Das Buch ist das umfangreichste und auch informativste Werk zu den Bundespräsidenten unseres Landes. Es erklärt leicht und verständlich die Aufgaben und Funktionen des Bundespräsidenten. Hinzu kommen noch die umfangreichen Biographien der einzelnen Bundespräsidenten, von Heuss bis Köhler. Es werden dabei Werdegang und gesellschaftliches Wirken der einzelnen Bundespräsidenten ausführlichst dargestellt. Auch die jeweiligen Amtszeiten sind genau beschrieben. Dies alles macht das Buch zu einem Standartwerk, aber leider nicht zu einem perfekten.
Zur Kritik: Als erstes sei angemerkt, dass sich in der ausführlichen Darstellung die Rolle der Frauen der Bundespräsidenten äußerst sparsam ausnimmt,doch gerade hier wäre eine genauere Darstellung an deren Teilhabe (Mitwirkung) am Amt ihrer Männer wünschenswert gewesen (Leseempfehlung: Ursula Salentin- Neun Wege in die Präsidentenvilla). Die Ausführungen im theoretischen Teil machen gerade einmal 1 1/2 Seiten aus - zu wenig.
Die Übergänge zwischen den einzelnen Abschnitten in den jeweiligen Biographien sind manchmal zu schlagartig und lassen Überleitungen vermissen.
Auch die Amtszeiten sind zwar ausführlich dargestellt, aber die Darstellung einzelner wichtiger Reden oder Ereignisse lassen manchmal Fragen nach dem Warum offen.
Desweiteren schreiben die Autoren, dass viele dazu neigen, die Bundespräsidenten auf einen Sockel zu stellen und von unten anzustaunen, aber dieser Fehler findet sich auch in diesem Buch. Der Umgang mit einzelnen Lebensphasen der Präsidenten erfolgt teilweise zu unkritisch. Viel zu wenig wird die Zeitkritik am jeweiligen Bundespräsidenten ernstgenommen, oft entsteht der Eindruck, dass die Amtsinhaber über jeden Verdacht erhaben sind und, wenn sie negativ in die Schlagzeilen geraten, einfach (oder zumindest überwiegend) nur Opfer.
Um aus dem Buch ein wegweisendes Standartwerk zu machen, wäre auch der Abdruck einiger wichtiger Reden der Bundespräsidenten noch wünschenswert.
Insgesamt aber, bei den Büchern, die zum Thema auf dem Markt sind, sticht dieses trotz allem heraus. Es ist in jedem Fall empfehlens- und lesenswerts aber (leider) nicht perfekt.