Das Buch ist sein Geld leider nicht wert.
Auf der Habenseite stehen: Gute Verarbeitungsqualität und hochwertiges Papier. Interessante Fotos. Auch das Kapitel, in dem Legenden und Fakten auseinanderdividiert werden, ist lesenswert. Auf dieses Thema hätte der Autor sein Hauptaugenmerk legen und das Buch ganz diesem Gesichtspunkt widmen sollen - so etwas hat es wirklich noch nicht gegeben. Leider reicht der hier vermittelte Stoff nicht, um ein Buch zu tragen. Es ist schlicht zu wenig.
Auf der Negativseite summiert sich einiges: Die Beschreibungen der Bunker sind ewigggleich und langweilen rasch. Außerdem kennt der interessierte Leser das bereits aus anderen (ausführlicheren, besseren) Publikationen. Zwei der interessantesten Passagen (den Bericht der grünen Bundestagsabgeordneten und das Szenario eines Atomschlags über Ulm) wurden gleich aus anderen Büchern übernommen. Das macht der Autor kenntlich, es ist also kein "Klauen", letztlich aber eben auch nur Wiederholung und Füllstoff. Dazu kommen teils haarsträubende Rechtscheib-, Komma- und Ausdrucksfehler. Die Fehlerdichte ist dermaßen hoch, dass sie einfach nur Unmut erzeugen.
Harald Fäths beide Jonastalbücher sind von der Aufmachung her zwar wesentlich schlechter als das Bunkerbuch, inhaltlich aber enthalten sie mehr Fakten, sind durchweg spannend und wesentlich "lesbarer". Dieser Publikation hier hätte ein gründliches Lektorat gut getan - und wie gesagt: Der Autor hätte sich auf das Thema "Was bleibt übrig von den Gerüchten über Bunker aus dem Kalten Krieg?" konzentrieren sollen. Dann wäre das Buch etwas ganz Eigenes geworden.
Eigentlich zwei Sterne, wegen der vielen Rechtschreibfehler bleibt leider nur einer übrig.