Die Erzählstimme zu Guy Moshes -Bunraku- bringt uns so in die Story hinein. Das Böse, dass ist der Holzfäller Nicola(Ron Perlman); der mächtigste Mann östlich des Atlantik. In einer fiktiven Stadt regiert er mit Hilfe von neun Killern und einer Armee von Rotanzügen gnadenlos und hart. Wer sich ihm in den Weg stellt, stirbt. Der Erzähler berichtet uns dann allerdings von zwei Helden, die in der Story auftauchen. Das ist zum einen der Drifter(Josh Hartnett), der wortkarg und kompromisslos seine Mission verfolgt. Dann ist da noch der Samurai Yoshi (Gackt Kamui), der ein Familienamulett, das sich in Nicolas Besitz befindet, zurückbringen will. Es dauert nicht lange bis Yoshi und der Drifter allein gegen eine ganze Armee stehen. Obwohl...ganz allein sind sie nicht. Da ist ja noch der Barkeeper(Woody Harrelson), der den beiden zur Seite steht. Aber ob das reicht, um den mächtigen Nicola zu besiegen? In jedem Fall ist die Zeit gekommen, um Nicola und seine Schergen zum Kampf zu fordern...
Genau darum geht es letztendlich in -Bunraku-: Die uralte Geschichte des Kampfes! Das ist der zentrale Mittelpunkt der Story. Wie Guy Moshe das inszeniert hat, ist in jedem Fall sehenswert, wenn auch gewöhnungsbedürftig. In Kulissen, die aus einem Pop-Up-Märchenbuch stammen könnten, sich dabei kreativ und rasant verändern und knallbunt mit jeder Menge Licht und Schatten daherkommen, sind die Kampfauftritte der Protagonisten ein echter Augenschmaus. Man weiß nie, ob man sich gerade in einer alten Sage oder einer Theaterkulisse befindet, aber für das Auftreten "unserer Helden" ist das auch völlig egal.
-Bunraku- verströmt in einigen Szenen den Charme von -Sin City-, funktioniert aber völlig anders. Die Geschichte ist vor allem auf die Charaktere Yoshi, Bartender und Drifter aufgebaut. Wenn man sich an Moshes irrwitzige Kamerafahrten und Schnitte gewöhnt hat, fällt es einem schwer, von der Story zu lassen. Es ist die "alte Nummer" der "Glorreichen Sieben", die gegen eine übermächtige Armee antreten. Das ist so spannend wie eh und je und hat seinen Reiz nicht verloren. -Bunraku- überzeugt dabei mit jeder Menge Martial-Art-Kampfszenen und einer fast schon magischen Bilderflut imaginärer Welten. Der Erzähler der Geschichte ist dabei das Punkt auf dem i.
Die Schauspielgarde ist mit Josh Hartnett, Ron Perlman, Woody Harrelson und Demi Moore vom Allerfeinsten besetzt. Auch die deutsche Synchronisation, vor allem Simon Jägers Stimme für Hartnett, passt perfekt. Vielleicht ist -Bunraku- ein wenig zu lang geraten und der ein oder andere Charakter(zum Beispiel die von Demi Moore gespielte Alexandra) passen nicht so recht in den Plot hinein, das war es dann aber auch schon, was ich zu meckern hätte.
Mut soll ja bekanntlich belohnt werden. Guy Moshe hat in jedem Fall Mut bewiesen, dieses farbgewaltige Kampfspektakel in Szene zu setzen. Nicht jeder Zuschauer wird sich in Moshes Welten zurecht finden. Ich persönlich brauchte ein wenig, um da einzutauchen, habe mich dann aber absolut wohl gefühlt und wollte auf jeden Fall wissen, wie diese Geschichte ausgeht.