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Bullshit Nights. Die Geschichte mit meinem Vater
 
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Bullshit Nights. Die Geschichte mit meinem Vater [Gebundene Ausgabe]

Nick Flynn
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 337 Seiten
  • Verlag: Mareverlag; Auflage: 3. (1. März 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 393638441X
  • ISBN-13: 978-3936384413
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,4 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 270.609 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Nick Flynn
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Schon eine Erfahrung der besonderen Art, nach Jahren seinen Vater in dem Obdachlosenheim wiederzusehen, in dem man selbst als Sozialarbeiter tätig ist. Autoverkäufer, Möchtegern-Literat, Knastbruder, Penner --, im Nebenberuf Alkoholiker und Aufschneider. So lautet die biografische Schussfahrt, die Nicks Vater bewältigt hatte. Die Mutter hatte mit ihren beiden Söhnen schon früh das Weite gesucht, in der Folge hatte Nick die Bostoner „Bullshit Nights“ von ganz unten kennen gelernt. Den Vater hatte er nur selten gesehen, einige hochtrabende, distanzierte Briefe zeugten davon, wie sehr dieser seine schäbige Lebenslüge hegte. Nick tat, was sein Vater nie verwirklicht hatte: Er schrieb sich von ihm weg. Und dadurch zu ihm hin. Es entstand das Dokument einer Hassliebe.

In den USA scheint derzeit eine regelrechte literarische Aufarbeitungswelle von Problemkindheiten zu grassieren. Doch anders als bei Augusten Burroughs (Krass! und Trocken!), dessen düsteres Elternschicksal als Folie für eine sarkastische Nummernrevue dient, trägt Nick Flynn einen verzweifelten inneren Kampf aus. Der Sozialarbeiter und Fachmann für Gestrauchelte, der dem eigenen Vater nicht helfen kann und will, wird selbst zur traurigen Figur. Erschütternd die Szene, in der er den Vater vom gut beheizten Loft aus auf der Straße einsam einem unbekannten Schicksal entgegentrotten sieht, ohne ihn einzuladen. Nick kennt die Anlagen, die er geerbt hat, ist selbst hoch gefährdet. Zu groß daher die Angst, in den gleichen Schicksalsstrudel gezogen zu werden.

„Eine interessante Arbeit, wenn man es als Handbuch für ungenügendes und fehlerhaftes menschliches Verhalten betrachten will“, mäkelte ein amerikanischer Amazon-Leser. Ein Resümee, das genau aus jenen menschlichen Kälteregionen entstammt, gegen die das Buch anzuschreiben versucht. Schließlich ist Nicks Erinnerungswerk auch die bittere Bestandsaufnahme einer Gesellschaft, die die Trennung von den „homeless people“ erfolgreich und gnadenlos vollzogen hat. Nein, hier wird -- in einer Sprachpoesie, wie sie selten geworden ist -- die zutiefst humane Frage nach Verantwortung und Mitgefühl gestellt: „Wenn nicht du für deinen Vater verantwortlich bist, wer dann?, so die Erkenntnis des Autors. „Wer soll ihn denn vom Boden aufheben, wenn nicht du?“ Dies die vielleicht grundlegendste Botschaft eines väterlichen Spiegelbildes namens Nick Flynn. --Ravi Unger

FAZ, 16. März 2005

[...]"Bullshit Nights" liest sich wie ein kunstvoll konstruierter Roman, ist aber ein kunstvoll konstruiertes Memoirenbuch. Darin geht es gleichzeitig um eine Vatersuche und um eine große Anstrengung, dem Vater zu entfliehen. Ohne Gefühligkeit. Ohne Anklagen. Manchmal wütend, oft traurig. Mit Distanz des Ich-Erzählers auch zum tatsächlichen Ich, dessen Leben er hier ausbreitet. Ohne Prätention auch in den literarischen Verweissen auf andere schreckliche, lächerliche Väter wie König Lear, auf andere Sinnleeren wie im "Endspiel", auf andere monumentale Suchaktionen wie "Moby Dick". Woher Flynn die Energie nimmt, in kurzen Kapiteln mit einigen Pausen ein ziemlich dynamisches Tempo vorzulegen, ist nicht ganz klar. Denn sein Lebensgefühl folgt einem ganz anderen Takt: "Da mein Weg nirgendwohin führte, ging ich ihn langsam" [...]

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
"Bullshit Nights" ist sehr plastisch und lebendig geschrieben. Man spürt, dass der Autor diese Dinge tatsächlich erlebt und am eigenen Leib erfahren hat und leidet förmlich mit, auf dem Lebensweg von Vater, Mutter und Sohn. Aber nach dem soundsovielten Drogenrausch fängt man irgendwann unwillkürlich an zu seufzen: "Ja, ich hab's allmählich kapiert." Und das ist die ganz große Schwäche des Buches: Schon nach wenigen Kapiteln hat man eigentlich alles gelesen. Alles was danach noch kommt ist eine sich immer wieder wiederholende Endlosschleife aus Drogen- und Gewalt, Alkohol, Hoffnungslosigkeit, aufkeimender Hoffnung, weiteren Schicksalschlägen, dann wieder Drogen, Kriminalität und so weiter und so weiter ...

Schlimm genug, dass jemand das alles tatsächlich durchleiden musste, aber dennoch las ich nach zweihundert Seiten nur noch weiter, weil ich wissen wollte, wie die Geschichte letztlich ausgeht, oder ob es irgendwann einmal etwas Neues gibt. Gab es aber nicht. Drogen, Alkohol, Verzweiflung ... Immer öfter ertappte ich mich dabei, wie ich anfing, Seiten auszulassen, ja, ganze Kapitel zu überblättern. Was konnte ich schon verpassen? Den nächsten Schicksalsschlag, die darauf folgenden weiteren Drogenräusche, Verzweiflungstaten, Knast, Alkoholexzesse ...

Dreihundertsechzig Seiten hat das Buch. Das Ganze zusammengedampft und komprimiert auf die Hälfte hätte es möglicherweise zu einem wirklich guten Buch gemacht.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von F. Martin
Format:Gebundene Ausgabe
Papa Jonathan verklärt sich gerne zum größten amerikanischen Schriftsteller aller Zeiten. Er sieht sein bislang unveröffentlichtes literarisches Werk auf gleicher Augenhöhe mit den Romanen von Salinger, Kerouac, Hemingway. Sein Sohn Nick weiß es besser: der Vater ein Säufer, Sprücheklopfer, Knastbruder, Obdachloser. Aber Vater und Sohn teilen eine Gemeinsamkeit: die Leidenschaft am Schreiben. Literatur ist für sie beide mitunter auch Weltflucht. Und letzter Rettungsanker vor dem Totalausfall.

Und so erzählt uns Nick Flynn in "Bullshit Nights" die Geschichte seiner Familie, vorrangig die seines Vaters. Und zeigt uns in einem bunten Mix aus Dialogfetzen, Rückblenden und romanähnlichen Passagen wohin (auch eigene!) Saufexzesse und Drogenpartys führen können: ungebremst in die Gosse. Und ganz unten treffen sich der obdachlose Vater und der Sohn dann auch tatsächlich. Nick hält Distanz. Er weiß warum. Denn: "Wenn ich dem Ertrinkenden zu Hilfe käme, würde er mich hinabziehen. Ich konnte nicht sein Rettungsfloß sein." Aber Nick setzt sich hin. Und beginnt endlich zu schreiben.

Nick Flynn ist seinem Vater voraus: mit „Bullshit Nights" hat er nicht nur einen brutal ehrlichen Text verfasst, sondern diesen auch tatsächlich publizieren lassen. Es ist keine Anklageschrift gegen den eigenen Vater geworden. Sondern vielmehr ein Plädoyer für mehr Toleranz und Menschlichkeit. Nick weiß: abstürzen kann man jederzeit. Und auch er ist dagegen nicht gefeit. Seinen Vater Jonathan hat Nick bis heute noch nicht ganz verstanden. Ob er das je tun wird? Vermutlich nicht. Das ist weiter nicht tragisch. Auch ich verstehe nicht alles, was mein Vater tut.

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Nick Flynn versucht sich am schwersten, was es in der Literatur gibt: Der Aufarbeitung eines selbst erlittenen Traumas, hier die (Nicht)Beziehung eines Sohnes zu seinem alkoholkranken Vater. Streckenweise gelingt die eindringliche Schilderung des sozialen Abrutschens und Lebens auf der Straße, doch leider werden laufend Theaterstückhafte Dialogszenen, Gedichte, Gedanken und anderes eingestreut ohne dass man sagen könnte, es mache wirklich Sinn. Das wirkt zwar auf manche wie große Kunst, bringt aber den Erzählfluss ins Stocken und bremst. Ich persönlich hatte mir mehr erwartet, auch vom Spannungsbogen der sich über zwanzig Jahre erstreckenden Geschichte. Leider ist die autobiographische Erzählung zu mehr nicht in der Lage. Es war eben so, wie es war, mitunter langweilig. Nur muss ich das lesen?
Nick Flynn schrieb vorher Lyrik, das war sein erster Roman. Er sagt von sich selbst, dass er sich eigentlich nicht in der Lage fühlte, ihn zu schreiben. Diese Zerissenheit merkt man. Insgesamt durchaus lesenswert, auch berührend, aber die teils hymnische Kritik ist in meinen Augen nicht ganz gerechtfertigt.
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Die neuesten Kundenrezensionen
irgendwie fad
dieses buch ist mir schon öfters über den weg gelaufen und ich war immer kurz davor es zu kaufen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 22. Juni 2008 von bADVICE
Irgendwie mehr erwartet.
Irgendwie hatte ich mich so auf das Buch "gefreut". Irgendwie hatte ich mehr erwartet. Irgendwie dachte ich, es wäre , naja ein bißl reißerischer. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 22. Juni 2007 von Päpstin
Wunderbar!
Ein trinkender Obdachloser und sein Sohn Nick, der versucht mit dieser Situation klar zu kommen, sind die Hauptdarsteller des Buches. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. Januar 2006 von "urappenglueck"
Genial!
Zufällig fiel mir das Buch in die Hände. Ich laß den Rückentext und war erst wenig begeistert. Lesen Sie weiter...
Am 8. Januar 2006 veröffentlicht
Ein Buch das man nicht mehr aus der Handlegen kann.
Ich bin nur zufällig auf das Buch gestossen, weil mir die rote Schrift ins Auge fiel. Die ersten zwanzig Seiten habe im Geschäft gelesen und musste es einfach... Lesen Sie weiter...
Am 4. August 2005 veröffentlicht
Eine beeindruckende Familienchronik
Der Vater auf dem tiefen Fall nach unten. Zunächst Autohändler, dann Taxifahrer , dem Alkohol verfallen, landet schließlich im Obdachlosenasyl. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 20. April 2005 von Carl-heinrich Bock
feinfühlig
Ein feinfühliger Roman, ohne sentimental zu wirken. Ein wenig amerikanisch ist das Buch schon, allerdings spannend und auch bewegend. ein gutes buch !
Veröffentlicht am 11. April 2005 von Zensurius
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