Mit seinem 6500 Jahren alten, im Nordosten der Stadt Varna gelegenen, kupfersteinzeitlichen Gräberfeld der Donaukultur und seinem Goldschatz gehört Bulgarien zu jenen Regionen in der Welt, in denen eine der ersten Zivilisationen sind.....
.....im 7. Jahrhundert treffen aus ihrer Heimat an der Donmündung abgewanderte Angehörige eines Turkvolkes auf dem Balkan (türk.: Gebirge) ein, wo sie sich mit dort bereits früher eingetroffenen slawischen Stämme gegen Byzanz zusammenschließen. Im Jahre 861 muss der oströmische Kaiser Michael III. schließlich die Unabhängigkeit des Bulgarenkhanats anerkennen. Nachdem Boris I. das Christentum als Staatsreligion einführte und den Titel Zar annahm, kommt es durch die gleichzeitige Schaffung einer Kirchenordnung mit eigener Rechtssprechung und der glagolitischen Schrift (als Vorläuferin des Kyrillischen) zur staatlichen Konsolidierung, die schließlich im Jahre 927 zur Autokephalie der bulgarisch-orthodoxen Kirche unter einem eigenen Patriarchen führen sollte...
..... mehr als tausend Jahre später kommt es in der wechselvollen Geschichte des Landes zu einem in der welt wohl einzigartigen politischen Ereignis, als der ehemalige Zar Simeon II. nach einem über 50jähren Exil unter seinem bürgerlichen Namen Simeon "Sakskoburggotski" das Amt des Ministerpräsidenten antritt...
Nach der Einleitung "Land und Leute", zu der neben vielen historischen Fakten auch die Bereiche Kunst, Essen und Trinken, Sport usw. gehören, werden die Landesregionen in vier Kapiteln vorgestellt. Der Westen mit der Hauptstadt Sofia, das Gebirge im Süden, der Balkan und die Schwarzmeerküste mit ihrem Hinterland, auf das mit 123 Seiten der Schwerpunkt gesetzt ist. Das oftmals als "Ballermann am Balkan" angesehene, und als Europas preiswertestes Pauschalreiseland gepriesene Urlaubsziel, in dem eine komplette Restaurantmahlzeit zwischen 3 - 8 Euro zu bekommen ist, verzeichnet tatsächlich auch ein starkes Wachstum im Bereich des Individualtourismus mit Öko, Wander-, Bäder-, und Kulturreisen. Das Buch und seine Illustrationen machen deutlich, dass es im näheren Umkreis der Urlaubsanlagen an der Schwarzmeerküste etliche historische Stätten, Bauten, Monumente pp. gibt, die ihren Besuch auf einer Tagestour lohnen. Z. B.: Die in einem Nationalpark gelegene Festung Sumen, die bis auf das antike Volk der Thraker zurückgeht und das Monumentalrelief des "Reiters von Mandara". Neben der altbulgarischen Metropole Veliki Preslav mit ihre im Jahre 908 erbauten goldbekuppelten Rundkirche ist auch das Felsenkloster von Ivanovo aus dem 13. Jahrhundert besonders sehenswert. Ebenso das gleichfalls ins Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommene Grab nahe Svestari aus dem 3. vorchristlichen Jahrhundert, das dem getischen Herrscher Dromichaetes zugeschrieben wird. Von einzigartiger Schönheit sind auch die rustikal-romantischen Holzhäuser im sogenannten Wiedergeburtsstil des 19. Jahrhunderts, die nur in Bulgarien zu finden sind.
Über die zahlreichen Sehenswürdigkeiten und Möglichkeiten hinaus laden ein kleiner Sprachführer mit wissenschaftlicher Transliteration des bulgarischen, aktuelle "Reisetipps A-Z", Internetlinks, Leseempfehlungen, Leseempfehlungen, je ein Personen- und Ortsregister, sowie zahlreiche Internetlinks zu einem Besuch dieses südosteuropäischen Landes ein und geben wertvolle Hilfe bei Reisevorbereitungen, sowie (Geschichts)studien Vorort. Das 442seitige Reisehandbuch "Bulgarien entdecken" ist zudem mit beeindruckenden Fotos und zahlreichen Stadtplänen und Karten versehen, sehr empfehlenswert und mit 5 Amazonsterne zu bewerten.