Das siebte Jahr der erfolgreichen Serienmischung aus Horror, Komödie und Drama BUFFY - IM BANN DER DÄMONEN markiert auch das Ende ihrer TV-Geschichte. Damit die Serie insgesamt gesehen ein rundes Konzept ergibt, findet man zu den Wurzeln zurück. Mehr denn je wird der Fokus auf starke Frauen gelegt.
Buffys (Sarah Michelle Gellar) Schwester Dawn (Michelle Trachtenberg) wird Schülerin an der wiedereröffneten Sunnydale Highschool, auf der schon die Vampirjägerin ihre Oberschulzeit verbracht hat. Spike (in dieser Staffel für einen Vampir ziemlich gut gebräunt: James Marsters), zurück von seinem Seelenfindungstrip, haust im Keller der neuen Schule. Ihn scheinen alle guten Geister verlassen zu haben. Willow (Alyson Hannigan) hingegen wird von den Geistern ihrer Taten als mörderische Hexe verfolgt. Buffys ehemaliger Wächter Giles (Anthony Stewart Head) hat sie nach England gebracht, um ihr zu lehren wie man mit Macht verantwortungsvoll umgeht. Er sei wie eine Art Dumbledore zu ihr, wie Willow formuliert. An diesem Punkt kommen Zweifel in ihr über die Reaktionen ihrer Freunde auf, wenn sie nach Sunnydale zurückkehrt.
Anya (tragisch und komisch zugleich: Emma Caulfield) weiß währenddessen nicht mehr, wer sie ist. Obwohl sie nach der geplatzten Hochzeit mit Xander (Nicholas Brendon) wieder zur Rachedämonin geworden ist, kann sie ihre menschlichen Gefühle nicht recht verarbeiten und von daher ihrer Bestimmung nicht nachgehen.
Das Böse lässt derweil nicht lange auf sich warten und fordert in seiner reinen Form als das Urböse (im Original "The First") zum letzten Gefecht auf. Es kann sich in jede verstorbene Person verwandeln und erlaubt so den Autoren der Serie, liebgewonnene Bösewichte aus den vorigen Staffeln für kleine Gastspiele zurückzuholen. Tatkräftig zur Seite gegen das Urböse und seinen Handlanger Caleb (Nathan Fillion aus den US-Serien FIREFLY, DESPERATE HOUSEWIVES und CASTLE), der ein frauenverachtender Priester mit Superkräften ist, steht der Scooby-Gang eine Schar von potentiellen Jägerinnen, die Buffy führen und ausbilden muss. Außerdem stattet Faith (Eliza Dushku) für die letzten Episoden als Crossover vom Serienableger ANGEL - JÄGER DER FINSTERNIS zu seiner Mutterserie den Anhängern rund um Buffy einen Besuch ab um ihre Kräfte als ewig zweite Jägerin ein weiteres Mal unter Beweis zu stellen - nur diesmal für das Gute. Ungewollt mit von der Partie ist Andrew (herrlich komisch: Tom Lenk), einer der drei Nerds aus der sechsten Staffel, die Buffy das Leben schwergemacht haben. Zuerst wird der Freak als Geisel gehalten, glänzt später jedoch mit seinem Wissen über die Unterwelt und stellt sich letztlich als Hilfe im letzten großen Kampf heraus.
Die letzte BUFFY-Staffel hat leider das Unglück nach der perfekten sechsten folgen zu müssen. Einen so großen Hang zur Experimentierfreudigkeit kann man leider nicht mehr überbieten. Trotzdem bietet das finale TV-Jahr der von Kritikern umjubelten Charakterserie äußerst gute Unterhaltung und zeigt sogar noch Entwicklungen der Hauptfiguren auf. Buffy erscheint als Anführerin gereift und durch ihre schweren Entscheidungen der Gruppe gegenüber wirklich verantwortungsbewusst. Hier und da schleicht sich noch eine kleine arrogante Ader ein, die sie allerdings benötigt, um sich in dem ständig größer werdenden Kreis behaupten zu können. Sie übergeht sogar mehrfach Giles, um ihre Ziele durchzusetzen. Auf Kosten von Buffys Entwicklung unterminiert sie seine Autorität. Er scheint nur noch pro forma in der Serie anwesend zu sein - schade. Nebenbei entpuppen sich Anya (wie praktisch immer) und Andrew (total überraschend) als witziger Gegenpol zu den immer düsterer verlaufenden Episoden, die in einem fulminanten und effektreichen Serienfinale gipfeln. Hierin wird das ursprüngliche Konzept von geballter Frauenpower noch einmal aufgegriffen, um die Serie stimmig zu beenden. Eine Fortsetzung gab es im TV nicht. Angeblich hatte Hauptdarstellerin Sarah Michelle Gellar keine Lust mehr, Buffy zu sein. Um seine fertigen Storylines der achten Staffel jedoch nicht im Giftschrank verrotten zu lassen, hat Serienschöpfer Joss Whedon sie vor nicht allzu langer Zeit inform von
Comics veröffentlicht. Also, liebe Fans, nicht traurig sein: Für Nachschub rund um das Buffyverse ist gesorgt!
Von BUFFY - IM BANN DER DÄMONEN gibt es mittlerweile drei DVD-Editionen. Die Erstausgabe teilte jede Staffel in zwei Boxen mit je drei DVDs und war sogar als aufklappbares Digipack erhältlich. Die
zweite Edition enthielt jeweils eine komplette Staffel mit sechs Discs in einer Großhülle mit Schuber. Letzterer wurde später wohl aufgrund von Produktionskosteneinsparungen weggelassen, genauso wie das Begleitheft, das Episodenbeschreibungen bereithielt. Die bislang letzte, vorliegende DVD-Version enthält wieder eine komplette Staffel, jedoch wurde das Design hierbei komprimiert. Es gibt nur noch ein Cover, je Staffel nur in einer anderen Farbe, von der hübschen Hauptdarstellerin ist nichts mehr auf dem Titelbild zu sehen. Die Hülle ist nur noch so groß wie die einer typischen Filmveröffentlichung. Alle sechs Discs teilen sich einen einzigen Disc-Teller und sind somit übereinander gestapelt, ganz anders als in der damaligen Großhülle, wo man jede Scheibe separat entnehmen konnte, ohne einen Stapel durchgehen zu müssen. Ich kann wirklich nur empfehlen, sich die zweite Edition zuzulegen, weil die optisch mehr hermacht und sie aufgrund der Disc-Platzierung praktischer und sogar sicherer ist. Schnell kann sich einmal ein Fussel auf der Layerseite einer DVD verirren und durch die Reibung an den anderen Discs Kratzer erzeugen. Die Neufassung erhält von mir deshalb einen Stern Abzug an der Gesamtwertung.
Das Bonusmaterial ist mit fast zwei Stunden an zusätzlichem Clipmaterial ziemlich üppig ausgefallen und kongruent zu den ersten zwei DVD-Fassungen dieser Staffel. Unter anderem bekommt man den üblichen Staffelüberblick mit Kommentaren zu den Serienmachern zu sehen, ebenso wie ca. fünf Minuten an lustigen Outtakes. Eine besondere Erwähnung verdient ein neunminütiges Featurette, in dem Serienschöpfer Joss Whedon über die Serie reflektiert und nebenbei seine zehn Lieblingsfolgen präsentiert. Kommentare von Hauptdarstellerin Sarah Michelle Gellar, die offensichtlich nicht viel für so etwas übrig hat, sucht man auch in der letzten DVD-Staffel vergebens.
Die Qualität von Bild und Ton ist im Großen und Ganzen in Ordnung. Ab und zu neigt das 16:9-Bild zum Rauschen, besonders bei den nächtlichen Szenen und partiell zur Darstellung von zu harten Konturen. Dies geschieht aber noch alles im Toleranzbereich.
Was ist besser - deutsche Synchronisation oder das englische Original? Ich werde den Teufel tun und hier eine Wertung darüber abgeben. Ich kann nur sagen, dass im O-Ton der Wortwitz besser wirkt, aber die Verweise an die amerikanische Popkultur, die in der Synchronisation öfter verloren gehen, versteht so mancher Deutscher nicht. Ich finde, dass das Original ziemlich anspruchsvoll ist, man manchmal zum fehlerfreien Verständnis sogar englische Untertitel einschalten muss, aber durchaus Spaß macht, genauso wie die überaus gelungene deutsche Synchro.
Die siebte Staffel von BUFFY - IM BANN DER DÄMONEN lässt die Serie würdevoll, wenn auch nicht ganz so stark wie ihr Vorgängerjahr ausklingen. Nach dem Lesen der ersten Comics der geplanten achten Staffel, die viel vom Charme des alten Sunnydale vermissen lassen, glaube ich, Joss Whedon hat die Fernsehreihe zum rechten Zeitpunkt beendet und insgesamt gesehen wahrscheinlich die beste TV-Serie, die es je gegeben hat, produziert. So packend, entwicklungsreich, experimentierfreudig und wortwitzig war keine TV-Reihe vor BUFFY und auch sieben Jahren nach Ausstrahlung der letzten Folge im US-Fernsehen lässt sich meiner Meinung nach noch kein legitimer Nachfolger finden.
Die Präsentation auf DVD verdient in seinen ersten zwei Editionen vier Sterne, die vorliegende, optisch abgespeckte Fassung, deren einzige Disc-Halterung inakzeptabel ist, kassiert nur drei.