Wie eine frische Brise an einem lauen Sommertag (sic), ein leises Rauschen des Meeres an irgendeinem einsamen Strand Neuseelands, kommt der Opener dieser schönen und entspannten Platte von dieser Band daher. Ihre früheren Platten veröffentlichte das Sextett auf dem legendären Flying Nun Label, ein Name, der mir durchaus ein gewisses Strahlen in die Augen zaubert, gab es doch so nette Bands wie The Chills, Verlaines, Able Tasmans, JPS Experiance, Bailter Space, Tall Dwarfs etc..., ich habe eine Menge Flying Nun CDs im Schrank, allesamt aus den Achzigern bis Mitte der Neunziger, danach verlor ich die Neuseeländer etwas aus den Augen. The Phoenix Foundation sind die ersten seit ca. 1995, die ich als Flying Nun Band wahrnehme und ich bin begeistert. Wenn ich erklären sollte, was typisch neuseeländisch oder typisch Flying Nun sein soll, dann muß ich wohl stottern, versuche aber, es als Popmusik mit netten Ecken und Kanten zu beschreiben, genau wie dieses Album. Der Opener "Eventually" gibt die Linie für das Album vor, ein analoges Keyboard (erinnert mich an Swell) dominiert, der Sänger ist relaxed, als würde er die Zigarette danach rauchen, ich muß an The House Of Love denken, natürlich auch an die späteren The Chills Platten. Wenn man die Platte unaufmerksam hört, findet man warscheinlich nichts aufregendes, beschäftigt man sich etwas intensiver mit den Songs, wird man mit lauter kleinen, teils schrulligen Details fündig, etwa das kurze Gitarrensolo in "Flock of Hearts", das geradezu klingt, als wäre es einer Smokie oder Suzy Quatro Platte entsprungen. Anderswo tauchen komische Tröten und karibisches Geklimper auf, stets verhüllt in der weichen Decke dieser warmen Platte. In "Bitte Bitte" geht es offenbar um den Berliner Bezirk Mitte, in dem die Punks von den Yuppies verdrängt wurden, am Ende schwappt die Platte genau so relaxt aus, wie sie angerauscht kam. Ich werde diese Platte sicher noch einmal vorstellen, warscheinlich im Dezember, wenn die Platten des Jahres gekürt werden...