Eigentlich hatte ich mir geschworen, keine Bücher zu TV-Serien mehr zu kaufen, selbst wenn sie - wie bei Buffy - die erfreuliche Ausnahme bilden, nicht den filmischen Inhalt nachzuerzählen (und zwar eher schlecht als recht), sondern eine eigene Handlung entwickeln. Angespornt zu diesem Artikel haben mich obige gute Rezensionen... leider wurde ich enttäuscht. Zum Stil: Wie bereits angedeutet reißt der Stil nicht vom Hocker, zumindest Viel-Lesern wird er bisweilen sauer aufstoßen. Einem Fernsehjunkie, der sich dieses Buch nur wegen seiner Liebe zur Serie kauft, dürfte er allerdings genügen. Inwiefern der einfache Stil jedoch auf einer mangelhaften Übersetzung beruht, kann ich nicht sagen. Um fair zu bleiben: ich habe schon deutlich schlechtere Stile gelesen... Die Handlung: Stelle ich mir das Buch verfilmt vor, so würde die Episode nicht zu meinen Lieblingsfolgen gehören. Golden hatte zwar einige glänzende Ideen, aber sie scheinen nicht gänzlich ausgereift. Insgesamt jedoch verfolgt der Roman eine solide durchdachte und in sich schlüssige Handlung, die den Stellenwert einer Filler-Episode einnehmen könnte. (auch wenn Joss Whedon die Pike-Thematik m. e. anders aufbereitet hätte; wer weiß, vielleicht tut er's ja noch, wäre toll). Man muß dem Autor zugute halten, dass es nicht leicht ist, Bücher zu Serien zu schreiben, da man charaktermäßig sehr eingeschränkt ist. Golden hat es trotzdem geschafft, zwei Figuren (Giles und Buffy) eine emotionale Handlung zu schenken.
Zum Schluß noch ein Wort zur Integrität zur Serie: WARUM scheint das nur für alle so schwer zu sein. Man könnte meinen, wenn man zu einer Serie schreibt, sollte man wenigstens anständig recherchieren: Bis auf Cordelia hat der Autor m. E. die Figuren zwar gut getroffen, aber zeittechnisch weißt der Roman Fehler auf. (er ist wohl irgendwo zwischen "Helpless" und "Bad Girls" einzuordnen: Cordy hat Xander abgesägt, Oz ist wieder mit Willow zusammen, Buffy ist bereits 18 Jahre alt, es ist Frühling) Spätestens hier stimmt etwas nicht mehr: Giles dürfte nach Helpless (hier wird Buffy volljährig) nicht mehr Wächter sein, da der Rat ihm dieses Amt ja entzogen hat. Gefühlsmäßig müßte auch schon Wesley in Sunnydale aufgetaucht sein, aber dieser wird gar nicht erwähnt. Ebensowenig wie Faith, die (noch) zu Buffys Clique gehört. Man sollte doch meinen, wenn B. mit solchen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, dann würde sie sich wenigstens an die zweite Jägerin erinnern und sie um Hilfe bitten! Summa summarum lebt es sich als Buffy-Fan auch gut, wenn man den Roman nicht gelesen hat, aber grottenschlecht war er auch wieder nicht. Drei von möglichen fünf Sternen versteht bitte für ein "Buch zur Serie"; mit einem "richtigen" Roman soll "Sünden" an dieser Stelle gar nicht gemessen werden. Ach ja: Wer gute Buffy-Fanfic schreibt, kann sich gern bei mir melden. Würde mich freuen. Vielleicht können wir tauschen... (*grins*) Slayerettes Ayooah!