Da ich als begeisterter Zuschauer der Serie "Buffy - Im Bann der Dämonen" erst Mitte der ersten Season eingestiegen bin, habe ich natürlich die erste Folge verpaßt. Also: Nicht die Wiederholung abwarten, sondern gleich das Buch lesen. Aber: Den Leser erwartet ein dünnes Büchlein im A5-Format, eine Schrift, die größer ist die Titelzeile der BILD-Zeitung und nur 149 Seiten. Das läßt nicht Gutes erahnen. Kurz zum Inhalt: Eine neue Schülerin. Ihr Name: Buffy Summers. Buffy kommt gerade im sonnigen Sunnydale in Südkalifornien an, als - zufälligeweise - der Höllenschlund entdeckt wird. Dort, in den Ruinen einer alten Kirche, lebt der Meister. Und er bereitet das ultimative Ende der Welt vor. Buffy ist Sunnydales einzige Hoffnung! Wird Buffy den Meister und seine Vampirschurken noch von ihren teuflischen Machenschaften abhalten können? Geschlagene 90 Minuten später war ich durch. Mein Fazit: Literarisches Fast Food in Reinkultur. Ich habe sicherlich keinen Shakespeare oder ähnlich Hochliterarisches erwartet - nein, einfach nur ein unterhaltsames und spannendes Buch. Positiv: Ich kenne nun den Anfang der Serie ("Welcome to the Hellmouth" und "The Harvest") und habe mich über die ein oder andere Szene amüsiert. Negativ: Man hat von Anfang bis Ende das Gefühl, das Drehbuch zu lesen (es liest sich ja auch fast so lange, wie eine (Doppel-)Folge dauert): Knapper in der Informationvermittlung gehts nicht! Was vielleicht für das Fernsehen taugt, muß noch lange nicht als Buch gut sein. Nein, denn für jemanden, der noch nie die Serie gesehen hat, fällt es sehr schwer, sich in Situation "hineinzufühlen". Selbst als Kenner der Serie muß man auf sein vorhandenes Wissen zurückgreifen, um sich alles bildhaft vorzustellen. Es bleiben zu viele Fragen offen, die zwar im Fernsehen als Cliffhanger dienen können, in einem Buch aber inakzeptabel sind: Wie sieht Buffy eigentlich aus? Woher weiß Giles von Buffys Alpträumen? Von wem wurde Buffy früher ausgebildet? etc. pp. Der Leser möchte einfach mehr über den Hintergrund von Buffy und Giles wissen - die anderen Charaktere sind teilweise so blaß und klischeehaft dargestellt, daß sie vorerst nicht zu sehr von Interesse sind. Es werden dem Leser einfach zu viele Informationen verschwiegen, zumeist Dinge, die jedem Autor im ersten Semester eingebleut werden. Sicherlich werden jetzt einige sagen: "Dieses Buch soll doch nur den Pilotfilm wiedergeben." - Das stimmt schon, aber nicht zu diesem Preis. Der Plot stimmt, aber die Umsetzung in Buchform ist alles andere als gelungen zu bezeichnen. Ich empfehle daher eher das amerikanische Originalvideo, in dem so schöne Wortspielereien wie z.B. Xander: "Can I have you, eh, can I help you?" einfach besser rüberkommen.