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Bunt oder Kunst?
 
 
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Bunt oder Kunst? [Gebundene Ausgabe]

Martina Sprotte
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 236 Seiten
  • Verlag: Mann (Gebr.), Berlin (1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3786122776
  • ISBN-13: 978-3786122777
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 3.963.052 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Martina Sprotte
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Mehr als 50 Jahre sind seit der Entstehung der meisten Werke Emil Noldes vergangen. Die Kunst der anderen deutschen Expressionisten hat mit dem Stempel >Klassische Moderne< einen seriösen Anstrich bekommen und wird kaum noch diskutiert. Umso erstaunlicher ist es, daß die Bilder Noldes immer noch heftige Reaktionen hervorrufen können wie zum Beispiel die vor allem in ihrer Vehemenz unerwartete Diskussion in der englischen Presse auf die Londoner Retrospektive im Winter 1995/1996. Aber tatsächlich ist vielen Kunstinteressierten Nolde nur als Maler von Blumenaquarellen und norddeutschen Landschaften vertraut - eine Begegnung mit den phantastischen und religiösen Werken erzeugt häufig Verwunderung und nicht selten Unbehagen, gar Unverständnis bis zur Ablehnung: In ihrer Sperrigkeit empfindet mancher diese Werke einfach nur noch als >bunt<. Die Kunstwissenschaft attestierte Nolde zwar stets eine besondere Position innerhalb des deutschen Expressionismus und betrachtete die Farbe durchaus als konstituierendes Element seiner Kunst - eine genaue Untersuchung stand jedoch bisher erstaunlicherweise aus. In dieser Studie werden nun mehr als 200 Ölgemälde und Aquarelle Noldes in ihrer chromatischen Anlage analysiert und die Funktionen der Farben auf der Basis eines im vorwege diskutierten Begriffsapparats sowie des von Nolde verwandten Materials bestimmt. Dabei zeigt es sich, daß der Maler entgegen der landläufigen Meinung vielleicht zum Teil unbewußt und bestimmt willkürlich, aber nicht unbedacht mit der Farbe umgegangen ist: Sein Wissen um das Material und dessen Wirkungsgesetze war beträchtlich - und seine Bilder fordern tatsächlich je nach Sujet vor allem durch ihre chromatische Anlage eine bestimmte Lesart. Neben den inhaltlichen Deutungen der Werke werden in der Arbeit außerdem die Gründe diskutiert, warum Noldes >Farbensprache< nicht ohne Weiteres zu verstehen ist, sondern sich erst in Kenntnis abendländischer Emblematik, bestimmter kulturgeschichtlicher Sinnketten und der Verbundenheit des Malers mit dem Mittelalter sowie der Kunst des 19. Jahrhunderts erschließen läßt.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Die Dissertation von Frau Sprotte stellt die gründlichste Untersuchung

von Noldes Farbtechnik dar, die im Buchhandel greifbar ist. Aus meiner

Sicht ist sie so gelungen, dass der Doktortitel mit Recht erworben wurde.

Der Leser sollte bereit sein, die Lektüre als echte Arbeit anzugehen.

Der Text ist gut lesbar, aber doch in seiner Dichte anstrengend. Nur zu

empfehlen für Nolde-Fans, die sich wirklich gründlich mit der Technik

Noldes auseinandersetzen wollen.

Manko des Buches ist natürlich, dass es nur wenig Farbabbildungen gibt.

Da der Text jedoch stets die Farbe in das Zentrum der Untersuchung rückt,

bleibt da nur, sich irgendwo farbige Abbildungen der behandelten Bilder

zu besorgen bzw. sich in die entsprechenden Museen, z.B. ins Nolde-

Museum Seebüll zu begeben. Wer das nicht leistet, tut sich mit dem Nach-

vollziehen der Aussagen der Autorin schwer.

Dieser Einwand ist so gravierend für mich, dass ich nur 4 Sterne vergebe.

Ansonsten ist der Preis zwar recht hoch, aber absolut gerechtfertigt für

Leser, die dem Maler Nolde noch näher kommen wollen und dafür auch Zeit

und Mühe opfern möchten.
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