Buffett ist DER Investor schlechthin. Mittlerweile gibt es ja einiges an Literatur darüber, nach welchen Grundsätzen Warren Buffett seine Anlageentscheidungen trifft - z.B. von Hagstrom, Vick, Richard Simons. Auch die Bücher der drei vorgenannten Autoren sind mir bekannt. Der Autorin - Ex-Schwiegertochter Buffetts - gebührt nicht nur die Ehre, die erste gewesen zu sein, die detailliert Buffetts Grundsätze erläutert; nach meiner Auffassung handelt es sich um das beste Buch zu diesem Thema. Jeder der die Grundrechenarten und die Prozentrechnung versteht kann den Ausführungen ohne betriebswirtschaftliche Kenntnisse (na ja, es hilft schon wenn der geneigte Leser gewohnt ist, den Wirtschaftsteil einer Zeitung zu lesen) folgen. Das liegt nicht daran, dass die Autorin zu stark vereinfachen würde, sondern eher daran, dass die Grundlagen buffettscher Anlagephilosophie eigentlich recht simpel sind. Wirklich neues findet sich darin nicht, aber eben Bewährtes und teilweise alt Hergebrachtes (Buffett selbst bezeichnet die Theorien Benjamin Grahams als für ihn grundlegend, und diese entstammen der Zeit kurz nach dem zweiten Weltkrieg) konsequent zu Ende gedacht - und nicht nur gedacht, sondern auch ebenso konsequent durchgeführt. Insbesondere einen Grundsatz hat Buffett verinnerlicht, den der Großteil aller Fondsmanager offensichtlich gerade zur Zeit der Jahrtausendwende vergessen hatte, nämlich das der Preis die Rendite bestimmt. Demzufolge geht es im buffettschen Denken vornehmlich darum, zu ermitteln, ob ein Preis günstig ist oder nicht, wöfür man wieder wissen muss, ob mit nachhaltigen Gewinnen zu rechnen ist oder nicht und in welcher Höhe dies vermutlich der Fall sein wird.
Jetzt im Internet-Zeitalter hat der Privatanleger, sofern er Engisch beherrscht, erstmals die Möglichkeit, sich mit vertretbarem Aufwand die Informationen (oder einen Großteil davon, natürlich haben die Profis Informationsvorteile)) auch über Auslandswerte zu beschaffen, die er für Anlageentscheidungen im buffettschen Sinne benötigt.
Resümee ist, dass der Privatanleger mit Hilfe dieses Buches Anlageentscheidungen treffen kann - sofern er bereit ist, ein wenig mit Hilfe des Buches zu arbeiten und aus anderen Quellen zu recherchieren. Aber rational betrachtet ist es auch nicht nachvollziehbar, dass die meisten Leute für den Kauf eines Kühlschranks oder eines Fernsehers viel mehr Zeit aufwenden als für den Wertpapierkauf.
Was man allerdings auch wissen sollte, ist, dass die Autorin natürlich die US-amerikanische Wirklichkeit zugrunde legt. Die deutsche Rechts- und Steuerwirklichkeit ist zu beachten.