Das hat nun wirklich nichts mehr mit dem der Autorin so oft angedichteten eigenen literarischen Stil zu tun. Das ist einfach nur ein skandalös banaler und vom Verlag noch dazu völlig unbearbeiteter Text, der dem Leser hier zugemutet wird. Durchgehend grammatikalische, stilistische Missgriffe, inhaltliche, logische Inkonsequenzen, haufenweise Rechtschreibfehler, falsch gesetzte oder fehlende Satzzeichen etc. Warum spart der Verlag am Lektorat? Wo war denn hier der bewährte Tannöd-Lektor?
Charakterisierung, Handlungsweise und Sprachstil der Protagonisten bleiben durchweg hölzern, unglaubwürdig und klischeehaft. Der Satzbau eintönig und repetitiv, nach wenigen Seiten extrem nervend. All das erinnert eher an Bastei-Lübbe-Heftchen als an großen Krimi resp. Roman.
Man stelle sich z.B. folgende Schilderung aus dem Buch konkret vor: "Er (d.h. der männliche Protagonist) tippelt nervös vor mir herum, dabei wippt er mit dem Oberkörper vor und zurück." Oder: "Trete nur mit dem vorderen Fuß auf, ...", oder auch nett: "...,So Leute. Die Muskulatur wird jetzt durchtrennt, dann, nach dem Bauchfell, geht`s dem Darm an den Kragen!' Der Chirurg lacht". Unfreiwillige Sprachkomik pur.
Und noch eine Frage: Was bitte sind z.B. "zugeparkte Straßenränder", was sind "Scheißteile" oder was bitte ist ein "Fetz" (vermutlich gemeint: "Fez" - eigentlich doch ganz leicht im Duden zu finden)?
Auch von der Handlungslogik her äußert fragwürdig; nur ein Beispiel: Wie bitte kommen Polizei und Rettungskräfte zur Mühle, von der niemand etwas weiß, wenn doch alle, bis auf den Täter, abgestochen sind? Gedankenübertragung? Rennt der Täter zur Polizei und bezichtigt sich selbst? Und wie bitte kommen die Rettungsfahrzeuge direkt vor die Mühle, wenn man das Gebäude, wie es an anderer Stelle heißt, nicht mit dem Auto erreichen kann? Und schließlich: Warum heißt das Buch eigentlich "Bunker", wenn der doch kaum vorkommt? Aber schon klar: Der Titel "Mühle" würde sich wohl in Zeiten von Fritzl, Kampusch und Co. wohl kaum so gut verkaufen .... Also: alles Fassade, oder was?
Immerhin: Ein Stern, aber nur für das wirklich wieder hervorragende, assoziative Cover von Maja Bechert.