Die bisherigen Bücher zur Serie von Lukas und Westphal waren insgesamt aufschlussreich.
Dies ist bei dem Führer zur fünften Staffel zwar auch der Fall, allerdings kann ich sonst wenig positives über ihn sagen:
Die Autoren haben sich vorgenommen, kritischer mit der Serie ins Gericht zu gehen. Dies ist zwar prinzipiell ein lobenswerter Vorsatz, doch Lukas/Westphal scheinen auf Teufel komm raus Kritikpunkte gesucht zu haben, wo zumindest teilweise keine angebracht sind.
Sie scheinen durch diese „kritische Sichtweise“ seriöser wirken zu wollen, die Beurteilungen wirken dadurch allerdings eher so, als hätten sie ganz andere Folgen gesehen als ich!
Ich möchte nicht den Eindruck eines Fans erwecken, der seine Lieblingsserie ungerecht behandelt fühlt, aber ebenso wie das Autorenduo manchmal einen tiefen Sinn in Szenen zu entschlüsseln suchte, der gar nicht vorhanden war, so hat er es hier eindeutig übertrieben und aus einem völlig falschen Blickwinkel betrachtet. (siehe ihre Beurteilung Buffys. Wie soll man auf das Liebesgeständnis des Mannes reagieren, der einen zumindest zwei Jahre ständig zu töten versuchte und der erst in der letzten Zeit aufgrund äußerer Umstände keine Gefahr mehr für einen darstellt?)
Die Autoren scheinen teilweise zu vergessen, dass die Gefahren des Höllenschlundes immer noch erschreckend sind, auch wenn der TV-Zuschauer durch die Erfahrung mehrerer Jahre BtVS schon daran gewöhnt sind...
Die Figuren schweben dennoch immer in (Lebens)Gefahr.
Das ignoriert dieses Buch konsequent.
Ich erinnere nur an die gewollt psychologische Analyse aus einem früheren Band über Joyce Summers, die sie als schlechte Mutter blosstellen sollte. Unter anderem wird hier die Schlüsselszene aus „Becoming“ genannt, in dem Joyce erfährt, dass Buffy die Jägerin ist. Joyce habe mit zu wenig Verständnis reagiert.
Hallo – wenn vor meinen Augen gerade ein Vampir, an dessen Existenz ich bisher gar nicht geglaubt hätte, gepfählt würde, wäre ein bisschen Unglauben schon angebracht, oder?
Ähnlich beurteilt das Autorenteam auch die fünfte Buffy-Staffel, die vielleicht nicht an die handlungsdichte der dritten Staffel herankommt, aber wieder wesentlich besser ist als teilweise die vierte Staffel.
Die ausführlichen Episodenbeschreibungen sind zwar ein Pluspunkt, generell würde ich aber zu einem anderen der zahlreich erscheinenden Episodenguides raten.
Ach ja, dass sich die Figuren charakterlich nicht weiterentwickelt hätten, ist ja wohl ein schlechter Witz, oder? (Am Beispiel der Jägerin widersprechen sich die Autoren mit dieser Aussage im Übrigen selbst!)