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Bullshit [Gebundene Ausgabe]

Harry G. Frankfurt , Michael Bischoff
2.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (22 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 73 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 4 (20. Februar 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518584502
  • ISBN-13: 978-3518584507
  • Originaltitel: On Bullshit
  • Größe und/oder Gewicht: 15,4 x 10 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (22 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 51.302 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Wir sind regelrecht umzingelt von Bullshit: inhaltsleerem Geschwätz, sprachlichen Hohlheiten, die irgendeinen Effekt erzielen, aber nichts aussagen wollen. Dieser brillante philosophische Essay analysiert den Begriff Bullshit und formuliert dabei die unangenehme Frage: Warum tolerieren wir so viel Bullshit, obwohl er doch ein größerer Feind der Wahrheit ist als die Lüge?

Durch eine "vorsichtig sondierende philosophische Analyse" will der renommierte amerikanische Philosoph "skizzenhaft die Struktur dieses Begriffs aufzeigen". Er untersucht die Verwendung des Wortes Bullshit, kommentiert frühere Definitionen und grenzt dabei den Begriff immer mehr ein. Wer moderner Sprachphilosophie bei der Arbeit zusehen möchte, findet in der jüngeren Literatur kaum lebendigere Beispiele als Bullshit.

Apropos Beispiele: Diese spielen eine zentrale Rolle in Frankfurts Argumentation. Neben einfachen Fällen von Bullshit -- dem Redner etwa, der anlässlich des amerikanischen Unabhängigkeitstages vom "gesegneten Land" spricht, "dessen Gründerväter unter Gottes Führung eine neue Ära für die Menschheit eingeläutet haben" -- spielt auch eine biografische Anekdote um Ludwig Wittgenstein eine Schlüsselrolle. Dieser staucht eine erkrankte Freundin regelrecht zusammen, als sie sagt: "Ich fühle mich wie ein Hund, den man überfahren hat." Wittgenstein verzeiht ihr in dieser Situation nicht, dass sie, um ihre Gefühle auszudrücken, die Frage nach der Wahrheit des Gesagten völlig außer Acht lässt. "Gerade in dieser fehlenden Verbindung zur Wahrheit ... liegt meines Erachtens das Wesen des Bullshits", so Frankfurt.

Das philosophische "Dynamit" von Bullshit findet sich dann vor allem in den Schlusspassagen. Hier fragt der Autor nach den Folgen des Bullshitting und konstatiert: "Wenn jemand ... nur noch danach fragt, ob Behauptungen ihm in den Kram passen oder nicht, kann seine Wahrnehmung der Realität darunter leiden oder sogar verloren gehen." Wer bei diesen Worten u.a. an die Bush-Administration denkt, liegt erstens nicht falsch und versteht zweitens, warum sich Bullshit in den USA über 400.000 Mal verkauft hat. Und Frankfurt geht noch weiter, wenn er fragt, warum es heute so unglaublich viel Bullshit gibt. Ein Grund liegt laut Frankfurt darin, dass in Demokratien besonders häufig jemand glaubt, sich öffentlich zu einem Thema äußern zu müssen, von dem er einfach keine Ahnung hat. Einen zweiten Grund sieht er in einem weit verbreiteten, in seiner Augen aber abstrusen Skeptizismus, der Aufrichtigkeit höher stellt als Richtigkeit, weil er davon ausgeht, dass einem das eigene Innenleben eher zugänglich ist als die Welt um einen herum. Frankfurt dazu: "Bullshit".

"Dieses Buch wird Ihr Leben verändern", schrieb die Sunday Times. Das ist natürlich Bullshit. "Dieses Buch kann Ihr Leben verändern" -- diese Aussage trifft zu. Und einen besseren Grund, ein Buch zu lesen, gibt es nicht. --Roland Große Holtforth

Pressestimmen

»Gern schneidet man sich von Harry Frankfurt eine große Scheibe ab, nimmt sich vor, seine Worte demnächst besser zu wählen und, wie der Autor dringend empfiehlt, nur noch von solchen Dingen zu sprechen, von denen man etwas versteht. Aber etwas Unheimliches bleibt nach dieser Katharsis zurück. Man male sich das doch einmal in Ruhe aus: Wie still würde es im öffentlichen Raum, ... Und wohin mit all der Zeit, die man durch all den nicht gesprochenen bullshit einspart?« (Frankfurter Allgemeine Zeitung )

»... Frankfurt ist Philosoph, und wenn er poltert, poltert er philosophisch. Er ermittelt tiefere Gründe des verantwortungslosen Geredes, vor allem den konventionellen Skeptizismus.«

(Süddeutsche Zeitung )

»Im Zentrum von Frankfurts elegantem philosophischem Essay steht die Frage, was den Bullshit wesensmäßig von der Lüge unterscheidet. Die Lösung des schwierigen Philosophenrätsels sei hier nicht verraten, nur soviel: Laut Harry G. Frankfurt geht der geübte Bullshitter in seiner Ablehnung der Wahrheit viel radikaler vor als der banale Lügner. «

(Literarische Welt )

»Darauf hat die Welt lange gewartet.
Dieses Buch wird Ihr Leben verändern.«

(Sunday Times )

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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen "Bullshit" ist subversiv..., 8. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Bullshit (Gebundene Ausgabe)
Das Buch hat nur 70 Seiten. Es wird beworben mit dem Spruch: "Dieses Buch wird ihr Leben verändern!" Und... hahaha... das könnte es theoretisch auch. In aller Kürze - der Autor möchte eine Definition des Bullshit geben: Bullshit ist wenn man redet, ohne an der Wahrheit oder Unwahrheit seiner Aussagen interessiert zu sein, im Gegensatz zur Lüge, bei der man bewusst lügt. Nun wendet der Autor seine ganze Argumentation ins Ironische, indem er behauptet, die Wahrheit ergründen zu wollen, sei auch ein Bullshit-Projekt. Angesichts der deutschen Stammtisch-Kultur (derzufolge immer nur die "Politiker" und "der Sauhaufen da oben" und bevorzugt: "die Spitzenmanager")den ganzen Bullshit produzieren, wäre es doch ratsam, mal den Blick auf sich selbst zu richten und sich Rechenaschaft darüber zu geben, wie oft man eigentlich selbst bloß "heiße Luft" von sich gibt! Ich jedenfalls musste einen Moment innehalten und mir eingestehen, dass ich nicht immer in aller Redlichkeit darauf achte, auch wirklich im Interesse der Wahrheit zu sprechen. Also(!): Jeder kehre vor seiner eigenen Tür!
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44 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Alles nur Mist??, 4. April 2006
Von 
Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Bullshit (Gebundene Ausgabe)
Klar, der Titel hat was. Der Professor für Moralphilosophie an der Universität Princeton hätte seinen Aufsatz gewiss auch anders, weniger plakativ, nennen können. Aber dann hätte ich „Bullshit" sicherlich nicht gekauft und könnte jetzt diese Rezension nicht schreiben, die nach der Definition von Harry Frankfurt nur eines sein kann: totaler Bullshit.

Doch worum geht es eigentlich? Nachdem Frankfurt zu Beginn festgestellt hat, dass es heute so viel Bullshit gebe wie noch nie, definiert er im Hauptteil seines Aufsatzes diesen von allen Teilen der Bevölkerung so regelmäßig benutzen Begriff aus der Sicht eines Moralphilosophen. Hauptunterschied zwischen einem Lügner und einem „Bullshiter" sei, dass der Lügner meint eine Wahrheit zu kennen, die er dann bewusst verfälschen kann, um so ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Der „Bullshiter" hingegen kümmere sich nicht um die Wahrheit/Lüge Einteilung der Welt. Sein Verhältnis zu der ihm umgebenden Realität ist pure Gleichgültigkeit. Es kümmere den „Bullshiter" nicht, wie er einen Sachverhalt darstellt, so lange es seinem Zweck dient.

Für eine Person, die erkannt hat, dass es ihm oder ihr nicht möglich ist, die Welt in wahr und falsch einzuteilen, gebe es nur zwei Möglichkeiten. Entwerder überhaupt nichts mehr zu sagen, oder so zu tun, als gäbe es diese beiden Kategorien noch. Das Ergebnis müsse aber zwangsläufig Bullshit sein.

Bullshit trete besonders dann auf, wenn Menschen über etwas reden, von dem sie keine Ahnung haben. Wenn man nichts über ein Thema weiß, kann man es auch nicht als wahr oder falsch klassifizieren, sondern kann nur gleichgültige Hohlphrasen unters Volk bringen. Und genau aus diesem Grund ist meine Rezension auch Bullshit. Denn von Moralphilosophie habe ich keine Ahnung.

Fazit: Frankfurts Hauptpunkt ist, dass Menschen viel Unsinn verzapfen, wenn die über Dinge reden, über die sie lieber schweigen sollten. Das ist sicherlich richtig doch keine besonders neue Erkenntnis. Der Titel hat dazu beigetragen, diesen Beitrag zu einem Amazon-Topseller zu machen. Zu Recht? Ist „Bullshit" eine kurze, knappe und zutreffende Analyse unserer Gesellschaft, oder einfach nur ein weiteres Beispiel für den uns umgebenden Bullshit. Jeder möge für sich entscheiden.

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48 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Eine Vorrede für ein ungeschriebenes Buch..., 9. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Bullshit (Gebundene Ausgabe)
Philosophieprofessor Frankfurt unternimmt hier über fast 70 Seiten eine schlüssige, aber langatmige Begriffsbestimmung des Wortes "bullshit", seiner Gemeinsamkeiten mit "Humbug", seiner Herleitungen aus allen möglichen Begriffen der Wortfamilie "bull"; lässt sich aus über die möglichen Motive Ludwig Wittgensteins, sich bei einem Krankenbesuch über eine übertriebene Metapher zu entrüsten; zitiert in extenso Definitionen aus dem Oxford Dictionary... derweil wartet der Leser, dass der Autor tatsächlich das Phänomen des Bullshit-Redens an sich unter die Lupe nimmt. Endlich, fünf Seiten vor Schluss, wirft Frankfurt eine erste spannende Frage auf (S. 69): "Warum gibt es so viel Bullshit?" Die Antwort bleibt er uns leider schuldig. Die interessante Frage, ob der Einzelne die Wahrheit eher in sich selbst oder in der ihn umgebenden Welt erkennen kann, hat zwar eigentlich nichts mit dem Gegenstand der Erörterung zu tun, wird aber auf den letzten zwei (!) Seiten diskutiert und ohne nährere Herleitung einseitig beantwortet. Für mich entsteht das Gefühl, dass dieser Aufsatz, der in bibliophiler Aufgeblasenheit (Leineneinband, Fadenheftung) dem Schicksal einer unbedeutenden Broschüre zu entgehen versucht, vielleicht eine nette Einleitung oder Vorrede zu einer gründlichen Untersuchung des Phänomens Bullshit sein könnte.
Mein Fazit: Die Abhandlung selbst kommt in den Ruch, Bullshit zu sein, folgt man der Definition des Autors: "Es ist ihm gleichgültig, ob seine Behauptungen die Realität korrekt beschreiben." (S. 63).
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