"Buffy - Im Bann der Dämonen" ist keine klassische Monsterserie. Vielmehr ist sie eine fortlaufende Charakterstudie der Stammriege. Eingebettet ist das Geflecht aus Beziehungen, Freundschaften und Verfeindungen in einen coolen Mythologiefaktor, der für den zusätzlichen Hype sorgt. Dazu ist "Buffy" wohl keinem wirklichen Genre einzuordnen. Es findet sich viel Wortwitz in der Serie, deshalb geht es trotz dramatischer Ereignisse sehr humorvoll zu. Natürlich gibt es von jeder Regel eine Ausnahme: Die Folge "Tod einer Mutter", in der Serienschöpfer Joss Whedon seine eigenen Lebenserfahrungen mit einbringt, ist eine eher untypische "Buffy"-Folge und mit Abstand die ernsteste. Auf Musik wird für die Episode vollkommen verzichtet und damit ist Joss Whedon wieder ein interesantes Experiment gelungen. Hat er in Staffel 4 klargemacht, dass die Serie auch ohne ihre wortwitzigen Dialoge zurechtkommt ("Das große Schweigen"), stellt man hier fest, dass dramatische Szenen nicht notwendigerweise immer von melancholischer Hintergrundmusik begleitet werden müssen, um die Geschichte für den Zuschauer zu intensivieren.
Des Weiteren ist der Cliffhanger der fünften "Buffy"-Staffel wohl der beste der gesamten Serie! Die Hauptdarstellerin erleidet beim Seasonfinale den Serientod. Wie soll es denn ohne die Vampirjägerin, um die es sich hauptsächlich dreht, nur weitergehen? Das verleitet natürlich umgehend zum Kauf der sechsten Staffel auf DVD. Schließlich will man unbedingt wissen, wie die Serie ohne Buffy funktionieren soll oder ob das doch noch nicht das Ende für sie ist.
Am Anfang habe ich bereits klargestellt, dass "Buffy - Im Bann der Dämonen" eine Charakterserie ist. Man konnte von der ersten Episode aus mitverfolgen, wie sich die Charaktere allesamt weiterentwickelt haben und ich wage zu behaupten, dass diese Entwicklungen in Staffel 5 zwar noch nicht abgeschlossen sind, aber doch im Zenit stehen. Zu Beginn der Show gibt es einen ganz neuen Status Quo und der Zuschauer weiß zuerst nicht recht, was da passiert ist. Buffy hat nämlich plötzlich eine kleine Schwester, Dawn! Man hat das Gefühl etwas verpasst zu haben, aber im Laufe der Staffel klärt sich das schon von selbst. Dadurch wird Buffy mehr als nur eine Schwester. Nach dem Tod ihrer Mutter muss sie sich zusätzlich zu ihren Pflichten als Jägerin und Weltretterin auch noch um Dawn kümmern. Damit wird Buffy sehr schnell erwachsen und verantwortungsbewusster und sie ist nicht mehr so leichtlebig, wie noch in vorangegangenen Staffeln. Auch Xander macht eine Wandlung durch: Durch seine Liebe zu Anya geht er völlig auf, er ist nicht mehr nur der ständige Witzereißer, sondern wird dadurch ebenfalls erwachsen und reifer. Für Willow gilt das Gleiche: Ihr Hexendasein macht sie charakterlich viel stärker und ihre Liebe zu Tara zeigt sie auch noch viel gefühlvoller. Mit Oz war das anders. Erst bei Tara geht sie völlig auf. Es ist wirklich unglaublich, dass sich die Serie immer noch im Blick zur vorherigen Season steigern kann.
Ein weiterer Pluspunkt der fünften "Buffy"-Staffel ist der Bösewicht dieser Staffel. Die Göttin Glory. Sie ist zwar abgrundtief böse, aber sie zeigt deutlich menschliche Eigenschaften. Auf mich macht sie sogar einen richtig sympathischen Eindruck. Neben dem Bürgermeister aus Staffel 3 ist Glory mein absoluter Lieblingsbösewicht, dessen Geschichte den Faden für eine ganze Season legt.
So gut wirken tut "Buffy - Im Bann der Dämonen" aber nur, weil die Schauspieler ihren Rollen so viel Farbe verleihen können. Niemand wirkt fehlbesetzt, jeder gibt hundert Prozent seines Könnens. Es wäre gar nicht auszumachen, könnte Emma Caulfield als Anya nicht so lustig und gleichzeitig so grundehrlich und verletzlich wirken als sonst. Emma vereint alle diese Charaktereinschaften ihrer Figur mit Bravour. Anya ist auch mein absoluter Lieblingscharakter der gesamten Serie! Ebenfalls beeindrucken mich die schauspielerischen Fähigkeiten von Michelle Trachtenberg, welche Dawn verkörpert. In solch zartem Alter ist die junge Frau schon so talentiert und sie macht ihrer Rolle alle Ehre. Natürlich sind die Leistungen des restlichen Casts auch mehr als zufriedenstellend.
Von BUFFY - IM BANN DER DÄMONEN gibt es mittlerweile drei DVD-Editionen. Die Erstausgabe teilte jede Staffel in zwei Boxen mit je drei DVDs und war sogar als aufklappbares Digipack erhältlich. Die
zweite Edition enthielt jeweils eine komplette Staffel mit sechs Discs in einer Großhülle mit Schuber. Letzterer wurde später wohl aufgrund von Produktionskosteneinsparungen weggelassen, genauso wie das Begleitheft, das Episodenbeschreibungen bereithielt. Die bislang letzte, vorliegende DVD-Version enthält wieder eine komplette Staffel, jedoch wurde das Design hierbei komprimiert. Es gibt nur noch ein Cover, je Staffel nur in einer anderen Farbe, von der hübschen Hauptdarstellerin ist nichts mehr auf dem Titelbild zu sehen. Die Hülle ist nur noch so groß wie die einer typischen Filmveröffentlichung. Alle sechs Discs teilen sich einen einzigen Disc-Teller und sind somit übereinander gestapelt, ganz anders als in der damaligen Großhülle, wo man jede Scheibe separat entnehmen konnte, ohne einen Stapel durchgehen zu müssen. Ich kann wirklich nur empfehlen, sich die zweite Edition zuzulegen, weil die optisch mehr hermacht und sie aufgrund der Disc-Platzierung praktischer ist. Die spartanisch wirkende Neufassung erhält von mir deshalb einen Stern Abzug an der Gesamtwertung.
Die Extras sind mehr als abendfüllend. Auf Disc Drei gibt es zum Beispiel vier Featurettes, die insgesamt eine Spielzeit von einer guten Stunde besitzen. Mein absolutes Highlight ist aber das Gag Reel, das verpatzte Szenen aus Staffel 3 zeigt. Wer hätte gedacht, dass die Serie noch lustiger sein kann als es sonst schon der Fall ist! Allerdings muss man dazu sagen, dass dieses Bonusmaterial auch komplett bei den vorherigen DVD-Edtionen vorhanden ist.
Die Qualität von Bild und Ton ist größtenteils gut. Die Wiedergabe auf einem Full-HD-Flatscreen via Blu-Ray-Disc-Player macht Spaß, zumal das Bild in 16:9 gehalten ist. Es wird also nicht gestaucht dargestellt. Dafür rauscht es etwas in dunklen Passagen, was jedoch noch im Bereich des Ertragbaren liegt.
Was ist besser - deutsche Synchronisation oder das englische Original? Das muss jeder für sich selbst entscheiden, ich werde im Folgenden nur die Fakten aufzählen. Ich kann nur sagen, dass im O-Ton der Wortwitz besser wirkt, aber die Verweise an die amerikanische Popkultur, die in der Synchronisation öfter verloren gehen, versteht so mancher Deutscher nicht. Außerdem scheint Nicholas Brendon ein ziemlicher Schnellsprecher zu sein. ;-) Ich finde, dass das Original ziemlich anspruchsvoll ist, aber durchaus Spaß macht, genauso wie die überaus gelungene deutsche Synchro.
Auch die fünfte Staffel der Mysteryserie "Buffy - Im Bann der Dämonen" ist ein Feuerwerk. Die Erfolgsmischung macht es eben und diese wird gekonnt umgesetzt! Die Charaktere sind hier nun so lebendig wie nie zuvor und ale zuvor genannten Fakten machen die Show insgesamt sehr sehenswert. Sollte man nicht verpassen - meiner Meinung nach aber nicht mit dieser Neufassung, sondern mit der Zweitfassung, die noch bei Amazon erhältlich ist. Für das vorliegende Produkt in spartanischer Art gibt es nämlich einen Stern Abzug.