeserklärung an seine Frau, die Kinder....Die Kunst des Texters Mey ist dabei, dass der Zuhörer sich in den Geschichten, so persönlich sie sich auch geben, selbst auch wieder finden kann und sie ihn somit "angehen".
Reinhard Mey erweist sich mit "Bunter Hund" einmal mehr als der größte Chansonier deutscher Sprache. Und vielleicht um zu zeigen, wo die Wurzeln seiner Musik liegen, hat Reinhard am Ende der CD, nach fast 5 Minuten Pause, noch eine Zugabe angehängt, ein wunderschönes französischsprachiges Chanson - und es zeigt sich: die Musik funktioniert, auch wenn man den Text (leider) nicht versteht.
Neu erfunden hat sich Reinhard Mey auf "Bunter Hund" nicht...und das hat er auch gar nicht nötig. Aber er ist weiter gereift, und somit auf Höchstform. Die mit 72 Minuten prall gefüllte CD ist ein Muß für alle, die Lieder lieben, die auch Texte haben, für alle Freunde guter Chansons, und für alle Freunde der Musik Reinhard Meys sowieso.
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Er kriegt nicht ganz die Kurve, 26. Juli 2007
Ein schönes neues Album mit vielen guten Ideen und einer ganzen Menge neuen Facetten von Reinhard Mey, aber meines Erachtens auch ein paar Schwächen.
Nach dem relativen schwachen Album Nanga Parbat, lag es irgendwie in der Luft, dass jetzt mal wieder ein Knaller von Reinhard Mey herauskommt. Und die Grundstimmung dieser CD, trifft mal wieder genau das, wofür so viele Leute Reinhard Mey lieben.
So richtig zufrieden bin ich mit den Liedern jedoch nicht. Vorallendingen die Melodien sind ziemlich träge geworden, sodass man manche Lieder bei wiederholtem Anhören immer langweiliger findet. Das liegt einerseits an dem typischen Grundstil der Mey-Melodien, der sich über die Jahre herausgearbeitet hat. Doch erinnern diese neuen zu sehr an andere Lieder, wie z.B. "Das war ein guter Tag" oder "Ich liebe das Ende der Saison". In dem Lied über seine Schwester und in "Schraders Filmpalast" wiederholt sich sogar die ein- und dieselbe Wendung. Auch sind die Melodien nicht mehr so eigenständig, sondern sehr auf die Begleitungsakkorde ausgerichtet, was früher ja umgekehrt war. Deshalb nutzen sich die Melodien ab. Die zwei herausragenden Ausnahmen sind "Der Fischer und der Boss" und "Kai", die zwei besten Lieder der CD, die man sich immer wieder anhören kann.
Textlich gesehen ist Reinhard Mey sehr auf die meistens direkte, selbstironische Selbstbetrachtung zurückgegangen. Seine Schwester, seine vielen Erinnerungen in "Danke, liebe gute Fee", "Sommer '52", "Ich brauche einen Sommelier" und Teile anderer Lieder. Es ist nicht mehr so viel Poesie wie noch im Album "Rüm Hart" und den Alben davor, wo häufiger Bilder benutzt werden um auf die eigene Betrachtung zu führen, über die man auch längere Zeit nachdenken kann. Hier weiß man schnell über die Lieder bescheid weil fast alles gesagt bzw. gesungen ist.
Insgesamt könnte man mit Hannes Wader zusammenfassen worum es in diesem Album 100% geht: Liebe, Schnaps und Tod.
Also kein ganz großer Knaller aber natürlich trotzdem ein beachtliches Werk vom großen alten Meister.
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