Don Byron und Crew nehmen sich einer fast in Vergessenheit geratenen Musikform der 30er-Jahre an: Des kammermusikalischen Small-Group-Jazz des John Kirby Sextets und des Raymond Scott Quintettes (richtig geschrieben) sowie einer Facette im Ellington-Kosmos, die heute kaum mehr Beachtung findet, nämlich des lieblichen, humorvollen Miniaturmeisterwerks. Alle Arrangements sind sehr dicht und selbst die Soli scheinen komponiert zu sein, der Swing ist nicht "free wheeling", sondern dezent und dem musikalischen Konzept untergeordnet, was natürlich zu einer gewissen, durchaus gewollten Künstlichkeit führt. Der Liebreiz und der Einfallsreichtum dieser Kompositionen und Arrangements ist aber so einnehmend, daß das Hörvergnügen ungetrübt bleibt. Freilich ist dies keine Musik, die man stundenlang hören möchte, sie ist vielmehr für kleine Dosierungen aufmerksamen Hörens gedacht, jedes Stück ein Kleinod wie eine bunte Glasfigur in einem Setzkasten.