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Bunbury oder wie wichtig es ist, ernst zu sein : ein leichtes Stück für ernsthafte Leute
 
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Bunbury oder wie wichtig es ist, ernst zu sein : ein leichtes Stück für ernsthafte Leute [Taschenbuch]

Oscar Wilde , Christine Hoeppener
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 158 Seiten
  • Verlag: Insel Verlag; Auflage: 3 (28. September 1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3458339353
  • ISBN-13: 978-3458339359
  • Originaltitel: The Importance of Being Ernest. A Trivial Comedy for Serious People
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 10,9 x 0,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 45.209 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Oscar Wilde
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Hinter aller Leichtigkeit der Dialoge steht der Ernst von Oscar Wildes gesellschaftskritischer Persiflage der viktorianischen Mentalität mit ihrer heuchlerischen Fassade, der übersteigerten Wertschätzung von Rang, Namen und Herkunft."Bunbury oder Die Bedeutung, Ernst zu sein" ist Oscar Wildes letzte, berühmteste und erfolgreichste Komödie. Sie kam erstmals am 14. Februar 1895 in der Inszenierung von George Alexander im Londoner St. James' Theatre zur Aufführung. Vier Jahre später erschien die erste Buchausgabe.
Schon im Titel spiegelt sich die Ironie dieser "trivialen Komödie für ernsthafte Leute": im Wortspiel zwischen "ernst" als Eigenschaft und "Ernst" als Name. Sie wird konsequent in eine Handlung ohne rechten Handlungsverlauf umgesetzt, mit unwahrscheinlichen, kaum enden wollenden Verwechslungen und Verwicklungen: Zwei junge Herren, Dandys par excellence, haben sich zwei Phantasiegeschöpfe für ihre amourösen Eskapaden ausgedacht: John den kränkelnden Freund "Bunbury" auf dem Lande und Algernon den leichtlebigen Bruder "Ernest" in der Stadt. Da Cecily, Johns Mündel, und Gwendolen, Algernons Kusine, außerordentlichen Wert auf den Namen Ernest legen, machen sie schließlich auch die Wahl ihrer Ehekandidaten davon abhängig. Daraus entwickeln sich Kaskaden von Wirrnissen ...
Hinter aller Leichtigkeit der espritvollen Dialoge steht der Ernst von Oscar Wildes gesellschaftskritischer Persiflage der viktorianischen Mentalität mit ihrer heuchlerischen Fassade, der übersteigerten Wertschätzung von Rang, Namen und Herkunft. Wilde entlarvt hier - vergnüglich kaschiert - das Oberflächliche, Seichte und Unehrliche hinter einem eingeübten Rollenspiel.

Über den Autor

Oscar (Fingal O’Flahertie Wills) Wilde wurde am 16. Oktober 1854 in Dublin als Sohn des Arztes William Wilde und der Dichterin Jane Francesca Elgee geboren. Er studierte klassische Literatur am Trinity College in Dublin und am Magdalen College in Oxford. 1879 ging er nach London, wo er sich bald durch seinen extravaganten Lebensstil und seine rhetorische Gewandtheit einen Namen machte. Nach Reisen in die USA, nach Kanada und Frankreich arbeitete Wilde zunächst für verschiedene Zeitungen als Lektor und Herausgeber. Seit 1884 mit Constance Lloyd verheiratet, schrieb und veröffentlichte er 1888 für seine eigenen Kinder die Märchensammlung The Happy Prince and Other Tales. In den folgenden Jahren entstanden weitere Erzählungen (wie The Picture of Dorian Gray, 1891) und zahlreiche Bühnenstücke (wie The Importance of Being Earnest, 1895), die außerordentliches literarisches und gesellschaftliches Aufsehen erregten. Auf dem Höhepunkt seines Erfolges stürzte ihn dann jedoch der Skandal um das langjährige Verhältnis mit Lord Alfred Douglas in den Ruin. Wilde verlor eine Verleumdungsklage gegen Douglas Vater, der ihn der Sodomie bezichtigt hatte, und wurde selbst in einem Strafprozeß wegen Unzucht zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis in Reading floh er vor der gesellschaftlichen Ächtung unter falschem Namen nach Paris. Völlig mittellos starb er hier am 30. November 1900.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Erst verstrickt sich einer in Lügen, dann der andere, dann wird alles furchtbar kompliziert und am Ende hatten doch alle Recht.
Wilde verabscheut Happy End's, weil das wahre Leben so selten glücklich endet. Und doch ist seins vergleichbar mit Shakespeare's "Viel Lärm um nichts", dem größten Happy End aller Zeiten.
Wilde spickt seine Werke mit umwerfenden Lebensweisheiten, die niemand anzweifeln kann und die man schon gelesen haben haben sollte, wenn man auch an der Logik des Zwischenmenschlichen zweifelt. Auch ohne das Ende abzuwarten geben einem seine leicht lesbaren und kurzen Stücke eine Menge.
"...die nachprüfbare, elemtare Tatsache, daß Wilde fast immer recht hat."
Jorge Luis Borges
War diese Rezension für Sie hilfreich?
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Alles Leben ist Beschränkung." (Wilde)

Wilde (1854-1900) starb viel zu früh; welch große Kunst ist der Menschheit vorenthalten worden, eine zweite Salome, einen neuen Bunbury, wie gern hätten die Leser diese noch gelesen. Er irrte sich nicht, als er sagte, sein Genie bewahre er für das Leben, sein Talent investiere er in die Kunst. Doch sein Genius war größer als seine Rolle innerhalb der Dandy-Gesellschaft Yeats hielt ihn für einen frustrierten Mann der Taten, den es in die Literaturszene verschlagen habe. Und doch ist seine letzte Komödie die beste. Denn die Komödie, die oft in den Schatten der ehrwürdigeren Tragödie gestellt wird, verdient gleichwohl eine genauere Würdigung. Und so gebe ich Jorge Luis Borges Recht, der sagte: "Der größte Ästhet hat fast immer Recht". Wollen wir mehr wissen, als dass Wilde ein must have in schlechten Zeiten ist? Wer sonst sollte uns aufmuntern? "Wir können den Tag nicht mit Erklärungen hinbringen", formulierte einst Emerson und so wird Wilde gedacht haben. Wilde ist geschaffen für das Paradoxe, für den Witz, den Humor, das Pointierte. Dieses finden wir brillant in Bunbury, ebenso wie die höchste Kritik, die nichts anderes ist, als das "Zeugnis der eigenen Seele", wie Lady Brachnell vermutet.

Ernst sein ist alles! Man könnte meinen, Wilde schrieb eine Parodie auf sich selbst, auf sein Doppelgängerleben. It is important to be W(w)ilde. Der Wortwitz mit earnest und ernest steht auf höchstem Niveau. "Onkel Jack ist furchtbar ernst", sagt Cecily, eben über Jack, der auf dem Lande Jack ist, in der Stadt jedoch Ernst, um ungehindert sein amouröses Leben genießen zu können. (Jack=John=Ernest Worthing) Und sein Freund/Bruder (Algernon Moncrieff=Bunbury=Ernest Worthing), der ungehindert aufs Land fahren will, Stadtflucht zur Ruhe braucht und dem dieses nur gelingt, in dem er den Invaliden Bunbury ersinnt, der zu pflegen ist. Zwei Menschen, bekannt als Freunde und unwissend der Geschwisterstellung, beide verliebt, Jack aka Ernst in Gwendolen, die Tochter der Lady Bracknell, Algernon aka Ernst (vorgeblich) in Cecily.

Die die Geschichte umfassenden Sätze: "Das, mein lieber Algy, ist die ganze Wahrheit, klar und einfach" und das erkenntnisreiche Bemerken am Ende entsetzt Jack: "Gwendolen, es ist furchtbar für einen Mann, wenn sich plötzlich herausstellt, dass er sein ganzes Leben lang nichts als die Wahrheit gesagt hat" prägen den Inhalt. Ein Spiel, ein Verwirrspiel erster Güte um Lüge und Wahrheit, eigentlich um den Verfall der Lüge. Denn die vermeintliche Lüge entpuppt sich als Wahrheit. Literarisch orthodox wäre die scheinbare Lüge, die zur Wahrheit wird, Wilde jedoch liebt das Paradoxe, die ganze Wahrheit von Anfang an ist Lüge und bestätigt sich als Wahrheit erst am Schluss. Dieses Prinzip durchzieht das Stück, wie das Wortspiel von earnest und Ernest. Da wo die Antwort auf die Frage: "Wenn sie ihm glauben können?" wunderbares Echo findet: "Nein. Aber das ändert nichts an der wundervollen Schönheit der Antwort". Und Wildes Liebe zum Paradoxen präsentiert sich bestens in der Wartespannung, als Jack die Reisetasche sucht und Wilde Gwendolen sagen lässt: "Die Ungewissheit ist furchtbar. Hoffentlich dauert sie an".

"Ich heiße also Ernst" resümiert Jack voller Stolz, die Verhältnisse sind geregelt, das Happy End naht unwiderruflich. Und Jack ergänzt voller Zweideutigkeit: "Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben gemerkt, wie wichtig es ist, ernst zu sein".

Wilde ist bravourös und allzeit zu empfehlen. (Salome, Dorian Gray, Teleny stehen rezensiert bereit) Sein Leben fasst er so zusammen: "Was mir das Paradoxe in der Sphäre des Denkens war, wurde mir das Perverse im Bereich der Leidenschaft". (De Profundis, Brief an seinen Freund Lord Alfred Douglas)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Bücher-Liebhaberin TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Der englische Gentleman Jack behauptet einen Bruder namens Ernst zu haben, genauso wie sein Freund Algernon, der behauptet einen kränklichen Freund namens Bunbury zu haben. Beide nehmen so ihre Freunde auf den Arm, die ihnen diese "falschen Tatsachen" abkaufen. Jack verliebt sich Algernons Cousine Gwendolen und gibt sich ihr gegenüber als Ernst aus. Jacks Mündel Cecily verlobt sich mit Algernon, von dem sie jedoch glaubt er sei Jacks Bruder Ernst. Die Situation wird immer verstrickter und gestaltet sich diffizil, bis endlich Klarheit herrscht und die Auflösung der Täuschungen die Fäden entwirrt...

Mit "Bunbury" schuf Wilde seine wohl beste Komödie unter seinen vier verfassten Komödien, denn "Bunbury" ist von so viel Sprachwitz, Komik und Intelligenz durchzogen, dass es unverzeihlich wäre diese Komödie mit einer anderen von Wilde zu vergleichen, denn "Bunbury" scheint ein Werk zu sein, dass seine eigenen Regeln aufstellt und drei Mal mehr Witz zu besitzen scheint als "Lady Windermeres Fächer", "Ein idealer Gatte" oder "Eine Frau ohne Bedeutung". Wenn es eine Komödie von Wilde gibt, die den Leser am lautesten auflachen lassen kann, so muss es "Bunbury" sein, den es verbirgt sich quasi hinter jedem Satz ein Grund, um zu schmunzeln. Insofern ein sehr, sehr empfehlenswertes Buch von Wilde, das bei seinen Aufführungen im Theater noch über hundert Jahre später, als auch damals, vor Erfolg, Charme und Witz glänzt.

Dieser Text wurde von einer 18-jährigen verfasst.
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