Aus der Amazon.de-Redaktion
Wir sind regelrecht umzingelt von Bullshit: inhaltsleerem Geschwätz, sprachlichen Hohlheiten, die irgendeinen Effekt erzielen, aber nichts aussagen wollen. Dieser brillante philosophische Essay analysiert den Begriff Bullshit und formuliert dabei die unangenehme Frage: Warum tolerieren wir so viel Bullshit, obwohl er doch ein größerer Feind der Wahrheit ist als die Lüge?
Durch eine "vorsichtig sondierende philosophische Analyse" will der renommierte amerikanische Philosoph "skizzenhaft die Struktur dieses Begriffs aufzeigen". Er untersucht die Verwendung des Wortes Bullshit, kommentiert frühere Definitionen und grenzt dabei den Begriff immer mehr ein. Wer moderner Sprachphilosophie bei der Arbeit zusehen möchte, findet in der jüngeren Literatur kaum lebendigere Beispiele als Bullshit.
Apropos Beispiele: Diese spielen eine zentrale Rolle in Frankfurts Argumentation. Neben einfachen Fällen von Bullshit -- dem Redner etwa, der anlässlich des amerikanischen Unabhängigkeitstages vom "gesegneten Land" spricht, "dessen Gründerväter unter Gottes Führung eine neue Ära für die Menschheit eingeläutet haben" -- spielt auch eine biografische Anekdote um Ludwig Wittgenstein eine Schlüsselrolle. Dieser staucht eine erkrankte Freundin regelrecht zusammen, als sie sagt: "Ich fühle mich wie ein Hund, den man überfahren hat." Wittgenstein verzeiht ihr in dieser Situation nicht, dass sie, um ihre Gefühle auszudrücken, die Frage nach der Wahrheit des Gesagten völlig außer Acht lässt. "Gerade in dieser fehlenden Verbindung zur Wahrheit ... liegt meines Erachtens das Wesen des Bullshits", so Frankfurt.
Das philosophische "Dynamit" von Bullshit findet sich dann vor allem in den Schlusspassagen. Hier fragt der Autor nach den Folgen des Bullshitting und konstatiert: "Wenn jemand ... nur noch danach fragt, ob Behauptungen ihm in den Kram passen oder nicht, kann seine Wahrnehmung der Realität darunter leiden oder sogar verloren gehen." Wer bei diesen Worten u.a. an die Bush-Administration denkt, liegt erstens nicht falsch und versteht zweitens, warum sich Bullshit in den USA über 400.000 Mal verkauft hat. Und Frankfurt geht noch weiter, wenn er fragt, warum es heute so unglaublich viel Bullshit gibt. Ein Grund liegt laut Frankfurt darin, dass in Demokratien besonders häufig jemand glaubt, sich öffentlich zu einem Thema äußern zu müssen, von dem er einfach keine Ahnung hat. Einen zweiten Grund sieht er in einem weit verbreiteten, in seiner Augen aber abstrusen Skeptizismus, der Aufrichtigkeit höher stellt als Richtigkeit, weil er davon ausgeht, dass einem das eigene Innenleben eher zugänglich ist als die Welt um einen herum. Frankfurt dazu: "Bullshit".
"Dieses Buch wird Ihr Leben verändern", schrieb die Sunday Times. Das ist natürlich Bullshit. "Dieses Buch kann Ihr Leben verändern" -- diese Aussage trifft zu. Und einen besseren Grund, ein Buch zu lesen, gibt es nicht. --Roland Große Holtforth
Pressestimmen
»Gern schneidet man sich von Harry Frankfurt eine große Scheibe ab, nimmt sich vor, seine Worte demnächst besser zu wählen und, wie der Autor dringend empfiehlt, nur noch von solchen Dingen zu sprechen, von denen man etwas versteht. Aber etwas Unheimliches bleibt nach dieser Katharsis zurück. Man male sich das doch einmal in Ruhe aus: Wie still würde es im öffentlichen Raum, ... Und wohin mit all der Zeit, die man durch all den nicht gesprochenen bullshit einspart?« (
Frankfurter Allgemeine Zeitung )
»... Frankfurt ist Philosoph, und wenn er poltert, poltert er philosophisch. Er ermittelt tiefere Gründe des verantwortungslosen Geredes, vor allem den konventionellen Skeptizismus.«
(
Süddeutsche Zeitung )
»Im Zentrum von Frankfurts elegantem philosophischem Essay steht die Frage, was den Bullshit wesensmäßig von der Lüge unterscheidet. Die Lösung des schwierigen Philosophenrätsels sei hier nicht verraten, nur soviel: Laut Harry G. Frankfurt geht der geübte Bullshitter in seiner Ablehnung der Wahrheit viel radikaler vor als der banale Lügner. «
(
Literarische Welt )
»Darauf hat die Welt lange gewartet.
Dieses Buch wird Ihr Leben verändern.«
(
Sunday Times )