Dieses zweite Album der amerikanischen Folk-Rock Band Buffalo Springfield, das 1967 kurz nach Veröffentlichung ihrer einzigen Hitsingle "For what it's worth" erschien, stellt eine großartige Mischung aus amerikanischer Folk- und Countrymusik, Rock & Roll und psychedelischen Einflüssen dar. Die drei Mitglieder - Neil Young, Stephen Stills und Richie Furay - machten während der kurzen Phase des Bestehens von Buffalo Springfield von 1966-68 erstmals auf sich aufmerksam und erzielten ab Ende der 60er in Solo-Projekten bzw. Crosby, Stills, Nash & Young mit Ausnahme von Furay ihre größten Erfolge. Dennoch bildet "Again" eine ganz eigene Klasse, da sich die Songs deutlich von späteren Arbeiten unterscheiden und wie auf vielen guten Alben nicht der einzelne Hit zählt, sondern das Zusammenspiel aller Stücke zu einem sich ergänzenden Gesamtwerk gelingt. Wie später bei CSNY schreiben die drei Bandmitglieder unabhängig voneinander und bringen ihre Songs dann zusammen, so dass sie ein weites Repertoir abdecken können. "Again" enthält neben Folk-Rockern wie Neil Youngs "Mr. Soul", das sich durch einen an "Satisfaction" erinnernden Riff und ein Psychedelic-Guitar-Solo auszeichnet, auch sanfte Balladen wie "Sad memory" von Furray oder typische Country-Lieder wie "A child's claim to fame", das jedoch dank der günstigen Einfügung in das Album auch dem nicht Country-Begeisterten gefällt. Das wohl beste Stück ist Neil Youngs "Expecting to fly", eine traurige Ballade, auf der die psychedelischen Elemente besonders deutlich werden und die durch ein gutes Arrangement von Jack Nitzsche noch gewinnt. "Hung upside down" von Stephen Stills und "Good time boy" stellen die schnelleren Songs auf "Again" dar, während der Schlusstitel "Broken arrow", mit über sechs Minuten aus dem Rahmen der 2-3 minütigen Stücke fallend, am ungewöhnlichsten wirkt. Der Song beginnt mit einer Interpretation von "Mr. Soul" und enthält viele Tempowechsel und Unterbrechungen, mit künstlich eingemischten Publikumsgeräuschen durchmischt. "Again" stellt ein bemerkenswertes Album der 60er Jahre dar, das perfekt in die Zeit der innovatien LPs des Jahres 1967, u.a. von The Doors oder Velvet Underground, passt, doch wird der psychedelische Touch nicht jedem gefallen, und auch wem die späteren Werke von Stephen Stills oder Neil Young zusagen wird sich noch lange nicht für deren Ursprünge begeistern können, da Buffalo Springfield mit keiner anderen Band vergleichbar ist.